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Der Weg der Türkei zum EU-Beitritt und seine Auswirkungen auf die regionale industrielle Entwicklung 

Eine EU-Initiative befasste sich mit der Frage, wie der Beitrittsprozess der Türkei seit Mitte der neunziger Jahre die regionale Verteilung der verarbeitenden Industrie prägte.
Der Weg der Türkei zum EU-Beitritt und seine Auswirkungen auf die regionale industrielle Entwicklung 
Das EU-finanzierte Projekt SECONDARY CITIES-EU (Secondary cities of Europe: The case of regional industrial development in Turkey) untersuchte den Zusammenhang zwischen den Bemühungen der Türkei um einen EU-Beitritt und Europas industrieller Transformation. Der Schwerpunkt lag auf drei Städten, die während dieser Zeit ein massives industrielles Wachstum erlebt haben: Denizli, Gaziantep und Kayseri.
 
Die Projektpartner begannen mit einer Befragung von Vertretern von Regierungsstellen, der Bewertung wichtiger strategischer Dokumente und der Bereitstellung einer Inhaltsanalyse. Danach befragten sie Vertreter von Industriekammern, regionalen Entwicklungsagenturen, des Gouverneursbüros und der Gemeinden in den drei Städten. Dies diente der Sammlung von Daten über die Industrieanlagen in jeder Stadt.
 
Die Forscher führten auch Interviews mit Vertretern der größten Industrieunternehmen und ihrer Tochtergesellschaften in diesen Städten durch. Insgesamt lieferten 142 Befragte Informationen über die Geschäfts-, Produktions- und Beschäftigungsverfahren dieser Unternehmen.
 
Auf der Grundlage der Ergebnisse wurden drei Faktoren als Schlüssel für die überlegene industrielle Leistung der Städte festgestellt. Erstens bot ihnen ihr industrieller Hintergrund besondere Vorteile hinsichtlich Humanressourcen und Infrastruktur. Diese Städte hatten bereits vor den 1980er Jahren wichtige Industrieobjekte, darunter Textilanlagen, Zuckerraffinerien und Zementfabriken. Zweitens genossen sie gewisse Vorteile aufgrund ihrer Lage. Zuletzt hat die ländlich-städtische Migration nach den 1980er Jahren einer neuen Unternehmerklasse geholfen, die industrielle Basis der Städte auszuweiten.
 
In den letzten zehn Jahren übernahmen die Städte drei neue Rollen innerhalb globaler industrieller Beziehungen. Die energieintensive Produktion nach der Krise von 2008 blühte auf, kapitalintensive Sektoren wuchsen schneller als arbeitsintensive und arbeitsintensive Sektoren wuchsen durch vertikale Integration. Diese Entwicklungen führten zu Spannungen innerhalb lokaler Lieferketten.
 
Die Ergebnisse wurden in einer Monographie, vier Peer-Review-Artikeln, sieben Buchkapiteln und drei Forschungsberichten veröffentlicht. Außerdem wurden sie auf verschiedenen Konferenzen, Workshops und in Gastvorträgen präsentiert.
 
Das Team von SECONDARY CITIES-EU erweiterte den Wissensstand bei der Bewertung der industriellen Politikorientierungen der Türkei, der industriellen und städtebaulichen Dynamik ihrer drei blühenden Städte und der Geschäfts- und Produktionsmethoden ihrer größten Produktionsunternehmen. 

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Türkei, regionale industrielle Entwicklung, Fertigung, SECONDARY CITIES-EU 
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