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Nachhaltige, transnationale Bewirtschaftung der multifunktionalen Wälder Europas

Effektive und anpassungsfähige Bewirtschaftungsinstrumente für den europäischen Forstsektor, die eine kohärente Politik unterstützen und ermöglichen, sind auf genaue, wissenschaftlich fundierte Kenntnisse angewiesen. Daher hat es sich das SUMFOREST-Projekt zum Ziel gesetzt, die wissenschaftliche Zusammenarbeit in diesem Zusammenhang weiter auszubauen.
Nachhaltige, transnationale Bewirtschaftung der multifunktionalen Wälder Europas
Die Bewirtschaftung der europäischen Wälder steht einer Reihe von Herausforderungen im Zusammenhang mit der Bodennutzung, Umwelt, dem Klima und der Sozioökonomie auf lokaler, regionaler und globaler Ebene gegenüber. Obwohl die EU über keine gemeinsame Forstpolitik verfügt, gibt es viele Strategien und Richtlinien, die Auswirkungen auf den europäischen Forstsektor haben. Aufgrund dieser Sachlage ist die Waldbewirtschaftung in der EU fragmentiert, komplex und manchmal widersprüchlich.

Das EU-finanzierte SUMFOREST-Projekt wurde ins Leben gerufen, um diese Situation zu verbessern, indem es sich auf Forschungsergebnisse zur Förderung nachhaltiger Praktiken für die Waldbewirtschaftung (NWB) stützt, die eine solide Grundlage für politische Entscheidungen bilden. Unter der Schirmherrschaft eines ERA-NET (European Research Area-Network) gelang es dem Team, Forschungsförderungskooperationen zwischen 23 Partnern aus 15 europäischen Mitgliedstaaten, drei assoziierten Staaten und zwei internationalen Institutionen zu schaffen.

Auf dem Weg zur Kohäsion und Koordinierung der Forstpolitik

Aufgrund der Vielfalt der Baumarten und Ökosysteme stellen europäische Wälder eine breite Palette von Gütern und Dienstleistungen zur Verfügung. In letzter Zeit hat sich die Nutzung über die traditionelle Holzerzeugung hinaus auf die Bereitstellung von Nichtholzprodukten (wie Nüssen, Pilzen, Beeren, Wild usw.) und Ökosystemdienstleistungen ausgedehnt, die den sozialen Bedürfnissen in Bereichen wie Erholung, Gesundheit und Wohlbefinden entsprechen. Diese vielseitige Nutzung – der gleichen Waldgebiete – erfordert naturgemäß einen kontrollierten und nachhaltigen Ansatz.

Darüber hinaus bedeutet diese Vielfalt auch, dass die Wälder durch Ereignisse wie Klima- und Bodennutzungsänderungen unterschiedlich beeinflusst werden. Projektkoordinator Martin Greimel erklärt: „Diese regionalen Unterschiede müssen sowohl in Bezug auf die Waldökologie als auch auf die vorgesehene Verwendung berücksichtigt werden, damit sie bei der Gestaltung und Umsetzung von Verordnungen und Strategien in Betracht gezogen werden können, um letztendlich Erfolg zu versprechen.“

Grenzüberschreitende Unterschiede bedeuten auch, dass diese regulatorischen und politischen Lösungen neben den Ressourcen, die sie erfordern, auf regionaler, europäischer und internationaler Ebene verfügbar sein müssen. Obwohl europaweite Forststrategien und forstrechtliche Vorschriften aktuell vorhanden sind, liegen die Bestimmungen zur Waldbewirtschaftung immer noch größtenteils in der Zuständigkeit der Mitgliedstaaten.

Greimel fasst zusammen: „SUMFOREST gelang es, diese Unterschiede besser zu verstehen und nach der Abbildung der Kapazitäten des europäischen Forstsektors, verschiedene politische Entscheidungsträger und Interessengruppen zusammenzubringen, um gemeinsame Lösungen zu finden.“ Zum Beispiel gründete ein SUMFOREST-Partner (EFI) eine europapolitische Denkfabrik namens ThinkForest.

Vorausschauendes Handeln in der Forstwirtschaft

Neben der Verbesserung des Verständnisses von politischen Rahmenbedingungen in Bezug auf die Forstwirtschaft versammelte SUMFOREST Forscher, Beamte, Vertreter der Europäischen Kommission und Interessengruppen des Forstsektors, um eine Prioritätenliste von aufkommenden Themen für die europäische Waldforschung zu erstellen.

Diese Übungen führten zu einem Bericht, in dem die wichtigsten Informationsbedürfnisse der politischen Entscheidungsträger ermittelt wurden, was schließlich den gemeinsamen Aufruf von SUMFOREST zur Finanzierung von Forschungsvorhaben zur Folge hatte, die das Ziel „Nachhaltige Wälder für die Gesellschaft der Zukunft“ unterstützen könnten.

Neben regelmäßigen Konsultationen mit den Mitgliedstaaten des Ständigen Ausschusses für Agrarforschung (SCAR) und des Planungsausschusses (PC) förderte SUMFOREST ebenfalls die Zusammenarbeit zwischen den Fördereinrichtungen für Waldforschung in Europa und darüber hinaus. Dies führte im vergangenen Jahr direkt zur Einrichtung des EU-finanzierten Projekts ForestValue, das bereits einen gemeinsamen Aufruf zur Einreichung von Forschungsvorschlägen gestartet hat und auch die meisten SUMFOREST-Partner umfasst.

Schlüsselwörter

SUMFOREST, nachhaltig, Bewirtschaftung, Holz, Wald, Bodennutzung, Umwelt, Klimawandel, transnational, Politik, Vielfalt, Arten, Ökosysteme
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