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Wirksame Rechte und gesetzliche Umsetzung  

Eine Forschungsstudie untersuchte die unterrepräsentierte Rolle von Gewerkschaften im Hinblick auf die gesetzlichen Rechte zu Geschlecht, Rasse und andere Formen der Diskriminierung. Es befasste sich mit Schlüsselfragen der Rechtsdurchsetzung sowie mit dem Potenzial und den Einschränkungen der reflexiven Regulierung. 
Wirksame Rechte und gesetzliche Umsetzung  
Das EU-finanzierte Projekt TUDISMO (Trade unions, discrimination and legal mobilization: Making rights effective) führte eine grenzüberschreitende und interorganisatorische vergleichende Analyse der gesetzlichen Mobilisierungen durch, die von Gewerkschaften zur Bekämpfung der Diskriminierung in Frankreich und im Vereinigten Königreich zwischen 1970 und 2016 gemacht wurden. Bei dieser Arbeit bediente man sich einer Vielzahl von qualitativen Methoden wie etwa sekundäre Quellen, Dokumentationsquellen und halbstrukturierte Interviews.

Empirisches Material wurde verwendet, um das Potenzial und die Fallstricke bei der Umsetzung von Beschäftigungs- und Antidiskriminierungsgesetzen in den beiden Ländern zu beleuchten. Die Informationen deuteten darauf hin, dass es viele von den Gewerkschaften unterstützten Forderungen gibt und dass ihre Zahl im Laufe der Zeit in beiden Ländern erheblich gewachsen ist.

Die Forscher fanden auch heraus, dass kollektive Rechtsstreitigkeiten, auch vor europäischen Gerichten, ein sehr ungewöhnliches Handlungsrepertoire für Gewerkschaften bleiben. Ein Grund dafür könnte mit den Schwierigkeiten zusammenhängen, die Gewerkschafter mit rechtlichen Konzepten haben, insbesondere im europäischen Recht, um diskriminierende Beschäftigungspraktiken in Frage zu stellen.

Machtbeziehungen am Arbeitsplatz haben Einfluss auf die Form von Mobilisierungsrechten der Gewerkschaften. Die widerstrebende Haltung von Gewerkschaften gegenüber Prozessen, wird in der Befürchtung offensichtlich, dass Rechtsstreitigkeiten die Flexibilität der Arbeitgeber erhöhen oder sie dazu zwingen könnten, auf Arbeits- und Dienstleistungsabbau zurückzugreifen. Sie zeigt auch die Schwierigkeiten, denen Gewerkschaften bei der Vertretung der konkurrierenden (geschlechtsspezifischen) Interessen ihrer vielfältigen Mitglieder gegenüberstehen können. Die Forscher fanden heraus, dass organisatorische Reaktionen auf Rechtsnormen im breiteren Kontext der Dynamik von Beschäftigungsverhältnissen verstanden werden müssen.

Die Ergebnisse zeigen einen großen Unterschied zwischen den beiden Nationen. Der Staat Frankreich unterstützt die Förderung einer sozialen Dialogkultur. Die Arbeitgeber haben also den Anreiz, sich formell mit den Gewerkschaften auseinanderzusetzen, um Rechtsnormen und Regeln durch Tarifverhandlungen am Arbeitsplatz umzusetzen und zu schaffen. Im Vereinigten Königreich sind die Gewerkschaften jedoch schwach, wenn es um den politischen Entscheidungsprozess geht. Beide Beispiele heben hervor, wie gesetzliche Mobilisierung bestehende Überzeugungen zu Arbeit, Gewerkschaften und Geschlecht herausfordern kann.

Die Ergebnisse von TUDISMO können zu akademischen und öffentlich-rechtlichen Debatten über die Bedingungen beitragen, unter denen gesetzliche Rechte Sinn und Wirkung haben.
 
 

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Schlüsselwörter

Gewerkschaften, Diskriminierung, TUDISMO, Beschäftigung, legale Mobilisierung  
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