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H2020

BIOSURF — Ergebnis in Kürze

Project ID: 646533
Land: Italien
Bereich: Energie

Auf dem Weg zu einem gemeinsamen europäischen Biomethanmarkt

Erfolg oder Misserfolg im Energiemarkt gehen nicht immer auf Kosteneffizienz oder Umweltfreundlichkeit zurück. Manchmal sind die Rahmenbedingungen einfach günstig. BIOSURF hat an der Rationalisierung des grenzüberschreitenden Handels gearbeitet, um einen zuverlässigen Biomethanmarkt zu schaffen.
Auf dem Weg zu einem gemeinsamen europäischen Biomethanmarkt
Biomethan ist ein natürlich vorkommendes Gas aus frischer organischer Substanz und gilt als eine gute Quelle für erneuerbare Energie, die weltweit verfügbar ist. Es wird auch als eine glaubwürdige umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen angesehen, da durch seine Produktion ein Großteil der giftigen Gase entfernt wird, die andernfalls durch die Prozesse des organischen Zerfalls in die Atmosphäre freigesetzt würden.

In Anbetracht des Potenzials von Biomethan für eine Reihe von Energiebedürfnissen haben mehrere europäische Länder nationale Biomethanregister eingerichtet, um die Produzenten zu überprüfen und sicherzustellen, dass die eingespeisten Mengen ordnungsgemäß dokumentiert werden, Das EU-finanzierte Projekt BIOSURF hat diese administrative Lösung auf ganz Europa erweitert und den grenzüberschreitenden Transport von Biomethan über die europäische Erdgasinfrastruktur ermöglicht.

Bewertung der ökonomischen und ökologischen Auswirkungen

BIOSURF hat nationale und internationale Studien zu den verfügbaren Rohstoffen für die Biogas- und Biomethanproduktion durchgeführt. Das Projekt untersuchte das Potenzial von stärkehaltigen Pflanzen, tierischen Abfällen, anderen organischen Abfallstoffen, Rückständen und Zwischenfrüchten in Österreich, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien und dem Vereinigten Königreich. Die Forscher stellten fest, dass sich stärkehaltige Pflanzen (außer in Frankreich), tierische Exkremente und Stroh am besten als Rohstoffe für die verstärkte Nutzung in der Biogas/Biomethanerzeugung eignen.

Das Team befasste sich außerdem mit den Auswirkungen der derzeitigen und potenziellen Wege für diese Rohstoffe. Die Arbeiten verfolgten die Wertschöpfungskette von der Produktion bis zur Nutzung, wobei die territorialen, physikalischen und wirtschaftlichen Merkmale der verschiedenen Anwendungsbereiche wie Biokraftstoffe für Transport, Stromerzeugung, Heizung und Kühlung berücksichtigt wurden.

Das Projekt verglich und förderte auch die Registrierung, Kennzeichnung, Zertifizierung und den grenzüberschreitenden Handel mit Biomethan in Europa, um die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Partnerländern zu erleichtern. Eine effiziente grenzüberschreitende Zusammenarbeit könnte zur Verwirklichung der Projektvision beitragen, nämlich dass Biomethan, das auf einer großen rumänischen Tierfarm produziert wird, als erneuerbarer Brennstoff in Bussen in den Niederlanden zum Einsatz kommt. Dazu muss neben der Nutzung des derzeitigen Erdgasnetzes für die Verteilung von Biomethan an die Verbraucher ein Netz von nationalen Biomethanregistern aufgebaut werden, die die administrativen Aufgaben wahrnehmen.

Optimierung von Rückverfolgbarkeit, Umweltkriterien und Qualitätsstandards

Die Nachhaltigkeit der großflächigen Bioenergieproduktion wird von einigen Seiten in Frage gestellt. Es wird der Vorwurf erhoben, dass sie zu einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion, Monokulturen, ineffizienten Biomasseumwandlungsprozessen und Landnutzungsänderungen führt, die positive Umweltauswirkungen zunichte machen.. Um dem vorzubeugen, hat die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (EER) der EU Nachhaltigkeitskriterien eingeführt, wonach Biobrennstoffe und Bioflüssigkeiten bis 2018 mindestens 60 % mehr Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilen Energieträgern einsparen müssen.

Projektkoordinator Stefano Proietti erklärt: „Die Berechnung der Treibhausgasemissionen für Biomethan ist problematisch, daher hat BIOSURF eine Berechnung vorgeschlagen, die sowohl dem EER-Rahmen als auch dem EU-Emissionshandelssystem (EHS) entspricht.“

Um die Wirtschaftlichkeit von Biomethan zu erhöhen, analysierte BIOSURF, wie der CO2-Zertifikatsmechanismus, der zur Erhöhung der Transparenz über Emissionen geschaffen wurde, dazu beitragen könnte, die Lücke zwischen den Kosten für die Erzeugung von Biomethan und fossilen Brennstoffen wie Erdgas zu schließen.

Da die Verwendung von Gülle/Mist zur Erzeugung von Biomethan die Emissionen signifikant reduzieren kann, wurde untersucht, wie die Emissionseinsparungen im Agrarsektor im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems durch das System der Emissionsquoten und -zulassungen, die die Verursacher kaufen und verkaufen können, gewinnbringend genutzt werden können.

Durch die Quantifizierung der Emissionsreduktionen von Biomethan und deren Abwägung mit den Produktionskosten und der Nachhaltigkeit wird ein besseres Verständnis dafür geschaffen, wie die Verwendung von Biomethan gefördert werden kann.

Proietti fasst zusammen: „Die Arbeit von BIOSURF zur Registrierung und Zertifizierung von Biomethan sollte es bald ermöglichen, es zu produzieren und an die Verbraucher überall in Europa über das Erdgasnetz zu verteilen, was zu einem gesünderen, saubereren und nachhaltigeren Europa führen würde.“

Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Projekt eine Liste von politischen Empfehlungen erarbeitet, die die Nachhaltigkeit der Rohstoffversorgung, die Nutzung biogener Abfälle und den Handel mit Biomethan insgesamt verbessern könnten. Außerdem wurde mit der Entwicklung eines Biomethan-Marktes begonnen, der bisher Österreich, Frankreich und Italien umfasst.

Schlüsselwörter

BIOSURF, Biomethan, Biogas, Energie, Emissionen, Treibhausgase, Klimawandel, fossile Brennstoffe, Registrierung, Zertifizierung, erneuerbar, Rohstoffe
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