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H2020

Train-to-NZEB — Ergebnis in Kürze

Project ID: 649810
Gefördert unter: H2020-EU.3.3.7.
Land: Bulgarien
Bereich: Industrielle Technologien

Förderung einer praxisorientierten Schulung zum Thema Energieeffizienz

Das EU-finanzierte Train-to-NZEB-Projekt schaffte in fünf mittel- und osteuropäischen Ländern erstklassige Schulungseinrichtungen für Energieeffizienz sowie innovative neue Lehrprogramme. Auf diese Weise soll es der nächsten Generation von Bauexperten ermöglicht werden, die nötigen Kompetenzen und das erforderliche Fachwissen zu entwickeln, um die wachsende Nachfrage nach Niedrigstenergiegebäuden zu befriedigen.
Förderung einer praxisorientierten Schulung zum Thema Energieeffizienz
Die Schulungszentren – oder Wissensvermittlungszentren – sind Teil eines wachsenden internationalen Netzwerks, das theoretischen Unterricht mit praktischen Übungen verbindet. Das Netzwerk zielt zudem darauf ab, das Interesse und die Bekanntheit von Niedrigstenergiegebäuden zu erhöhen und die Marktnachfrage nach optimaler Energieeffizienz bei neuen Gebäuden und Sanierungen zu stimulieren.

„Auf nationaler Ebene werden momentan neue Standards für Niedrigstenergiegebäude entwickelt“, erklärt Projektkoordinator Dr. Dragomir Tzanev vom Zentrum für Energieeffizienz EnEffect in Bulgarien. „Die Einhaltung dieser neuen Standards erfordert Änderungen sowohl in der Ausbildung von Konstrukteuren als auch von Baufacharbeitern. Zudem müssen wir die Art und Weise reformieren, wie wir über Gebäude denken, und diese Bewusstseinsänderung muss schließlich bis zu den Endverbrauchern durchdringen. Die Verbraucher sind die echten Reformkräfte in diesem Prozess, da sich eine fehlende Nachfrage des Marktes negativ auf die Nachfrage nach Schulungen auswirkt.“

Während sich das dreijährige Projekt dem Ende neigt, setzen Schulungseinrichtungen in Bulgarien, der Tschechischen Republik, Rumänien, der Türkei und der Ukraine bereits Train-to-NZEB-Kurse in die Tat um. Das ursprüngliche Ziel bestand darin, insgesamt 90 Ausbilder zu schulen – ein Bestreben, das bereits erreicht wurde.

„Darüber hinaus kommen wir unserem nächsten Ziel näher, insgesamt 2 400 Baufacharbeiter, 480 Konstrukteure und 720 Nicht-Experten auszubilden, darunter Staatsorgane, NRO, Medien und Gebäudeverwalter“, so Tzanev. „Ich bin auch sehr stolz darauf, was wir in der Türkei und in der Ukraine erreicht haben. Die Schulungszentren dort leisten wirklich beeindruckende Arbeit.“

Praxiserfahrung

Das Projekt Train-to-NZEB begann im Jahr 2015 mit einer vorläufigen Analyse der vorhandenen Schulungsdefizite sowie mit der Suche nach Lösungen, wie diese am besten überwunden werden könnten. Führende Forschungs- und Schulungseinrichtungen aus Deutschland (Passivhaus Institut) und Irland (Passive House Academy und Limerick Institute of Technology) wurden als ideale Partner für den Wissens- und Erfahrungstransfer ermittelt. „Irland hat viel Erfahrung in der Kombination von klassischen Präsenzschulungen und praktischen Kursen“, erklärt Tzanev. „Praktische Erfahrungen stellen einen wirklich wichtigen Teil des Lernprozesses dar.“

Sowohl Deutschland als auch Irland verfügen über bewährte Zertifizierungsprogramme für Konstrukteure und Handwerker. „Das Angebot einer Vielzahl von Schulungen wird es Schulungseinrichtungen ermöglichen, dem Markt neue Möglichkeiten aufzuzeigen und den unterschiedlichen Schulungsanforderungen gerecht zu werden“, fügt Tzanev hinzu. Schulungen, die auf Baufacharbeiter, Konstrukteure oder Endverbraucher zugeschnitten sind, konzentrieren sich auf grundlegende Konzepte wie Energieeinsparung, Niedrigstenergiegebäude sowie die Umsetzung neuer Baunormen und bieten praktische Erfahrungen im Umgang mit innovativen Materialien und Instrumenten.

Erweiterung des Netzwerks

Tzanev hofft, dass das Netzwerkkonzept von Train-to-NZEB nun weiterentwickelt und ausgebaut wird. Das neue EU-finanzierte Projekt Fit-to-nZEB, das das Netzwerk auch nach Griechenland, Italien und Kroatien bringen soll, wurde kürzlich mit Schwerpunkt auf energieeffizienter Gebäudesanierung gestartet.

„Das Ziel, das hier verfolgt wird, ist Schulungsprogramme auf allen Ebenen anzubieten, angefangen bei Schulabgängern bis hin zu Experten“, so sagt er. „Dieses Projekt führt die Idee von Train-to-NZEB weiter, Programme zu teilen und gemeinsam zu entwickeln, und es zeigt deutlich, dass wir eine Kultur des Austausches aufbauen. Nur so können wir uns verbessern und letztendlich die Anforderungen der Kunden erfüllen.“

Tzanev hofft, dass miteinander vernetzte Schulungseinrichtungen mit zunehmender Bekanntheit mehr Beratungsarbeit für konkrete Bauprojekte leisten werden. Darüber hinaus sagt er voraus, dass integriertes Lernen – eine Kombination aus Online-Fernunterricht mit praktischen Erfahrungen in Schulungszentren und klassischem Unterricht vor Ort – ein wichtiger Bestandteil der Zukunft sein wird. „Denn Schulungen für Fachleute, die in entlegenen Gebieten arbeiten, sind nur durch einen gut geplanten Fernunterricht möglich“, erklärt er. „Indem wir mit so vielen Interessengruppen wie möglich zusammenarbeiten und unser Schulungsangebot erweitern, können wir sicherstellen, dass unser Modell nachhaltig ist.“

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Train-to-NZEB, Energie, Effizienz, Niedrigstenergiegebäude, Gebäude, Bau, Konstrukteure, Baufacharbeiter, Weiterbildung
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