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H2020

METALLICA — Ergebnis in Kürze

Project ID: 781060
Land: Österreich
Bereich: Industrie

Null-Abfall-Strategie für das Recycling von Elektronikausrüstung

Es ist davon auszugehen, dass Elektronikausrüstung in der EU bis zum Jahr 2020 mehr als 12 Millionen Tonnen Abfall verursachen wird. Das METALLICA-Projekt wurde eingerichtet, um aus dieser Situation mithilfe eines innovativen metallurgischen Verfahrens Nutzen zu ziehen, bei dem die Kohlenstoffbilanz verringert, Gesundheitsgefahren gesenkt und die Ressourceneffizienz gesteigert wird.
Null-Abfall-Strategie für das Recycling von Elektronikausrüstung
Die Bandbreite der Materialien und Komponenten, die im Rahmen von Initiativen bezüglich Elektro- und Elektronik-Altgeräten (EEAG) verarbeitet werden, ist komplex. Da manche dieser Abfälle gefährlich sind, wenn sie nicht ordnungsgemäß verarbeitet werden, können Risiken für Umwelt und Gesundheit entstehen.

Gleichzeitig basieren moderne Elektronikgeräte häufig auf teuren und knappen Ressourcen, wie Edelmetallen, die derzeit durch Abfallaufbereitung mittels Verbrennung, Deponierung oder Ausfuhr hohe Verluste verursachen.

Das von der EU finanzierte METALLICA-Projekt hat eine Verarbeitungstechnologie entwickelt, bei der neben einem kundenspezifischen metallurgischen Verfahren auch Innovationen im Bereich Schmelzöfen mit neuen Abscheidungs- und Verfeinerungsverfahren kombiniert werden. Zusammengenommen steigert diese Abfalllösung die Effizienz und sorgt sich zugleich um die gefährlichen Emissionen, die entstehen. Sie hilft zudem bei der Rückgewinnung von Edelmetallen und erzeugt ihre eigene elektrische Leistung.

Extraktion reiner Metalle aus Elektronikabfall

Die Verarbeitung nichteisenhaltiger Metalle innerhalb des EEAG-Recyclings ist eng mit der Kupfermetallurgie verknüpft, in der gedruckte Leiterplatten und ähnliche sekundäre Rohstoffe mit anderen Ausschuss- und/oder Primärmetallen vermischt werden.

Wie Dr. Stefan Konetschnik, Koordinator des METALLICA-Projekts, zusammenfasst, besteht die Herausforderung darin, dass die „nicht ordnungsgemäße Aufbereitung zu Emissionen gefährlicher Stoffe, wie Halogeniden, Schwermetallen, Dioxinen oder Stickoxiden führt. Die Aufbereitung wird nicht nur immer schwieriger, sondern zugleich wird auch der Wert der Inhalte verringert, wodurch die Recycling-Initiativen immer komplizierter werden.“

Die METALLICA-Lösung, die von UrbanGold entwickelt wurde, umfasst einen neuartigen Schmelzofen, der bis zu 100 % der Konzentrate aus Elektronik-Abfall verarbeiten kann, so dass keine Dilution mehr erforderlich ist. Das ist möglich, weil der Schmelzbehälter mit einer speziellen Kühl- und Einspritztechnologie ausgestattet ist und ein besonderes Augenmerk auf die Abgasreinigung gelegt wird. Mit diesem Verfahren können Grund- und Edelmetalle zusammen mit kritischen Rohstoffen in Übereinstimmung mit den EU-Umweltstandards extrahiert werden.

Die Ergebnisse der vorbereitenden Marktanalyse haben Dr. Konetschnik darin bestärkt. Er erklärt: „Unsere Forschung zeigt, dass Europa über die fortschrittlichste Infrastruktur zur Sammlung und Behandlung von Abfällen weltweit verfügt, und wir sind sicher, dass unsere Technologie den nächsten Schritt zu höheren Recyclingraten ermöglicht, während Deponien und Abfallverbrennung immer weniger werden.“

Ein hochmodernes, industrielles Umweltsystem

Es besteht der allgemeine Irrglaube, dass Elektronikabfall gleichzusetzen ist mit PCB-Ausschuss, doch dieser macht tatsächlich nur rund 5 % des gesamten Elektronikabfalls aus; der verfügbare Markt ist sehr groß und wächst schnell, da Verbraucherelektronik, wie Fernsehgeräte, Telefone und Kühlschränke, zunehmend zu Wegwerfprodukten werden.

Die METALLICA-Technologie bietet eine Möglichkeit, die Recyclingrate von Elektronikabfall zu erhöhen und trägt damit vor dem Hintergrund des Nachhaltigkeitsgedankens zur Kreislaufwirtschaft bei. Dr. Konetschnik fasst zusammen: „Anstatt Abfall zu exportieren und Rohstoffe zu importieren, können wir unsere eigenen recycelten Ressourcen besser nutzen. Doch neben der Tatsache, dass die europäischen Bürger in Sachen Gesundheit und Umwelt von dieser nahezu Null-Abfall-Strategie profitieren, werden die Menschen auch dadurch gewinnen, dass Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn unser Werk gebaut und in Betrieb genommen wird.“

Derzeit konzentriert sich das Team darauf, die Technologie auf den Markt zu bringen. Das erste UrbanGold-Werk wurde bereits verkauft und wird Ende 2018 außerhalb Europas seinen Betrieb aufnehmen. Der nächste Schritt besteht in der Einberufung eines Konsortiums, um die erste vollumfängliche Anlage in Mitteleuropa in Betrieb zu setzen.

Schlüsselwörter

METALLICA, Elektronikabfall, Recycling, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit, Edelmetalle, Verbrennung, Deponierung, Gefahr, Emissionen, Schmelzen
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