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Verbesserter Ansatz zur Erforschung der politischen Ökologie

Politische Ökologie (PÖ) bezeichnet das Studium der Zusammenhänge zwischen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Faktoren auf der einen und Umweltproblemen und -veränderungen auf der anderen Seite. Eine EU-Initiative hat die interdisziplinäre Beschaffenheit dieses aufstrebenden Gebiets in Europa mittels Forschung und beruflicher Bildung aufgewertet.
Verbesserter Ansatz zur Erforschung der politischen Ökologie
Das Projekt ENTITLE (ENTITLE. European network of political ecology) hat ein Netzwerk für Forschung und berufliche Bildung für den privaten Sektor und Nichtregierungsorganisationen eingerichtet, um das PÖ-Studium zu fördern und dazu beizutragen, dass es zu einem charakteristischen überdisziplinären Gebiet heranreift. Mit seinen Komponenten Training, Forschung, Verbreitung und Karriereentwicklung arbeitete das Projekt am Aufbau von Anknüpfungspunkten zwischen PÖ-Forschung, Beratung und Maßnahmen im Privatsektor und im Bereich der Nichtregierungsorganisationen.

Insgesamt 12 Nachwuchs- und 7 erfahrene Forscherinnen und Forscher mit verschiedenen Forschungshintergründen und aus unterschiedlichen Disziplinen schlossen sich dem Netzwerk an, um Theorien und Ansätze voranzubringen. Mit dem Ziel, Theorie, Methoden und gesellschaftliche Relevanz der PÖ zu verbessern, umfasste der Forschungsschwerpunkt öffentliche Güter, Konflikte, Demokratie, Katastrophen und gesellschaftliche Bewegungen.

Das Training beinhaltete spezielle Intensivkurse, darunter Advances in PE Theory (Fortschritte in der PÖ-Theorie), Research Design and Methods (Forschungsdesign und -methoden), Research for Civil Society (Forschung für die Zivilgesellschaft) und Navigating the Job Market (Arbeitsmarktlenkung). ENTITLE veranstaltete Sommerschulen zu den Themen „Commons, Conflicts and Disasters“ (Gemeingut, Konflikte und Katastrophen), „Social Movements“ (Soziale Bewegungen) und „Institutions, Justice, Democracy“ (Institutionen, Gerechtigkeit, Demokratie). Die Veranstaltungen fanden europaweit an verschiedenen Einrichtungen statt. Nachwuchsforscherinnen und -forscher absolvierten Abordnungen an akademischen und nichtwissenschaftlichen Institutionen.

Die Anstrengungen im Rahmen des Projekts zielten gleichermaßen auf internationale Zusammenarbeit ab. Die Partner organisierten die allererste lateinamerikanische PÖ-Konferenz in Chile und nahmen an einer jährlichen Konferenz an der University of Kentucky in den Vereinigten Staaten teil. Vordenker und Stipendiaten von ENTITLE haben außerdem dazu beigetragen, POLLEN, ein Netzwerk der politischen Ökologen in Europa, ins Leben zu rufen.

Neben der Teilnahme an mehr als 200 Konferenzen umfassten die Verbreitungsmaßnahmen 157 Seminare, 59 Workshops und 40 öffentliche Veranstaltungen. Zusätzlich haben die ENTITLE-Mitglieder eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten, Artikeln und Beiträgen in Zeitschriften, Büchern und der allgemeinen Presse sowie ein Projektvideo veröffentlicht.

Die Erkenntnisse der Forschungsprojekte hat man in Form von 19 Kurzbeschreibungen der Maßnahmen für Akteure der Zivilgesellschaft und in 11 Stellungnahmen für politische Entscheidungsträger präsentiert. Das ENTITLE-Handbuch für Nichtregierungsorganisationen (Manual for NGOs) vermittelt die Ergebnisse aller einzelnen Forschungsprojekte und gewährt grundlegende Einblicke in die PÖ und deren Nützlichkeit für die organisierte Zivilgesellschaft und Umweltorganisationen.

Das zukunftsweisende ENTITLE-Programm sichert eine kritische Masse junger Politökologen, die Wissen und Handeln im Zusammenhang mit komplexen Umweltprobleme beisteuern. Insgesamt hat das Projekt eine neue Herangehensweise an die Ursachen von Umweltproblemen und, wie diese am besten zu lösen sind, beigesteuert.

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Schlüsselwörter

politische Ökologie, Forschung und berufliche Bildung, ENTITLE, Zivilgesellschaft, Umweltprobleme
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