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Zusammenarbeit von Pharmaindustrie und Hochschulen zum Thema Tuberkulose

Eine Zusammenführung öffentlich-privater Forschungsressourcen hat drei jungen Forschern den Vorteil einer erstklassigen Weiterbildung in Konzeption und Produktion neuer Wirkstoffe gegen Tuberkulose (TB) verschafft.
Zusammenarbeit von Pharmaindustrie und Hochschulen zum Thema Tuberkulose
Das Projekt OPENMEDCHEM (Medicinal chemistry open innovation doctorates) vereinte im Rahmen einer Initiative der Innovative Training Networks - European Industrial Doctorates (ITN-EID) den Industriegiganten GlaxoSmithKline und die Universität Antwerpen.

Die Nachwuchsforscherinnen und -forscher (ESRs) wählten auf Grundlage von Bewertungen antimykobakterieller Potenziale und der „Wirkstoffähnlichkeit“ fünf vielversprechende Verbindungsfamilien aus. Eine Analyse der Zusammenhänge zwischen Struktur und Aktivität ergab zwei Familien mit dem höchsten Potenzial für weitere Untersuchungen und zur Herstellung von Hybridverbindungen, die im Endeffekt wegweisende therapeutische Moleküle ergeben würden.

Zum Projektabschluss hatte man alle Verbindungen umfassend charakterisiert, woraus sich große Sätze an nützlichen chemischen und biologischen Daten ergaben. Diese Datensätze beinhalten die in vitro vorliegende antimykobakterielle Potenz und eine Reihe physikalisch-chemischer, biopharmazeutischer und toxikologischer Eigenschaften. Die vielversprechendsten Verbindungen wurden auf Resistenz getestet, und ein Molekül wurde innerhalb eines Mausmodells für Atemwegs-TB untersucht.

Alle Nachwuchsforscherinnen und -forscher führten an einer Auswahl ihrer Verbindungen mittels moderner konfokaler Mikroskopieauslesung einen Intramakrophagen-Assay durch, wobei man die Vorteile der Partnerschaft zwischen Industrie und Hochschule hervorhob. Bei diesem Assay werden bei Menschen und anderen Tieren die TB-Bazillen schnell von diesen weißen Blutkörperchen aufgenommen. Im Vergleich zu den besten Elternverbindungen und mit Zytotoxizitätsdaten zeigte keines der Hybridmoleküle eine bessere Wirksamkeit. Das Projekt stellte daher die Forschung an einer der vielversprechenden Familien ein.

Man ermittelte in allen Richtungen biochemische Ziele im Zusammenhang mit der TB-Erkrankung, die durch den Erreger Mycobacterium tuberculosis verursacht werden. Für eines dieser Ziele, die Methionin-Aminopeptidase, stehen die Resultate der Validierungsexperimente noch aus.

Insgesamt erkundete man im Rahmen des OPENMEDCHEM-Projekts vier neue Klassen von Mitteln gegen Mykobakterien. Mit ihrem Potenzial als Grundlage von Wirkstoffforschungsprogrammen kann diese riesige Informationsplattform von der Industrie und akademischen Institutionen genutzt werden. Insbesondere eine Verbindung verfügt über das Potenzial für eine Lead-Optimierungs-Evaluierung. Über rund ein Drittel der Daten wurde in wissenschaftlichen Zeitschriften berichtet und der verbleibende Teil steht zur Veröffentlichung an. Da mit neuen unheilbaren, multiresistenten Stämmen einhergehende Tuberkulose eine große Bedrohung für das Gesundheitswesen darstellt, wird unsere Gesellschaft insgesamt von dieser Forschung profitieren.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

akademische Welt, Tuberkulose, Arzneimittel, Wirkstoff, TB, OPENMEDCHEM, Industrie
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