Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

FP7

SPIRIT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 625488
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich
Bereich: Gesellschaft

Wie das Gehirn sein soziales Selbst darstellt    

Forscher haben die kognitiven Prozesse und neuronalen Mechanismen untersucht, die den Einflüssen zugrunde liegen, die Selbsttranszendenz und Spiritualität auf soziale Wahrnehmung und Empathie haben.     
Wie das Gehirn sein soziales Selbst darstellt    
Die Darstellung unserer eigenen geistigen Ereignisse und der anderer hängt mit der Abbildung von inneren körperlichen Zustände zusammen, die als Verkörperung bezeichnet werden. Der Mensch hat außerdem die Fähigkeit, Körperwahrnehmungen und Handlungen zu transzendieren, was durch den Begriff der Selbsttranszendenz ausgedrückt wird. Er kann Selbstbilder in Szenarien projizieren, die für die Sinne nicht ganz transparent sind: dies ist seine Spiritualität. Das EU-finanzierte Projekt SPIRIT (Spiritual brains and embodied minds: Neural bases of self-transcendence and empathy) sammelte eine Reihe von expliziten Messungen von Spiritualität und Empathie und schuf neue implizite Maße für die gleichen Konstrukte.
 
Die Forscher nutzten Achtsamkeit und Yoga sowie Spiritualität und Religion, um Selbsttranszendenz zu repräsentieren. Sie verglichen die Auswirkungen von Yoga- und Achtsamkeitspraktiken auf die Fähigkeit, Emotionen in den Gesichtern und Körper der Menschen zu erkennen. Den Ergebnissen zufolge zeigte sich, dass Yoga die Erkennung des Gesichts steigert, aber nicht von körperlichen emotionalen Ausdrücken wie bei Baseline- und Achtsamkeitspraktiken. Es gab keine Effekte bei einer Gender-Erkennungsaufgabe.
 
In einer Follow-up-Studie verglichen die Forscher von SPIRIT die Auswirkungen einer anderen Achtsamkeitspraxis mit Yoga bei Personen, die vorherige Erfahrung mit Achtsamkeit hatten sowie Personen ohne Erfahrungen in dem Bereich. Die Praxis umfasst das Dezentrieren von Gedanken. Die Ergebnisse zeigen, dass die Dezentrierung im Vergleich zur verkörperten Praktiken unterschiedliche Effekte auf die Emotionserkennungsfähigkeiten induzieren kann.
 
In Kombination zeigen die Ergebnisse, dass Emotionserkennungsfähigkeiten sogar durch kurze Verkörperungs- oder Dezentrierungsinduktionen verstärkt werden können. Dies unterstreicht die Auffassung, dass die soziale Wahrnehmung zumindest teilweise auf verkörperte Darstellungen angewiesen ist.
 
Die Art und Weise, wie Menschen ihre transzendentale Natur repräsentieren, beeinflusst, wie sie die Emotionen anderer wahrnehmen und verkörpern. Diese Forschung vermittelt Einblick in die Bereiche Spiritualität, Selbsttranszendenz und verkörperte soziale Kognition.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Selbst-Transzendenz, Spiritualität, soziale Wahrnehmung, Empathie, SPIRIT, Achtsamkeit 
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben