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H2020

PROF-TRAC — Ergebnis in Kürze

Project ID: 649473
Gefördert unter: H2020-EU.3.3.7.
Land: Niederlande
Bereich: Industrie

Neue Plattform liefert Schulungsressourcen für den Bau von Niedrigstenergiegebäuden

Bauexperten können nun ihre Kompetenzen im Bereich Energieeffizienz mithilfe einer neuen EU-finanzierten Online-Plattform verbessern. Auf diese Weise werden Schulungsunterlagen frei zur Verfügung gestellt, um Architekten, Ingenieuren und anderen Fachleuten dabei zu helfen, energieeffiziente Gebäudeplanungen zu entwerfen und umzusetzen.
Neue Plattform liefert Schulungsressourcen für den Bau von Niedrigstenergiegebäuden
Das Projekt PROF/TRAC (PROFessional multi-disciplinary TRAining and Continuing development in skills for NZEB priciples) entwickelte eine offene Trainingsplattform, die kostenlos genutzt werden kann und laufend aktualisiert wird. Sie umfasst ein freiwilliges EU-weites Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramm, das auf nationaler Ebene an spezifische Bedürfnisse angepasst werden kann, sowie Informationen über die Berufsprofile, die für den Bau von Niedrigstenergiegebäuden erforderlich sind. Die Plattform bietet zudem kostenlose Selbstbewertungsinstrumente für Fachleute, die ihre Kompetenzen bewerten und Wissenslücken identifizieren sollen, sowie Schulungsprogramme für Ausbilder und Webinare.

„Es handelt sich hierbei um eine Datenbank für Schulungsunterlagen“, erklärt PROF/TRAC-Projektkoordinator Dr. Peter Op 't Veld von Huygen Installatie Adviseurs in den Niederlanden. „Im ersten Schritt können Bauexperten unsere Methodik zur Erfassung ihrer Kompetenzen und Identifizierung von Ausbildungslücken nutzen. Im zweiten Schritt wählen sie dann die Unterlagen aus, die am besten zu ihnen passen.“ Die Plattform wurde im Februar 2018 fertiggestellt und wird bereits von mehreren EU-finanzierten H2020-Projekten wie BIMplement und TripleA-reno als wertvolles Fortbildungsmittel anerkannt.

Höherqualifizierung von Fachleuten

Das PROF/TRAC-Projekt wurde 2015 ins Leben gerufen, um der Notwendigkeit nachzukommen, Bauexperten wie Architekten und Ingenieure zur Errichtung und Sanierung von Niedrigstenergiegebäuden zu qualifizieren. „PROF/TRAC ging aus einem früheren Projekt hervor, im Rahmen dessen wir Schulungsunterlagen erstellt haben, die speziell auf die Förderung des interdisziplinären Designs von Niedrigstenergiegebäuden ausgerichtet waren“, so Op 't Veld. „Was jedoch fehlte, waren Instrumente zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den sogenannten mittleren und höheren Angestellten wie Architekten und Ingenieuren.“

Das Ziel des Projekts bestand daher darin, Kurse zu entwickeln, die die architektonischen Prinzipien von Niedrigstenergiegebäuden zum Beispiel mit den Herausforderungen im Maschinenbau verbinden. Zu diesem Zweck arbeitete das Projektteam mit drei wichtigen europäischen Dachorganisationen zusammen: dem Architects Council of Europe (ACE); der Federation of European Heating, Ventilation and Air Conditioning Associations (REHVA, die Ingenieure im Bereich Gebäudeausrüstung vertritt); und Housing Europe, dem europäischen Verband öffentlicher und kooperativer Sozialwohnungs-Unternehmen. „Housing Europe erkannte an, dass Gebäudeverwalter für die Betriebsphase von Niedrigstenergiegebäuden sowie für die Instandhaltung und Beschaffungswirtschaft geschult und qualifiziert werden sollten“, so Op 't Veld.

Kompetenzlücken schließen

Das Projekt begann mit der Entwicklung einer effektiven Methodik zur Abbildung der für den Bau von Niedrigstenergiegebäuden benötigten beruflichen Kompetenzen. Dieses Vorgehen war ausschlaggebend, um Qualifikations- und Wissenslücken zu identifizieren, die dann durch die Entwicklung von Schulungsprogrammen geschlossen werden konnten.

Anschließend wurden im Rahmen des Projekts europäische Qualifikationsprogramme für Fachkräfte im Bereich der Niedrigstenergiegebäude erarbeitet. „Daran wurde während des gesamten Projekts gearbeitet und es stellte die letzte Aufgabe dar, die es zu bewerkstelligen galt“, erklärt Op 't Veld.

Das Projekt führte auch Schulungen für Ausbilder durch. „Wir verfolgten den Ansatz, die Ausbilder zu schulen, statt große Schulungssitzungen abzuhalten“, fügt Op 't Veld hinzu. „Die Idee ist, dass diese ausgebildeten Experten schließlich in der Lage sein werden, nationale Kurse zu entwerfen und Schulungen auf nationaler Ebene durchzuführen. Diese Ausbilder werden als Botschafter des PROF/TRAC-Projekts fungieren und eine Art Schneeballeffekt erzeugen, indem immer neue Schulungen initiiert werden.“

Insgesamt fanden fünf Schulungseinheiten mit Mitgliedern von nationalen Ablegern der an PROF-TRAC beteiligten architektonischen und technischen Dachorganisationen statt. Während der ersten drei Präsenzsitzungen wurden rund 70 Ausbilder von REHVA und ACE erfolgreich geschult, die daraufhin erste nationale Programme durchführten und rund 900 Personen im Rahmen von sechs nationalen Pilotprojekten weiterbildeten. Eine Liste zertifizierter PROF/TRAC-Ausbilder und Ausbildungsorganisationen in ganz Europa kann auf der Plattform eingesehen werden. Zwei weitere Schulungseinheiten fanden in Form von Online-Webinaren statt.

„Die auf der PROF/TRAC-Plattform verfügbaren Schulungsunterlagen und -ressourcen werden dazu beitragen, das Qualifikationsdefizit der Fachleute auszugleichen und die Managementkapazität zur Unterstützung von Innovation und nachhaltiger Energienutzung in Gebäuden zu erhöhen“, so Op 't Veld abschließend.

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Schlüsselwörter

PROF/TRAC, Bau, Gebäude, Weiterbildung, Niedrigstenergiegebäude, Energie, Architekten, Ingenieure
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