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Zweiter europäischer Bericht über Wissenschafts- und Technologie-Indikatoren

Die Europäische Kommission, GD XII, hat soeben den "Zweiten europäischen Bericht über Wissenschafts- und Technologie-Indikatoren 1997" veröffentlicht. Dieser Bericht, der auf dem ersten 1994 veröffentlichten Bericht beruht, entwickelt wenn möglich, seine eigene Berichterstattu...
Die Europäische Kommission, GD XII, hat soeben den "Zweiten europäischen Bericht über Wissenschafts- und Technologie-Indikatoren 1997" veröffentlicht. Dieser Bericht, der auf dem ersten 1994 veröffentlichten Bericht beruht, entwickelt wenn möglich, seine eigene Berichterstattung, stellt jedoch die Vergleichbarkeit zwischen beiden Bänden sicher. Es ist die Erstellung regelmäßiger Berichte vorgesehen, die eine ausführliche Untersuchung der Entwicklung der europäischen Wissenschaft und Technologie im Laufe der Zeit ermöglichen.

Zu den langfristigen Zielen des Berichts gehören die Einrichtung einer Informations- und Wissensbasis zur Bewertung der im Bereich Forschung und Entwicklung auf europäischer Ebene bestehenden Probleme. Dies sollte insbesondere zur Koordinierung der Aktivitäten der Mitgliedstaaten und der EU beitragen. Ein zweites Ziel ist die Anregung der Entwicklung von Indikatoren und Wissenschafts- und Technologie-Analysen, die auf die Bedürfnisse der politischen Entscheidungsträger abzielen. Die Erfüllung dieser Ziele erfordert die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Benutzern und Produzenten der Wissenschafts-und Technologie-Indikatoren und den Fachleuten auf den Gebieten Wirtschaft, technologischer Fortschritt und +Innovation. Um diese Ziele voranzutreiben, umfaßt der Vorschlag der Kommission für das Fünfte Rahmenprogramm eine Initiative für die Entwicklung eines europäischen Systems der Wissenschafts- und Technologie-Indikatoren.

Der Bericht ist wie folgt in fünf Teile unterteilt:

- Eine Bestandsanalyse der europäischen Wissenschaft und Technologie im Verhältnis zum Rest der Welt:

Der Bericht zeigt, daß, obwohl das Wirtschaftswachstum in der EU ähnlich wie das der Hauptkonkurrenten USA und Japan verlaufen ist (mit Ausnahme der Schaffung von Arbeitsplätzen), Europa einen wesentlich geringeren Anteil seines BIP für Forschung aufwendet als seine Wettbewerber. Was das Personal betrifft, beschäftigen EU-Unternehmen und Organisationen eine verhältnismäßig geringere Anzahl von Forschern als diejenigen der Hauptkonkurrenten der EU. Obwohl die pro Kopf-Investitionen in Ausbildung und Bildung gestiegen sind, produziert die EU weniger graduierte Techniker und Wissenschaftler als ihre Konkurrenten. Ein Bereich, in dem die EU vergleichsweise besser abschneidet sind wissenschaftlichen Veröffentlichungen, EU-Forscher haben 1995 mehr publiziert als ihre Kollegen in den USA.

- Die Beziehung zwischen immateriellen Investitionen, Innovation, und der wirtschaftlichen und kommerziellen Leistung von Ländern, Industriesektoren und Unternehmen:

Durch die Konzentration auf Innovation und den Prozeß der Transformation von Forschungserfolgen in gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit in Europa, zeigt der Report, daß die europäische Industrie im wichtigen Hochtechnologiesektor die Produktivität erhöhen konnte. Während jedoch die europäischen Forscher in den etablierten Industrien erfolgreich sind, hinkt Europa bei den wichtigen aufkommenden Technologien hinterher. Ein beunruhigender Trend, den der Bericht aufzeigt, ist der Mangel an Arbeitsplätzen, die von Europas technologisch erfolgreichen Unternehmen geschaffen werden.

- Studien der verschiedenen nationalen F&E-Systeme und Unterstützungsmechanismen innerhalb der Mitgliedstaaten der EU und anderer Länder Europas beleuchten sowohl die nationalen Differenzen als auch die Konvergenzbereiche:

Der Bericht veranschaulicht die verschiedenen Ansätze für Forschung und Entwicklung in europäischen Ländern. Zum Beispiel basiert F&E in Frankreich überwiegend auf der Unterstützung durch die Regierung; in Deutschland steht die angewandte Forschung im Mittelpunkt; und im Vereinigten Königreich bevorzugt sie den Unternehmenssektor. Irland hat den am schnellsten wachsenden F&E-Sektor, obwohl F&E in den kleinen Mitgliedstaaten im allgemeinen von einer kleinen Anzahl multinationaler Unternehmen abhängig ist. Der größte Druck auf die Forschungspolitik eines jeden Landes wird jedoch zweifelsohne durch den Haushalt verursacht, und der Bericht schlägt vor, die Politikziele wirksamer anzuordnen. Europa wird von einer kleinen Zahl technologisch intensiver Regionen dominiert, obwohl der Abstand zwischen den am geringsten entwickelten und den technologisch mittelmäßig entwickelten Regionen ständig geringer wird.

Die im Übergang befindlichen Volkswirtschaften - die mittel- und osteuropäischen Länder, die die EU-Mitgliedschaft beantragt haben - konzentrieren sich immer stärker auf die Grundlagenforschung. Die wichtigste Finanzierungsquelle für F&E in diesen Ländern sind die Regierungen, das niedrige Niveau der Zuteilungen ist jedoch ein Beweis dafür, daß diese Regierungen dem Bereich keine große Priorität beimißt. In den Mittelmeerländern befinden sich die F&E-Sektoren, anders als in Israel und der Türkei, noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

- Eine Analyse der Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie auf europäischer Ebene wirft einen Blick auf die Beteiligten und untersucht die aufgeworfenen Fragen:

In den letzten Jahren ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in F&E zu einem wesentlichen Merkmal der europäischen wissenschaftlichen Landschaft geworden. In dieser Entwicklung spielten die aufeinanderfolgenden Rahmenprogramme der EU eine entscheidende Rolle und waren die treibende Kraft hinter der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in Europa. Außerdem haben sich die von der EU zugeteilten Mittel in eine wichtige Quelle für F&E-Investitionen gewandelt und beliefen sich 1995-96 auf 9,7% der zivilen F&E-Ausgaben der Regierungen, fast doppelt soviel wie vor zehn Jahren.

Das Modell der Forschungsprojekte mit EU-Unterstützung hat das Profil der kooperativen Aktivitäten verändert, wobei die geographische oder linguistische Nähe eine geringere Rolle als vorher spielte. Des weiteren hat das System zu einer erheblich stärkeren Beteiligung der kleinen Länder geführt, die vorher zu einem großen Teil marginalisiert waren. Die EU-Unterstützung für Studenten und junge Forscher hat zur Förderung eines globalen Forschungs- und Bildungssystems geführt, allerdings stellen sprachliche Barrieren ein großes Problem dar.

- Untersuchungen der gemeinsamen wissenschaftlichen Aktivitäten der EU mit anderen Regionen der Welt, sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern, untermauern ausführlich die im ersten Abschnitt aufgezeigten Probleme:

Während sich die internen europäischen Verbindungen und gemeinschaftlichen Aktivitäten entwickeln, ist Europa gleichzeitig um die Entwicklung der Verbindungen mit seinen wichtigsten Industriepartnern bemüht. Es besteht kein Zweifel an der Bedeutung der Entwicklung verstärkter Zusammenarbeit, ob durch die Verhandlung über Vereinbarungen, die den gegenseitigen Zugang zu den Forschungsprogrammen oder Aktivitäten der anderen Seite ermöglichen, oder durch ausländische Direktinvestitionen. EU-Unternehmen sind für zwei Drittel aller ausländischen F&E-Investitionen in den USA verantwortlich.

Die Unterstützung der EU für gemeinschaftliche Aktivitäten mit den mittel- und osteuropäischen Ländern hat bedeutende Auswirkungen gehabt. Bei der Aufrechterhaltung der Forschungsaktivitäten in den MOEL konnte die EU-Finanzierung helfen, den Rückgang der Regierungsausgaben zunächst auszugleichen. In den Entwicklungsländern konzentrierten sich die Aktivitäten mit EU-Finanzierung auf solche Problembereiche wie Landwirtschaft, Gesundheit und nachhaltige Entwicklung. Obwohl die EU mehr Mittel als die USA oder Japan beisteuert, betont der Bericht, daß der Beitrag der EU gesteigert werden muß.

Der Bericht wird in zwei Bänden präsentiert; der erste umfaßt die Hauptanalyse und der zweite enthält eine Reihe von Anhängen mit ausschließlich statistischen Daten. Dazu gehört auch eine CD-ROM, die zusätzliche statistische Daten enthält.


Quelle: Europäische Kommission, GD XIII

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