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Präzisionsmedizin für Blasenkrebs

Blasenkrebs ist eine weit verbreitete bösartige Tumorerkrankung, an der weltweit Millionen Menschen leiden. Hohe Rezidivraten nach Behandlung erfordern ein aktives Überwachungsregime für Blasenkrebspatientinnen und -patienten.
Präzisionsmedizin für Blasenkrebs
Klinisches Management und Monitoring von Blasenkrebs nach chirurgischen Eingriffen wird traditionell mittels Urinanalyse, Zytologie und Zystoskopie durchgeführt. Bei der Zystoskopie handelt es sich jedoch um ein invasives und unangenehmes Verfahren. Außerdem müssen neue Tumoren nicht zwangsläufig an der selben Stelle auftreten. Aufgrund dessen sind neue, nichtinvasive, aber in hohem Maße sensible Tests erforderlich.

Mit dem Aufkommen der Omik-Technologien wurde die Art und Weise revolutioniert, wie wir die Pathophysiologie einer Krankheit verstehen, und das verbunden mit der Fähigkeit, das Profil wesentlicher Bruchstücke molekularer Einheiten aus dem Genom bis in den Metabolombereich nachzuverfolgen. Auf diese Weise kann die Ermittlung von Erkrankungsbiomarkern für personalisierte Diagnostik und Therapie erleichtert werden.

Das von der EU finanzierte Projekt DIPROMON (Multimodular biomarker analysis workflow for diagnosis, prognosis and monitoring of drug treatment response in bladder cancer) arbeitete an der Ermittlung eines molekularen Profils, das die Wahrscheinlichkeit des Rezidivs und die Invasivität des Blasenkrebses vorhersagen könnte, sowie an der Bereitstellung eines prognostischen Indikators für die Wirksamkeit der Therapie.

Zu diesem Zweck führten die Projektpartner eine Metaanalyse von Daten aus verschiedenen Transkriptom-, Proteom- und Metabolomstudien sowie aus der Literatur über individuelle molekulare Merkmale von Blasenkrebs durch. Insgesamt ergaben ihre Anstrengungen einen Satz von 1 300 Molekülen, die mit Blasenkrebs in Verbindung stehen. Diese wurden anschließend einem Protein-Interaktionsnetzwerk zugeordnet und mit spezifischen molekularen Signalwegen assoziiert.

Im nächsten Schritt wählten die Forscher repräsentative Biomarkerkandidaten für jeden molekularen Prozess aus, der an der progressiven Erkrankung beteiligt war, und setzten dieses Panel ein, um Assays und Analysen auf Zellbasis zu entwickeln. Zusammen mit Spezialsoftware wurde diese Rahmenumgebung angewandt, um das Risiko auf Rezidiv und des Fortschreitens der Erkrankung abzuschätzen.

Die Forscher bestätigten diese auf Biomarkern basierende Krankheitsklassifizierung und Patientenstratifizierung anhand einer unabhängigen Studie und wiesen deren Eignung zur Erfassung des Geschehens rund um eine Wiedererkrankung an Blasenkrebs nach. Zudem versetzte der Ansatz die Wissenschaftler in die Lage, die Wirksamkeit spezieller Arzneimittel zu analysieren.

Insgesamt verbessern die DIPROMON-Diagnoseverfahren die diagnostische Genauigkeit für Blasenkrebs und stellen eine solide Grundlage für die klinische Entscheidungsfindung dar. Zudem wird die nichtinvasive Beschaffenheit der Tests die Compliance verstärken und die Umsetzung einer Überwachung des Ansprechens auf die Therapie ermöglichen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Blasenkrebs, Omik-Wissenschaften, Biomarker, DIPROMON, Patientenstratifizierung
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