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FP5

FP5-EESD - Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration auf dem Gebiet "Erhaltung des (tm)kosystems", 1998 - 2002

Rahmenprogramm

FP5

Vorheriges Programm

FP4-MAST 3

Nachfolgeprogramm

FP6-SUSTDEV

Programmfinanzierung

EUR 2 125 million

Referenz zum Amtsblatt

L 64 von 1999-03-12

Rechtsrahmen

1999/170/EC von 1999-01-25
Ziel ist der Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung, indem der Schwerpunkt auf Maßnahmen gelegt wird, die für das soziale Wohlergehen und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in Europa ausschlaggebend sind.

Kurzbeschreibung

Das Europäische Parlament (in seiner Stellungnahme vom 18. Dezember 1987) und der Rat (in dem gemeinsamen Standpunkt, den er am 23. März 1998 verabschiedete) haben die allgemeinen Grundprinzipien der Vorschläge der Kommission für das Fünfte Rahmenprogramm für Gemeinschaftsforschung befürwortet. Diese Grundsätze betonen eine Konzentration der Forschungstätigkeiten, mit denen die hauptsächlichen sozio"konomischen Bedürfnisse der Union durch die Umsetzung multidisziplinärer, in thematischen und horizontalen Programmen zusammengefaßter Tätigkeiten erfüllt werden können.

Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um die Vorschläge der Kommission für das thematische Programm "Erhaltung des (tm)kosystems" zur Umsetzung des Fünften Rahmenprogramms. Es ist das vierte thematische Programm der ersten Maßnahme des Fünften Rahmenprogramms. Die erste Maßnahme umfaßt die Programme im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration.

Das Programm soll die Umweltwissenschaften und -technologien fördern und das Wirtschaftswachstum von der Umweltschädigung trennen, wodurch es zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, zur Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme und schließlich zu nachhaltigeren und umweltverträglicheren Entwicklungen weltweit beitragen wird.

Das Konzept basiert auf zwei Hauptelementen: integrierte multidisziplinäre und bereichsübergreifende Verbundmaßnahmen, an denen nach Möglichkeiten öffentlich-private Partnerschaften, Endnutzer im Handel, in der Industrie und in der Politik beteiligt sind und Maßnahmen, die Lösungen für strategische Probleme finden und Vorschläge von erheblicher regionaler und weltweiter Bedeutung unterstützen.

Schwerpunkte der Forschungsmaßnahmen sind:

-Sozioökonomische Erfordernisse, u.a., wie auf die zunehmenden Forderungen der Gesellschaft nach besseren Lebensbedingungen, mehr Sicherheit und einer besseren Verwendung knapper Ressourcen (z.B. Wasser und umweltfreundliche Energie) eingegangen werden kann;
- Mehrwert für Europa; ein europäischer Ansatz für internationale Fragen wie Umweltprobleme, Energiesysteme, Netze und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt;
- Europäische Wettbewerbsfähigkeit; wirtschaftliche Ziele in bezug auf technologische Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum müssen mit den gesellschaftlichen Zielen, wie Lebensqualität, Beschäftigung, Sicherheit, Gesundheit sowie eine gute Umweltqualität, in Einklang gebracht werden.

Unterteilung

Das spezifische Programm besteht aus sechs Leitaktionen und zwei Forschungsmaßnahmen. Diese sind:

- Nachhaltige Bewirtschaftung der Wasservorräte und Wasserqualität. Übergeordnetes Ziel dieser Leitaktion ist, eines der grundlegenden Bedürfnisse der Bürger in Europa zu decken, d.h. dauerhaft erschwingliches Wasser von hoher Güte in ausreichenden Mengen bereitzustellen, insbesondere Trinkwasser, und gleichzeitig die Integrität der (tm)kosysteme zu bewahren. Die Forschung wird folgende Schwerpunkte haben:
. Entwicklung von integrierten Ansätzen für die Bewirtschaftung der Wasserressourcen und der Feuchtgebiete sowie die Entwicklung von Aufbereitungs-und Reinigungstechnologien;
. Technologien zur Überwachung und Verhütung von Verschmutzung, zum Schutz und zur Bewirtschaftung von Grundwasser- und Oberflächenwasserressourcen;
. Überwachungs-, Frühwarn- und Kommunikationssysteme;
. Technologien für die Wasserspeicherung sowie Technologien für aride und semiaride und allgemein wasserarme Regionen.

-Globale Veränderungen, Klima und Artenvielfalt. Hauptziel dieser Leitaktion ist die Entwicklung einer wissenschaftlichen, technologischen und sozioökonomischen Grundlage für die Durchführung der Gemeinschaftspolitik im Bereich der Veränderungen in der Umwelt und zur Unterstützung der auf internationaler Ebene im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung eingegangenen Forschungsverpflichtungen. Zur Gewährleistung eines integrierten Konzepts sind die Prioritäten wir folgt:
. Globale Veränderungsprozesse verstehen, erkennen, bewerten und vorhersagen;
. Besseres Verständnis der (tm)kosysteme (terrestrische und marine);
. Entwicklung von Szenarien und Strategien zur Vorbeugung und Reduzierung globaler Veränderungen, von Klimaveränderungen und des Verlusts der Artenvielfalt sowie die mögliche Anpassung an diese Veränderungen;
. Unterstützung der Entwicklung der europäischen Komponente der weltweiten Beobachtungssysteme für Klima, terrestrische (tm)kosysteme und Meere.

- Nachhaltige (tm)kosysteme des Meeres. Hauptziel dieser Leitaktion ist es, zu einer nachhaltigen integrierten Bewirtschaftung der Meeresressourcen und zu den meereswissenschaftlichen Aspekten der Politik der EU für die Umwelt und die nachhaltige Entwicklung beizutragen. Forschungsziele sind:
. Entwicklung einer wissenschaftlichen Wissensgrundlage im Bereich der marinen Prozesse, (tm)kosysteme und Wechselwirkungen;
. Untersuchung der Ursachen und Folgen der anthropogenen Einwirkungen auf die marinen (tm)kosysteme sowie Möglichkeiten zu deren Behebung;
. Entwicklung von Kapazitäten für die Überwachung und die Beherrschung von Phänomenen in Küstengebieten;
. Ermöglichung der operationellen Vorhersage für Offshore-Aktivitäten.

- Die Stadt von morgen und das kulturelle Erbe. Übergeordnetes Ziel dieser Leitaktion ist die Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und der Wettbewerbsfähigkeit, ein besseres Stadtmanagement und eine integrierte Planung sowie die Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität und der kulturellen Identität der Bürger. Schwerpunkte sind der Aufbau einer integrierten sozioökonomischen Wissensgrundlage sowie Produkte, Dienste, Instrumente und Technologien für ein besseres Stadtmanagement einerseits sowie die Umweltbelange, insbesondere im Zusammenhang mit der Verringerung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen des Stadtverkehrs andererseits. Schwerpunkte sind:
. Integrierte Konzepte für eine nachhaltige Entwicklung der Städte und eine rationale Nutzung der Ressourcen;
. Schutz, Erhaltung und Sanierung des europäischen kulturellen Erbes;
. Entwicklung und Demonstration von Technologien für die zuverlässige, sparsame, umweltfreundliche, wirtschaftliche und nachhaltige Erhaltung, Sanierung, für den Bau und den Abriß von Gebäuden, insbesondere großer Gebäudekomplexe;
. Vergleichende Bewertung und wirtschaftliche Umsetzung von Strategien für nachhaltige Verkehrssysteme in einem städtischen Umfeld.

- Umweltfreundlichere Energiesysteme, einschließlich erneuerbarer Energiequellen. Ziel dieser Leitaktion ist die Entwicklung von Technologien, die dazu beitragen, die Umweltauswirkungen der Produktion und den Energieverbrauch in Europa zu verringern. Dies trägt zur Erhaltung des (tm)kosystems bei, indem die Emissionen auf lokaler und globaler Ebene reduziert und der Anteil neuer und erneuerbarer Energieträger an der Energieversorgung erhöht wird. Schwerpunkte der Arbeiten sind (geordnet nach ihrer Priorität):
. Elektrizitäts- und/oder Wärmeerzeugung aus Kohle, Biomasse oder anderen Brennstoffen, einschließlich der Kraft-Wärme-Kopplung, in großem Umfang bei geringerer CO2-Emission;
. Entwicklung und Demonstration, einschließlich der dezentralen Erzeugung, von Umwandlungstechnologien für die wichtigsten neuen und erneuerbaren Energieträger, insbesondere Biomasse-, Brennstoffzellen-, Wind-und Sonnenenergietechnologien;
. Integration der neuen und erneuerbaren Energieträger in Energiesysteme;
. Wirtschaftliche Umweltschutztechnologien für die Elektrizitätserzeugung.

- Eine wirtschaftliche und effiziente Energieversorgung für ein wettbewerbsfähiges Europa. Ziel dieser Leitaktion ist es, die Energieversorgung in Europa im Interesse der Bürger, des Gemeinwohls und der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zuverlässig, umweltfreundlich, effizient, sicher und wirtschaftlich zu gestalten. Die Energieverwendung muß effizienter werden durch Technologien, mit denen eine substantielle Senkung der Gesamtkosten und eine Verringerung der Energieintensität erreicht werden kann. In allen Phasen des Energiekreislaufs - Erzeugung, Verteilung und Endverbrauch - müssen die Effizienz verbessert und die Kosten gesenkt werden. Schwerpunkte der Arbeiten sind (geordnet nach ihrer Priorität):
. Technologien für den rationellen und effizienten Endverbrauch von Energie;
. Technologien für die Übertragung und Verteilung von Energie;
. Technologien für die Energiespeicherung auf Makro- und Mikroebene;
. Gr"ßere Effizienz bei Erkundung, Abbau und Herstellung fossiler Brennstoffe;
. Verbesserung der Effizienz neuer und erneuerbarer Energiequellen;
. Erarbeiten von Szenarien im Bereich der Versorgungs- und Nachfragetechnologien in Wirtschafts-/Umwelt-/Energiesystemen und ihrer Wechselwirkungen sowie Wirtschaftlichkeitsanalysen (auf der Grundlage der Gesamtlebensdauer) und Untersuchung der Effizienz sämtlicher Energieträger.

- Maßnahmen im Bereich der generischen Forschung und Technologieentwicklung; die Schwerpunkte sind wie folgt:
. Bekämpfung von Naturkatastrophen und technologischen Risiken;
. Entwicklung generischer Technologien zur Erdbeobachtung;
. Sozioökonomische Aspekte der Umweltveränderungen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung;
. Untersuchung der sozioökonomischen Aspekte der Energie im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung (Auswirkungen auf die Gesellschaft, Wirtschaft und Beschäftigung).

- Förderung der Infrastrukturen; Ziel ist die Förderung der grenzüberschreitenden Nutzung öffentlicher oder privater Einrichtungen zur Befriedigung der grundlegenden Erfordernisse, um die Einrichtungen besser zu nutzen und um gleichzeitig Überschneidungen zu vermeiden sowie auf neu entstehende prioritäre Bedürfnisse eingehen zu können.

Die Zielgrupppen dieser Aktion sind Unternehmen, insbesondere kleine Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen.
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