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Von wegen Abfall: Kraftstoff aus Olivenölresten

Abfälle werden schon länger nicht mehr nur als etwas betrachtet, das entsorgt werden muss, sondern gelten zunehmend als eigenständige Ressource. Von der EU finanzierte Forscher haben deshalb eine neue Technologie entwickelt, um das vollständige Potenzial der Abfälle aus der Olivenölindustrie als Quelle der erneuerbaren Energien zu erschließen.
Von wegen Abfall: Kraftstoff aus Olivenölresten
Mit dem Wachstum unserer Konsumgesellschaft steigt der Verbrauch an natürlichen Ressourcen und damit auch die Menge an erzeugtem Müll, und das insbesondere als Nebenprodukt industrieller Aktivitäten. Lebensnotwendige Energieressourcen werden knapper und schwerer zu sichern. Verschärft sich das Problem, könnte es das Wachstum gefährden und die Umwelt irreversibel schädigen. Aber die Dinge geraten in Bewegung.

Das Siebte Rahmenprogramm (RP7) der EU hat Forschung mit dem Ziel finanziert, innovative Wege zur Nutzung von Abfall als Energieressource zu finden. Das Projekt FFW (Liquid and gas Fischer-Tropsch fuel production from olive industry waste: Fuel from waste) erprobte innovative Technologien zur Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks der Olivenölindustrie im Mittelmeerraum.

FFW versammelte Experten aus acht europäischen Ländern, um einen effizienten und dennoch gewinnbringenden Einsatz von Rückständen aus der Olivenölindustrie als Rohstoff zur Herstellung von synthetischem Erdgas und flüssigen Biokraftstoffen zu realisieren. Traktoren und Lastkraftwagen zum Sammeln und Transportieren von Oliven könnten mit Biodiesel fahren, synthetisches Erdgas könnte in den Olivenölmühlen Wärme liefern.

Die Projektpartner wählten die beste Mischung aus Abfällen aus, die im Olivenanbau und in der Olivenölindustrie anfallen. Man berücksichtigte dabei die Anforderungen an einen wirkungsvollen Vergasungsprozess und einen Kraftstoff von besserer Qualität. Die aus der Olivenernte und der Olivenölherstellung zur Verfügung stehende Biomasse wurde vorbehandelt und mittels Vergasung in Synthesegas umgewandelt. Das resultierende Erdgas wurde im Folgenden vor der Umwandlung in flüssige Biobrennstoffe mit Hilfe des Fischer-Tropsch-Verfahrens gereinigt.

Zudem bewertete man die Realisierbarkeit einer Hochskalierung dieses thermochemischen Prozesses zur Herstellung von Brennstoffkomponenten ähnlich wie bei fossilen Dieselkraftstoffen im kommerziellen Maßstab. Die Menge an verfügbaren Steinen, Trester und Überbleibseln der Olivenbaumbeschneidung, die als Ausgangsstoff dienen kann, wurde anhand einer Umfrage per E-Mail geschätzt. Gleichzeitig sammelten die FFW-Forscher Informationen darüber, wie der neue Ansatz bei allen Interessengruppen angekommen ist.

Eine Wiederverwertung von Olivenabfällen wird sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile mit sich bringen. Die FFW-Technologie wird es der Olivenindustrie ermöglichen, ihre Abhängigkeit von umweltverschmutzenden fossilen Brennstoffen zu verringern, wodurch man die Produktionskosten senken und den ökologischen Fußabdruck verkleinern wird. Überdies wird die Wiederverwertung von Rückständen aus der Olivenindustrie im lokalen Umfeld, anders als die Entsorgung auf Deponien, zu einer rentablen Option werden.

Die Resultate von FFW bilden nun außerdem einen klaren und verlässlichen Ausgangspunkt für die weitere Verbesserung der technischen Leistungsfähigkeit und der gesteigerten Nachhaltigkeit der Produktion von Biokraftstoffen aus landwirtschaftlichen Abfällen. Zudem wird die weitere Forschung in dieser Richtung zu einer höheren Effizienz des Agrarsektors in Europa hinführen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

FFW, Fischer-Tropsch-Verfahren, Olivenölabfälle, synthetisches Erdgas, Biokraftstoff
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