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Druckbasierte Konservierungsstoffe für Wein

Ein EU-Team entwickelte eine Druckbehandlungsmethode eines vorherigen Projekts als Alternative zu Sulfiten in Wein weiter. Die Ergebnisse zeigten eine effektive Pasteurisierung und Reduktion an Gelöstsauerstoff. Hierdurch wurde eine gute Konservierung erreicht, die sich nicht auf Farbe, Geschmack oder Geruch auswirkt.
Druckbasierte Konservierungsstoffe für Wein
Schwefeloxide (SO2 und SO3), die als Sulfite bezeichnet werden, sind in der Weinherstellung sehr weitläufig eingesetzte Konservierungsstoffe. Auch wenn diese für 99 % der Menschen harmlos sind, können Sulfite bei Asthmatikern und anderen anfälligen Individuen eine allergische Reaktion auslösen.

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts PRESERVEWINE-DEMO (Demonstration of a non-thermal process to replace use of sulphites and other chemical preservatives in European wines to meet new European directive) wurde eine Alternative zur Verwendung von Sulfiten in Wein entwickelt. Das Konsortium tritt in die Fußstapfen des vorhergehenden EU-Projekts PRESERVEWINE. Die neue Unternehmung zielte auf die Kommerzialisierung von Innovationen des vorhergehenden Projekts ab.

Das Prototypensystem reduziert den Bedarf für chemische Konservierungsstoffe, indem schnell Druck von bis zu 500 bar ausgeübt und freigesetzt wird. Bei dem Verfahren werden die flüssigen und gasförmigen Stoffe in den Schläuchen des Systems behandelt. Die Methode, die als Druckveränderungsverfahren bezeichnet wird, wurde auf 120 Liter/Stunde ausgelegt und validiert.

Zu weiteren Komponenten zählt unter anderem ein statisches Mischgerät, ein Rückhaltemechanismus in einem Stromreaktor und ein Mechanismus für die schnelle Freisetzung an einem Spezialventil. Die Forscher untersuchten die Auswirkungen von Variablen wie Gasart, Gas-/Flüssig-Verhältnis, Druckentlastungssystem und Retentionszeit.

Es zeigte sich, dass durch die Druckausübung Verderb verursachende Organismen vernichtet wurden. Das Verfahren senkte außerdem den Gelöstsauerstoffanteil im Wein erheblich, wodurch Schutz vor einer Oxidation gleich nach der Behandlung und während der Lagerung in Fässern und Flaschen gewährleistet wird. Im Gegensatz zu Wärmepasteurisierungsalternativen wurden durch die Methode des Projekts Weinfarbe, -geschmack oder -geruch nicht verändert.

Für die Qualifizierung gemäß der europäischen Richtlinie über Druckgeräte muss das System einfach und leicht zu reinigen sein. Dies stellt für PRESERVEWINE-DEMO nach wie vor eine Herausforderung dar.

Das Team konstruierte eine Einheit im industriellen Maßstab, die unter Anwendung eines Herstellungsverfahrens gefertigt werden soll, das Skaleneffekte ermöglicht. Die Forscher haben nach Abschluss des Projekts weitere Demonstrationen der Einheit geplant, um die Machbarkeit zu bestätigen.

Die Verbreitungsaktivitäten umfassten zahlreiche Presseveröffentlichungen und Artikel sowie Präsentationen auf Konferenzen oder im Industriesektor. Projektmitarbeiter identifizierten nennenswerte Marktmöglichkeiten und zahlreiche potenzielle Kunden. Um die Abnahme und Validierung durch die europäischen Weinbehörden zu erhalten, muss das Team noch weitere Weinhersteller und sonstige Interessenträger informieren.

Die Arbeit von PRESERVEWINE-DEMO wird zu einer reduzierten Verwendung von Sulfit-Konservierungsstoffen in Wein führen. Die Produkte werden für allergienanfällige Menschen sicherer sein.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Regional Development

Schlüsselwörter

Wein, Konservierungsstoff, Sulfite, Gelöstsauerstoff, PRESERVEWINE-DEMO, nicht-thermisches Verfahren
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