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Forschung und klinische Anwendung von Adenoviren 

Adenoviren gewinnen an Aufmerksamkeit sowohl als Pathogene als auch als klinische Instrumente. Die klinische Anwendung von Adenoviren erfordert aber ein tiefgehendes Verständnis ihrer biologischen und translationalen Eigenschaften. 
Forschung und klinische Anwendung von Adenoviren 
Adenoviren sind nicht umhüllte DNA-Viren von breitem Wirtstropismus und verantwortlich für eine Reihe von Symptomen, von leichten Infektionen bis hin zu lebensbedrohlichen Krankheiten. Aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften haben sich diese Viren auch als Vehikel für die Gen-Lieferung und als Krebstherapie-Tools erwiesen.

Das von der EU finanzierte Projekt ADVANCE (Adenoviruses as novel clinical treatments) wollte jungen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit bieten, sich in der Adenovirusforschung zu schulen. Die Initiative führte international renommierte Exzellenz-Forschungszentren aus Schlüsselbereichen der Adenovirusbiologie und ihrer Anwendung als Vektoren bei Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Impfungen zusammen.

Die Forschungsanstrengungen befassten sich mit der Erforschung der menschlichen und nichtmenschlichen Adenovirusbiologie sowie mit Tropismus und Transport in Wirtszielzellen. Mithilfe verschiedener Arten von Zellen (menschliche Epithelzellen, Blutzellen, dendritische Zellen, Makrophagen) untersuchten die Wissenschaftler die Rezeptoren und Eindringmechanismen von Adenoviren zusammen mit den Pfaden der viralen Replikation.

Erhebliche Anstrengungen gingen in Richtung der Entwicklung von Schlüsseltechnologien für die klinische Translation von Adenoviren als Onkolytika in der Krebstherapie. In diesem Zusammenhang untersuchten die Forscher Gene, die die Ausbreitung von Adenoviren in Tumoren und die Entstehung von Immunantworten gegen Tumorantigene erleichtern.

Um Adenoviren für die Impfung zu verwenden, charakterisierten die Wissenschaftler alternative Serotypen als Vektoren und verdeutlichten die Pfade der Anhaftung und des Eindringens. Das Folgeschicksal von Adenovirus-Vektoren wurde ebenfalls untersucht, um das Verständnis ihrer in vivo-Eigenschaften für die zukünftige Verwendung in Tiermodellen und als klinische Werkzeuge zu verbessern. Darüber hinaus wurde der Nutzen von Adenoviren in der kardiovaskulären Gentherapie verbessert und für die Veterinärmedizin wurden innovative Ansätze auf Basis von Adenoviren entwickelt.

Insgesamt lieferte die ADVANCE-Studie ein tieferes Verständnis von Vielfalt, Struktur und Funktion von Adenoviren. In Anbetracht der globalen sozioökonomischen Belastung durch Krebs, Infektionskrankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eröffnen die Ergebnisse des Projekts neue Wege für die Therapie dieser Krankheiten und die Linderung ihrer Symptome. Das erfolgreiche Ergebnis des Projekts legte so den Grundstein für zukünftige Kooperationen in der Adenovirusforschung.

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Schlüsselwörter

Adenovirus, ADVANCE, Rezeptoren, Onkolytika, Immunantwort
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