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Eltern erhalten Unterstützung bei Schaffung von Möglichkeiten der sozialen Teilhabe für gehörlose Kinder

Wissen und Unterstützung ermöglichen es Eltern, eine positive Identität für ihre tauben oder schwerhörigen Kinder zu erschaffen.
Eltern erhalten Unterstützung bei Schaffung von Möglichkeiten der sozialen Teilhabe für gehörlose Kinder
Das EU-finanzierte CDEVEM-Projekt hat daran gearbeitet, den Eltern Entscheidungen in Bezug auf Betreuung, Bildung und Familienleben für ihr taubes Kind sowie darauf zu erleichtern, wie sie die soziale Teilhabe ihres Kindes unterstützen können. Der Studienansatz beinhaltete nicht den Begriff der „normalen Entwicklung“, sondern konzentrierte sich auf die Chancen, an denen Kinder im Zusammenhang mit Bildung, Freizeit, Familienleben, unabhängig davon, was in der Gesellschaft als „normal“ gilt, teilhaben können. Dazu gehören Kinder, die Gebärdensprache als erste Sprache sowie Kinder, die zusätzlich zu ihrer Schwerhörigkeit mehrfachbehindert sind.

Aufbauend auf einer Studie von 2012 über von Eltern ergriffene Maßnahmen und Erfahrungen in Hinsicht auf taube und schwerhörige Kinder erforschte das Projekt die Entscheidungen der Eltern über einschlägige Betreuung. Man untersuchte außerdem, auf welche Weise damit in Verbindung stehende Organisationen diese Entscheidungen beeinflussten, wobei auch der Beitrag der Eltern, der gehörlosen Kinder selber und ihrer Lehrkräfte berücksichtigt wurde.

Das Projektteam traf sich in Island mit Interessengruppen und führte 20 Interviews durch, um zu prüfen, wie Eltern Entscheidungen in Bezug auf Betreuung, Bildung und Familienleben für ihr taubes Kind treffen und auf welche Weise sie die soziale Teilhabe ihres Kindes unterstützen. So konnten Empfehlungen für im Bereich Frühförderung tätige Fachkräfte verfeinert und in namhaften Zeitschriften Artikel veröffentlicht werden.

CDEVEM hob den Zugang zu Wissen und Informationen hervor, der zentrale Bedeutung hat, damit Eltern Entscheidungen über Bildung, Hilfsmittel, Rehabilitationsbetreuung und Therapie treffen können. Eltern, die sich aktiv mit dem Zusammenwirken mit diversen Interessengruppen beschäftigten und professionell bewertete Diskurse über das Wohl ihres Kindes verfolgten, erhielten tendenziell einen besseren Zugang zu Fachleuten und Wissen zu diesem Thema.

Zweitens ist die Schaffung von Möglichkeiten für die Eltern, führend bei der Umsetzung von Entscheidungen im Zusammenhang mit Betreuung, Bildung und Familienleben zu wirken, wichtig für sie, um beeinflussen zu können, welche Bedeutung der Taubheit oder Schwerhörigkeit ihres Kindes beigemessen wird. Zum Beispiel können Eltern Unterstützung dabei geben, die Wahl der Unterbringung an einer Schule zu verbessern, sowie Flexibilität bei der Neubewertung oder bei Veränderungen einbringen, wenn diese nötig sind.

Die bei den Eltern liegende Möglichkeit, für Unterstützung und Zusammenarbeit zuständig zu sein, anstatt die Verantwortung an Fachleute abzugeben, kann gleichermaßen im Interesse des Kindes sein. CDEVEM stellte eindeutig unter Beweis, auf welche Weise die Identität von tauben oder schwerhörigen Kindern in Abhängigkeit von den Beziehungen der Eltern zu Wissen und Fachleuten auf diesem Gebiet gesellschaftlich konstruiert wird.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Eltern, gehörlose Kinder, schwerhörig, CDEVEM, Taubheit
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