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Potenzial der konzentrierten Solarenergie wird ausgebaut

Das von der EU finanzierte Projekt SFERA-II hat durch Vernetzung, gemeinsame Forschungsaktivitäten und Erleichterung des transnationalen Zugangs zu Forschungsinfrastrukturen die wissenschaftliche und technische Wissensbasis auf dem Gebiet der konzentrierenden Solarsysteme ausgebaut.
Potenzial der konzentrierten Solarenergie wird ausgebaut
Konzentrierte Solarenergie ist eine sehr vielversprechende Quelle erneuerbarer Energie. Obwohl sie vorwiegend der Erzeugung von Elektrizität dient, werden weitere Anwendungen entwickelt, etwa für die Herstellung von Wasserstoff und Solarbrennstoffen, die Wasseraufbereitung und die Erforschung moderner Werkstoffe. Damit diese Anwendungen den Weg vom Reißbrett zu marktreifen Lösungen gehen können, sind jedoch zusätzliche Versuchsreihen und Untersuchungen erforderlich.

Das EU-finanzierte Projekt SFERA-II soll gemeinsame Leistungsprüfungsrichtlinien entwickeln, die notwendigen Verbesserungen zum Erreichen ultrahoher Flussverteilungen bewerten, Alterungstests beschleunigen und Richtlinien für den Aufbau neuer Testanlagen für thermische Energiespeichermaterialien und -systeme erstellen, was alles im Zusammenhang mit Technologien für konzentrierte Solarenergie steht.

„Durch koordinierte Integration von einander ergänzenden Stärken, Anstrengungen und Ressourcen hat das SFERA-II-Projekt die wissenschaftliche und technische Wissensbasis auf dem Gebiet der konzentrierenden Solarsysteme erweitert“, sagt Projektkoordinatorin Isabel Oller.

Vernetzung, gemeinsame Forschung und transnationaler Zugang

Die Projektarbeit drehte sich rund um drei Bereiche: Vernetzung, gemeinsame Forschungsaktivitäten und transnationaler Zugang zur Forschungsinfrastruktur. So hat das Projekt unter dem Punkt Vernetzung beispielsweise eine Reihe von speziellen Schulungen für Industrietechniker und Forscher organisiert. Für den zweiten Bereich hat das Projekt eine spezielle gemeinsame Arbeitsgruppe geschaffen, die mit der Ermittlung und Entwicklung von zur kommerziellen Nutzung geeigneten Produkten und Verfahren beauftragt ist. „Die wissenschaftliche und technische Exzellenz wurde aufgrund einer vorgesehenen Harmonisierung und der effektiven Nutzung großtechnischer Infrastrukturen sowie der Einrichtung virtueller Arbeitsgruppen und einer erweiterten Verbreitungsstrategie aufgewertet“, erklärt Oller.

Laut Oller stellte der dritte Schwerpunkt die größte Herausforderung dar. „Es gab einige Schwierigkeiten dabei, die Industrie für eine Beteiligung an der experimentellen Forschung und Entwicklung an unseren Anlagen zu gewinnen“, berichtet sie. Um diese Herausforderung zu meistern, arbeiteten die Projektforscher mit den Industriepartnern an der Identifizierung von Hindernissen und Umsetzung von Lösungen, die kommerziellen und industriellen Bedürfnissen Rechnung tragen.

Hauptergebnisse

Diese drei Maßnahmen mündeten in der Schaffung eines vereinigten, virtuellen europäischen Labors für konzentrierende Solarsysteme (European Laboratory for Concentrating Solar Systems). „Die einfach zugängliche Plattform steht allen Forschern aus Wissenschaft und Industrie zur Verfügung und dient als struktureller Kern für die steigende Nachfrage in diesem Bereich“, erläutert Oller.

Weitere wichtige Ergebnisse sind die Festigung der Kooperation zwischen der akademischen Welt und der europäischen Solarenergie-Industrie, die Entwicklung gemeinsamer Kalibrierverfahren sowie die Eröffnung neuer Anlagen zur Prüfung und Kalibrierung von Sensoren. Auch die Normung der Messung verschiedener Parameter und die Charakterisierung von Wärmeübertragungsflüssigkeiten und -speichermaterialien sowie die Erstellung einer vollständigen Datenbank dieser Resultate wurden abgehandelt.

Zu guter Letzt ist es SFERA-II gelungen, der wissenschaftlichen und technischen Gemeinschaft für konzentrierte Solarenergie die am besten geeigneten Forschungsinstrumente bereitzustellen und diese zu verbessern. Außerdem trug es zur Stärkung der europäischen Industrie bei, indem über die Nutzung von Weltklasse-FuE-Anlagen der Technologietransfer angekurbelt wurde. Nicht zuletzt hat SFERA-II das Bewusstsein für mögliche Solarenergie-Anwendungen geschärft sowie neue Synergien mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen erschaffen.

Auch wenn das Projekt nun offiziell abgeschlossen ist, bleibt die Website in Betrieb und dient als Anlaufstelle für Forscher, Techniker und die Industrie, bei der man sich über die Erfolge des Projekts SFERA-II informieren kann. Um auf diesen Erfolgen aufbauen zu können, sind die Projektforscher derzeit dabei, einen Vorschlag für ein SFERA-III-Projekt einzureichen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

SFERA-II, konzentrierte Solarenergie, erneuerbare Energien, konzentrierende Solaranlagen
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