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PHMB-Augentropfen zur Behandlung von Akanthamöbenkeratitis

Eine europäische Studie testet die neue Darreichung eines Medikaments zur Behandlung einer schwerwiegenden Augeninfektion. Auch soll auf die Risiken von Kontaktlinsen und die Notwendigkeit einer zügigen Diagnostik bei Augeninfektionen hingewiesen werden.
PHMB-Augentropfen zur Behandlung von Akanthamöbenkeratitis
Die Akanthamöbenkeratitis (AK) ist eine seltene parasitäre Augeninfektion, von der meist Kontaktlinsenträger betroffen sind. Wird nicht sofort behandelt, kann es zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung kommen, was dringend die Entwicklung und Umsetzung effektiver Gegenmaßnahmen erfordert.

Vor diesem Hintergrund sollte das EU-finanzierte Forschungsprojekt "Orphan drug for Acanthamoeba keratitis" (ODAK) die Wirksamkeit des Medikaments Polihexanid (PHMB) testen. PHMB, das in der EU als Arzneimittel für seltene Krankheiten (Orphan Drug) geführt wird, wird zur Behandlung von AK eingesetzt. ODAK wird nun die nicht-klinische wie auch die klinische Prüfung der Phase I/Phase III durchführen. Nachdem Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von PHMB von den ODAK-Partnern bestätigt wurden, sollen Empfehlungen für die klinische Praxis und die Behandlung von AK folgen.

Eine retrospektive Auswertung der klinischen Behandlung von Patienten mit nicht zugelassenen AK-Medikamenten zeigte, dass 96% der Patienten Kontaktlinsenträger waren und PHMB das am häufigsten verschriebene Medikament war. Indem die Wirksamkeit von PHMB bestätigt wurde, gilt es jetzt als aussichtsreicher Kandidat für eine amtliche Zulassung zur Behandlung von AK.

Die Partner von ODAK sollten die Darreichung des aktiven Wirkstoffs optimieren, und so werden derzeit an präklinischen Modellen Wirksamkeit und Augenverträglichkeit verschiedener Formulierungen getestet.

Gleichzeitig betreibt das Konsortium Aufklärung, um über die Krankheit sowie Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Das Projekt ist auch in sozialen Medien präsent und stellt dort seine Tätigkeiten und Fortschritte vor.

Durch Verbesserung des bislang noch empirischen Konzepts bei der Behandlung von AK mit PHMB hofft ODAK, die Bioverfügbarkeit an der Augenoberfläche und damit den therapeutischen Index zu verbessern. Die neuen Augentropfen sollen auch Nebenwirkungen und damit die Notwendigkeit von Krankenhausaufenthalten und Operationen minimieren.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Augenentzündung, Kontaktlinsen, Akanthamöbenkeratitis, Polihexanid, PHMB, Augentropfen
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