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H2020

SAT406M — Ergebnis in Kürze

Project ID: 640387
Gefördert unter: H2020-EU.2.1.6.
Land: Israel
Bereich: Digitale Wirtschaft

Verbesserte Suche und Rettung durch tragbare persönliche Lokalisierungsbaken

Aktivitäten wie Segeln oder Fliegen bergen Gefahren durch menschliches Versagen, mechanisches Versagen oder Wetterverhältnisse, weshalb die Betroffenen oft auf Such- und Rettungsaktionen angewiesen sind. SAT406M bietet eine Neuerung, damit diese erfolgreicher werden.
Verbesserte Suche und Rettung durch tragbare persönliche Lokalisierungsbaken
In den 1980er Jahren wurde das internationale Satellitensystem Cospas-Sarsat eingerichtet, um kostenlose, globale Such- und Rettungsdienste (SAR) anzubieten, mit denen Menschen in Not jederzeit und überall geholfen werden kann. Das System kombiniert die von der US-Luftwaffe betriebene GPS-Technologie mit dem europäischen Galileo- und dem russischen Glonass-Satellitensystem. Die aufgenommenen Notsignale können von Terminals an Bord von Schiffen (Emergency Position Indicating Radio Beacons – EPIRB) und Flugzeugen (Emergency Locator Transmitter – ELT) oder von am Körper getragenen Vorrichtungen (Personal Locator Beacons – PLB) ausgesendet werden.

Das EU-finanzierte Projekt SAT406M hat PLB benutzerfreundlicher und kompakter gestaltet, so dass sie ständig getragen werden können. Das Ergebnis ist eine Armbanduhr, die auch mit dem SAR/Galileo Return Link Service (RLS) ausgestattet ist. Neben dem Produkt hat das Team aktualisierte SAR-Ortungsmethoden entwickelt, für deren formelle Nutzung es sich einsetzt.

Ein Produkt zur Verbesserung der Such- und Rettungsanstrengungen

Menschen, Schiffe und Flugzeuge in Not müssen so schnell wie möglich lokalisiert werden. Der üblichste Weg, dies zu ermöglichen, ist die Mitnahme von Notsendern (PLB, EPIRB oder ELT), die kurze Funksignale senden. Diese werden von Satelliten übertragen und an Basisstationen erkannt. Diese Stationen lokalisieren den Standort des Bakens und senden Warnungen an die nächstgelegene SAR-Leitstelle, die für den Einsatz nationaler SAR-Einheiten oder andere Einsatzkräfte aufgrund von internationalen Vereinbarungen verantwortlich ist.

Es wurde jedoch festgestellt, dass die derzeitigen SAR-Bakenysteme verbessert werden müssen. Bei SAR-Szenarien am Grund eines Canyons, in einem Wald oder nach einem Flugzeugabsturz werden allzu oft Notsignale abgesetzt, die schwer zu lokalisieren sind und den gefährdeten Sender im Ungewissen lassen, ob das Signal empfangen wurde.

Projektkoordinator Daniel Katz skizziert ein Szenario und lässt damit den Anstoß für SAT406M deutlich hervortreten: „Stellen Sie sich vor, dass Sie fünf Seemeilen vor der Küste über Bord gegangen sind. Sie tragen ein PLB am Handgelenk, das aktiviert wird, indem Sie Ihre Hand aus dem Wasser heben. Dieses sendet dann jede Minute ein Notsignal aus. Aber Sie stecken in einem Dilemma: sollen Sie zum Ufer schwimmen und dabei das Signal schwächen, weil sie die Hand unter Wasser haben und Energie verbrauchen, oder warten Sie auf Ihre Rettung?“

Um diesem Dilemma zu entkommen, wurde der kürzlich über die EU-Galileo-Satelliten gestartete Return Link Service (RLS) in das Gerät integriert, was gleichzeitig den Schlüssel zum Erfolg dieses Produkts darstellte. Mit RLS können PLB eine Bestätigung erhalten, dass das Notsignal erkannt und lokalisiert wurde, was bedeutet, dass Rettung unterwegs ist. In dem oben genannten Szenario würde dies die Entscheidung zu warten, erleichtern.

Die allgemeinere Systemverbesserung, die in SAT406M untersucht wurde, basiert auf einem mathematischen Konzept, das in Software-Algorithmen verankert ist, die in der Bake und der Basisstation ausgeführt werden und die Bake-Ortung aus der Ferne unter schlechten Bedingungen verbessern sowie eine unabhängige Ortung vor Ort ermöglichen. Letzteres ist besonders wichtig, da eine effektive Such- und Rettungsaktion auch an Bord von SAR-Hubschraubern und -Schiffen eine Bakenortung erfordert, die bisher nur unzureichend erreicht wurde.

Bei der Erprobung der Technologie wurden Tausende von kurzen Funkimpulsen aus verschiedenen Teilen der Welt übertragen, die dann von Galileo-Satelliten weitergeleitet und an der MEOLUT-Basisstation in Toulouse-Frankreich detektiert wurden. Diese Signale wurden über das Internet an den Server der Projektteams gesendet, um dort auf Debugging und weitere Verbesserungen hin analysiert zu werden.

Standardisierung erforderlich

Da der neue SAT406M PLB von Mobit sowohl am Handgelenk tragbar als auch RLS-fähig ist, wird er die Rettungseinsätze verbessern und letztendlich mehr Leben retten, während die Betriebsbereitschaftskosten für den Staat gesenkt werden. Die begleitenden Protokolle für die Ortung von Baken, die Ortung vor Ort und die Kommunikation von Extra Information Bits (EIB) im schmalbandigen Satellitensystem von Cospas-Sarsat bieten ebenfalls ein deutliches Potenzial zur Verbesserung des SAR-Systems, weshalb das Team eine Standardisierung vorschlägt.

Doch wie Katz erklärt: „Die Standardisierung unserer Methodik ist eine Herausforderung, denn Cospas-Sarsat ist eine internationale Organisation mit 44 Mitgliedern. Deshalb sind bei der Aushandlung von Änderungen nur langsam Fortschritte zu erzielen. Auch die Anforderungen an die Rückwärtskompatibilität könnten die Akzeptanz verzögern, aber wir alle werden weiterhin auf eine Standardisierung drängen, die Voraussetzung für eine Win-Win-Lösung ist.“

Schlüsselwörter

SAT406M, Suche und Rettung, Bake, Alarm, Satellit, Notsignal, GPS, Funksignal, Galileo, Ortung, Fern-
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