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H2020

KConnect — Ergebnis in Kürze

Project ID: 644753
Gefördert unter: H2020-EU.2.1.1.4.
Land: Australien
Bereich: Digitale Wirtschaft

Neue Suchfunktion erleichtert Zugang zu medizinischen Informationen

Das EU-finanzierte Projekt KConnect hat innovative online-basierte medizinische Such- und Analysefunktionen entwickelt, mit denen Forscher klarere Erkenntnisse über die Wirksamkeit spezifischer medizinischer Eingriffe bekommen. Schlussendlich werden dadurch auch Behandlungen optimiert.
Neue Suchfunktion erleichtert Zugang zu medizinischen Informationen
„Der wichtigste Erfolg des Projekts KConnect war, dass wir sowohl der medizinischen Forschung als auch der Öffentlichkeit effektive online-basierte medizinische Suchfunktionen zugänglich machen konnten“, so der Koordinator des Projekts KConnect (Khresmoi Multilingual Medical Text Analysis, Search and Machine Translation Connected in a Thriving Data-Value Chain) Allan Hanbury von der Technischen Universität Wien in Österreich. „Die Projektergebnisse werden jetzt weiterentwickelt und werden wohl tiefergehende Erkenntnisse über die Wirksamkeit von medizinischen Eingriffen erlauben und zusätzlich den Bürgern zuverlässigeren Zugang zu medizinischen Informationen im Internet bieten.“ Die Projektpartner arbeiten momentan mit gewerblichen Kunden zusammen, um jeweils spezifische Lösungen für Suchanfragen entwickeln zu können.

Automatisierte Textanalyse

Die Menge an schriftlicher Information ist im medizinischen Bereich enorm groß. Dazu gehören patientenspezifische Angaben wie Krankenakten als auch patientenunabhängige Informationen wie begutachtete Artikel in Fachzeitschriften, in denen die Ergebnisse klinischer Studien zu Eingriffen beschrieben werden. Um die Wirksamkeit einzelner Behandlungsmethoden und Verfahren bewerten zu können, müssen all diese Texte einbezogen werden.

„Es besteht deutlicher Bedarf an computergestützten Werkzeugen, die all diese Informationen analysieren können. Denn daraus können fundierte Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit spezifischer medizinischer Eingriffe gezogen werden“, sagt Hanbury. „Die Computeranalyse von Texten ist allerdings immer noch eine Herausforderung und ganz besonders im medizinischen Bereich. Das liegt daran, dass in den wissenschaftlichen Beiträgen und Krankenakten ganz unterschiedliche Schreibstile vorkommen, dass extrem viele Abkürzungen verwendet werden und natürlich, dass Krankenakten in verschiedenen Sprachen vorliegen.“

Leicht zugängliche, zuverlässige Informationen

KConnect hat sich mit zwei Hauptproblemen befasst: die medizinische Textanalyse sowie Suchvorgänge und automatische Übersetzung zu verbessern; und zu beweisen, dass der Einsatz dieser Werkzeuge bei der Analyse von Krankenakten und der Online-Suche nach medizinischen Publikationen und Webseiten effektiv ist. Das Projekt basiert weitgehend auf den Ergebnissen des EU-finanzierten Projekts Khresmoi. Dort wurden Funktionen entwickelt, mit denen medizinische Texte und Bilder gesucht und analysiert werden können. Khresmoi hatte sich auf die visuelle Suche von radiologischen Aufnahmen sowie auf die Textanalyse von medizinischen Publikationen konzentriert.

Davon ausgehend wurden neue Suchwerkzeuge entwickelt und getestet, die inzwischen unter realen Bedingungen eingesetzt werden. Die Analyse von Krankenakten und Suchalgorithmen wurde in das Clinical Record Interactive Search (CRIS) System im britischen NHS Maudsley Biomedical Research Centre integriert. Das CRIS bietet autorisierten Forschern gesicherten Zugang zu anonymisierten Informationen aus dem System elektronischer Krankenakten, das der South London and Maudsley NHS Foundation Trust führt. Daran können sie in großem Umfang lebensechte Situationen analysieren. So lassen sich leichter Muster und Trends erkennen, aber auch welche Behandlungsmethoden bei einigen Patienten wirken, bei anderen aber nicht.

Die Werkzeuge aus KConnect werden auch von der Health on the Net Foundation genutzt, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, nützliche und zuverlässige Gesundheitsinformationen online zu verbreiten. Das neue Suchsystem dieser Stiftung gibt dem Nutzer eine Bewertung aus, wie lesbar und zuverlässig medizinische Webseiten sind. Auch ein KConnect Plug-In für den Chrome Browser ist auf dem Markt. Hier bekommen Nutzer Bewertungen der Zuverlässigkeit medizinischer Webseiten, die mit konventionellen Suchmaschinen gefunden wurden.

Laut Hanbury war es eine große Herausforderung, die Algorithmen zur automatischen Übersetzung speziell medizinischer Texte in einigen Sprachen zu trainieren, in denen nur wenige relevante Quellen zur Verfügung standen, wie zum Beispiel Ungarisch. Trotzdem sind jetzt bei den Angeboten von KConnect mehrsprachige Suchanfragen in der Suchmaschine der medizinischen Datenbank Trip (ein Werkzeug, mit dem Forscher qualitativ hochwertige klinische Forschungsergebnisse finden können) möglich. Bald wird bei Trip eine Funktion veröffentlicht, die auf Technologie aus KConnect basiert und eine schnelle Analyse mehrerer medizinischer Publikationen zu einer bestimmten Erkrankung ermöglicht. So bekommen die Forscher einen unmittelbaren Überblick über die Wirksamkeit verschiedener medikamentöser Behandlungen und Eingriffe.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

KConnect, Medizin online, Suche, Netz, Webseiten, Datenbank, mehrsprachig, Algorithmen, Suchmaschinen, Browser, medikamentöse Behandlung, Medikation
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