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Neue Erkenntnisse über das Epigenom von Hirntumoren

Häufigste Krebsart bei Kindern sind Hirntumoren und aufgrund der Vielzahl der verschiedenen Hirntumorarten ist eine korrekte Diagnose nötig, um wirksam behandeln zu können. Ein von der EU finanziertes Projekt hat Instrumente zur Verbesserung der Diagnose und der Vorhersagen des Behandlungserfolgs bei Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren geschaffen.
Neue Erkenntnisse über das Epigenom von Hirntumoren
Epigenetische Veränderungen sind innerhalb der Stammzellen in den frühesten Stadien der Neoplasie zu beobachten. Zudem sind die Veränderungen reversibel und können möglicherweise behandelt werden. Bei Kindern sind Hirntumoren die Hauptursache für krebsbedingte Mortalität und Langzeiterkrankungen, aber es gibt viele Arten von Hirntumoren, die mit den üblichen Methoden nur schwer zu unterscheiden sind. Eine korrekte Diagnose ist jedoch unbedingt notwendig, um die einzelnen Patienten am wirkungsvollsten behandeln zu können.

Ziel des EU-geförderten EPIBRAIN-Projekts war laut Forschungsleiterin Dr. Helena Carén die Erkundung des Epigenoms von Hirntumoren. „Wir wollten Instrumente erschaffen, welche Diagnosen und Vorhersagen des Behandlungserfolgs bei Patienten mit Hirntumoren verbessern, und wir haben außerdem nach Möglichkeiten gesucht, um das Ansprechen der Patienten auf die Behandlung besser zu überwachen.“

Zusätzlich zu diesen Zielen wollte EPIBRAIN die Rolle epigenetischer Aberrationen bei Tumoren enträtseln und wie diese zur Verbesserung der Überlebensraten und der Lebensqualität der Patienten einzusetzen sind.

Hirntumoren bei Kindern und Erwachsenen unterscheiden sich auf molekularer Ebene. „Modellsysteme zur Untersuchung von pädiatrischen Hirntumoren unter die Zelleigenschaften erhaltenden Bedingungen standen nicht zur Verfügung. Deshalb haben wir die Kulturbedingungen optimiert und In-vitro-Kulturen von diesen Patienten angelegt. Diese Kulturen kommen nun in weiteren Studien mit dem Ziel zum Einsatz, Wege zu finden, sie therapeutisch anzusprechen.“

Bei deren Analyse ergaben sich einige interessante Erkenntnisse. „Da eine exakte Diagnose auf Grundlage einer histopathologischen Bewertung nicht immer zu realisieren ist, haben wir auf DNA-Methylierungsprofile von pädiatrischen Hirntumoren zurückgegriffen. Auf diese Weise konnten wir einen diagnostischen Klassifikator mit der Bezeichnung MethPed entwickeln und veröffentlichen.“

Dieser Klassifikator wird derzeit (zusammen mit einem weiteren, später herausgebrachten Klassifikator) in einer nationalen Studie evaluiert, in die alle Tumoren dieser Patienten mit dem Ziel der Verbesserung der gegenwärtigen Diagnostik einbezogen werden. Die nationale Studie ist im Gange und wird in den kommenden Jahren abgeschlossen. Das Team setzt seine In-vitro-Experimente fort und möchte herausfinden, warum und wie die Zellen zu Tumorzellen werden und wie gezielt auf sie eingewirkt werden kann.

Doch nicht nur die Forschung selbst eröffnet ganz neue Wege. Auch die Koordination einer Forschergruppe und die damit vertiefte kontinuierliche Zusammenarbeit ist ein zentrales Ergebnis des Projekts. „Ich habe mich in der Lehre engagiert sowie einen neuen PhD-Kurs in Krebs-Epigenetik initiiert und organisiert, um Wissen an andere Forschende an der Universität Göteborg weiterzugeben“, erklärt Dr. Carén. Sie fügt noch hinzu, dass sie auch eine Forschungsgruppe am Sahlgrenska Cancer Center eingerichtet hat, die nun aus zwölf Teammitgliedern einschließlich Doktoranden, Post-Doktoranden, Technikern und Masterstudenten besteht.

Dr. Carén ergänzt, dass die kniffligsten Elemente gleichermaßen die besten Aspekte einer Herausforderung sein können. „Für mich waren die Anwerbung und der Aufbau des Forschungsteams bei gleichzeitiger Durchführung der experimentellen Forschung der anspruchsvollste und lohnendste Aspekt des Projekts.“

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

EPIBRAIN, Epigenetik, Hirntumoren, Krebs, Kinder, Diagnose, Gene, Genetik, Pädiatrie
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