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Wie sich Umweltveränderung auf Flusssysteme auswirken

Hydromorphologie betrachtet die Art und Weise, wie Wasser mit Sedimenten in Wechselwirkung tritt, und wie es mit anderen Elementen des Gesamtsystems wie beispielsweise dem durch menschliche Aktivitäten und den Klimawandel entstehenden Druck interagiert. Eine multidisziplinäre EU-finanzierte Initiative hat den Zusammenhang zwischen erosiven Prozessen und Hydromorphologie im Kontext der integrierten Bewirtschaftung von Flusseinzugsgebieten überprüft.
Wie sich Umweltveränderung auf Flusssysteme auswirken
Da die Bevölkerung wächst und die Auswirkungen des Klimawandels zunehmen werden, müssen die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse darüber vermehren, wie sich dies auf Fluss- und Gewässersysteme auswirken wird. Das Projekt FLUMEN erforschte die ökologischen und morphologischen Merkmale von Flussbetten, indem man Erosionsprozesse, Sedimenttransports und -ablagerung unter wechselnden Randbedingungen untersuchte, die durch sozioökonomische und klimawandelspezifische Szenarien beschrieben wurden.

Die Auswirkungen dieser Veränderungen auf Gewässersysteme überprüfte man in verschiedenen räumlichen und zeitlichen Größenordnungen, wobei das Flussbett und das zugehörige Böschungssystem spezielle Schwerpunkte waren. Die Forscher untersuchten die Evolution des Flusssystems im Zeitverlauf und simulierten Zukunftsszenarien.

Neue innovative Verfahren einschließlich Fernerkundung, Luftaufnahmen, GPS und statistische Analysen wurden entwickelt und eingesetzt, um die verschiedenen Prozesse zu quantifizieren.

Die Projektpartner stellten außerdem eine gemeinsame Infrastruktur zur Speicherung und Verwaltung von Umweltdaten von einem Testgelände zur Verfügung, indem man eine WebGIS-Datenbank zum Zugreifen auf Daten über die Internetseite des Projekts erstellte. Ebenfalls wurden verschiedene Methoden gesammelt und angewandt, um Böschungs- und Flussdynamik in Hinsicht auf Abfluss- und Sedimenthaushalt zu bewerten.

Dieser Werkzeugkasten kam bei der Feldforschung zum Einsatz. Mit seiner Hilfe entwickelte man Modelle zur Überwachung und Bewirtschaftung von Flussbettsystemen mit Hangneigung. FLUMEN untersuchte Prozesse an Böschungen wie beispielsweise Bodenerosion und Hangrutschungen anhand verschiedener eurasischer Gewässersysteme. Hierzu gehörten Gebirgsflüsse in Schweden und auf der russischen Halbinsel Kamschatka, Tieflandflüsse in Polen und rund um den Baikalsee sowie Böschungssysteme und kleine Flusseinzugsgebiete in Italien und Rumänien.

Zum Abschluss wurden die Sedimentquellen im Einzugsgebiet ermittelt und für spezielle Teileinzugsgebiete zugeordnet sowie der Beitrag aus jedem Quellbereich quantifiziert, indem man Fernerkundungsdaten und weitere Daten unter Einsatz einer Rahmenumgebung aus geografisches Informationssystemen (GIS) verarbeitete. Auch Daten über den Sedimenttransport wurden verarbeitet, um den Beitrag jedes Teileinzugsgebiets und den berechneten Sedimenthaushalt zu bestimmen.

FLUMEN hat Wissen weitergegeben, neue Herangehensweisen entwickelt und sie in verschiedenen Umgebungen angewandt.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Flusssysteme, Hydromorphologie, Sediment, Wassereinzugsgebiet, FLUMEN
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