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Nachweis über den Wert des Ökosystems für innovative Wassertechnologien

Europa muss den Herausforderungen in Bezug auf Wasserqualität und Wasserknappheit durch verbesserte Ressourceneffizienz und besseren Naturschutz begegnen. Eine EU-finanzierte Initiative entwickelte einen Rahmen, der die Auswirkungen technischer Lösungen oder Bewirtschaftungslösungen für Süßwasserökosysteme auf Ökosystemdienstleistungen (ÖSD) bewertet.
Nachweis über den Wert des Ökosystems für innovative Wassertechnologien
Das Projekt DESSIN hat eine Methode erarbeitet, um den Wert neuer Ansätze zur Bewältigung von Wasserknappheit und mangelnder Wasserqualität zu ermitteln. Die Methodik von DESSIN zur Bewertung von Ökosystemdienstleistungen (ÖSD) kann die unentgeltlichen Vorteile identifizieren und quantifizieren, die die menschliche Gesellschaft aus der natürlichen Umwelt zieht, wie beispielsweise die Bereitstellung von Bewässerungswasser, und dabei helfen, sie durch neue Technologien oder Maßnahmen zu verbessern.

Darüber hinaus hat DESSIN an fünf Standorten in Europa spezifische technische Lösungen getestet, um die mit der Wasserknappheit und Wasserqualität verbundenen Herausforderungen anzugehen, und den ÖSD-Bewertungsrahmen angewandt, um ihre Vorteile nachzuweisen. Dieser zweigleisige Ansatz zeigt, wie innovative Lösungen im Wasserkreislauf den Wert der von Süßwasserökosystemen erbrachten Dienstleistungen steigern und Entscheidungsträger dabei unterstützen können, fundierte Entscheidungen bezüglich ihrer Auswirkungen auf Gewässer und die Wirtschaft zu treffen.

Die Projektpartner, darunter Wissenschaftler, Wasserbewirtschaftungsorganisationen und Endnutzer, Technologieanbieter und relevante Staatsorgane, prüften und validierten verschiedene innovative Ansätze an fünf Demonstrationsstandorten in ganz Europa mit Schwerpunkt auf Stadtgebieten. „Die Lösungen für einen ressourceneffizienteren und wettbewerbsfähigeren Wassersektor umfassten dezentrale Wasseraufbereitungsanlagen, die Echtzeitsteuerung von Großanlagen, Abwasseraufbereitung sowie die Speicherung von Süßwasser im Grundwasser“, so Projektkoordinator Dr. David Schwesig.

Die an den Demonstrationsstandorten in Deutschland bei Emscher und in Norwegen bei Hoffselva durchgeführten Arbeiten trugen zu ÖSD zur Verbesserung der Wasserqualität im Einklang mit der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bei. Die an Standorten in Griechenland (Athen), Spanien (Llobregat) und den Niederlanden (Westland) entwickelten Initiativen befassten sich mit der Bewältigung von Wasserknappheit.

Bessere Entscheidungsfindung

Der ÖSD-Bewertungsrahmen ermöglicht eine bessere Entscheidungsfindung durch die Quantifizierung von Veränderungen in der Bereitstellung von ÖSD, die Bewertung bestehender und innovativer Verwaltungsmaßnahmen sowie politische Instrumente zur Verbesserung des Zustands von Süßwasserökosystemen. „Ein wesentlicher Vorteil des Rahmenwerks besteht darin, dass es sowohl ökonomische, als auch ökologische und gesellschaftliche Dimensionen berücksichtigt“, erklärt Dr. Schwesig. „Auf der Grundlage von neuen Lösungen kann den Auswirkungen von Wasserbewirtschaftungsmaßnahmen ein monetärer Wert zugeschrieben werden, so dass ein direkter Vergleich der Maßnahmen möglich wird, um Argumente zur Unterstützung der Markteinführung und praktischen Umsetzung anführen zu können.“

Eine Vielzahl von Entscheidungsträgern im Wassersektor, die über die geeignetste Technologie oder Bewirtschaftungsoption für eine bestimmte Situation entscheiden müssen, wird von dem ÖSD-Bewertungsrahmen profitieren, einschließlich Wasserbehörden, Wasserversorgungsunternehmen, politischen Entscheidungsträgern und Wasserbewirtschaftern. Der Rahmen kann auch von Technologieanbietern für neue Lösungen verwendet werden, um die Vorteile aufzuzeigen, die sie bieten können.

Erreichung eines breiteren Verständnisses

Erkenntnisse über die Quantifizierung von Veränderungen im Bereich ÖSD können dabei helfen, Strategien für die Bioökonomie, die Anwendung des Konzepts der Ökosystemdienstleistungen in der EG-WRRL, die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, den Erhalt der biologischen Vielfalt, naturbasierte Lösungen und eine grüne Infrastruktur zu gestalten. Darüber hinaus können sie auch zur Entwicklung neuer Zustandsindikatoren beitragen, die für die Bewertung des WRRL-Maßnahmenprogramms geeignet sind.

Der ÖSD-Rahmen und die in DESSIN enthaltenen Fallstudien können außerdem zur Unterstützung der Umsetzung der Biodiversitätsstrategie 2020 verwendet werden. Insbesondere der ÖSD-Rahmen kann dafür eingesetzt werden, um den aktuellen Bedarf an Ex-post-Bewertungen von Bewirtschaftungsoptionen für die Wiederherstellung von Ökosystemen sowie für den Schutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt zu verdeutlichen. „Da durch den ÖSD-Bewertungsrahmen auch monetäre Vorteile entstehen können, werden die Bewertungen in einer weniger technischen und für die breite Öffentlichkeit leichter zu verstehenden ‚Sprache‘ zur Verfügung gestellt. Dies fördert nicht nur den Dialog mit Interessengruppen, sondern auch öffentliche Konsultationen und partizipative Prozesse zur Diskussion der verschiedenen umsetzbaren Optionen“, schließt Dr. Schwesig.

Schlüsselwörter

DESSIN, Wasser, Bewirtschaftung, Ökosystemdienstleistungen, Politik
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