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H2020

Pewas AQS — Ergebnis in Kürze

Project ID: 807831
Land: Slowakei
Bereich: Industrielle Technologien, Lebensmittel und natürliche Ressourcen, Klimawandel und Umwelt

Kein Regen, immer nur Sonnenschein? Aquaholder® Seed+ umsorgt Anbaupflanzen bei Trockenheit

Die wachsende Wasserknappheit und die Empfindlichkeit des Saatguts gegenüber Dürre sind wichtige Faktoren in Bezug auf die zunehmenden Ernteverluste. EU-finanzierte Wissenschaftler haben ein revolutionäres Saatgutbehandlungsverfahren entwickelt, das den Landwirten in wasserarmen Regionen eine echte Hilfe sein wird.
Kein Regen, immer nur Sonnenschein? Aquaholder® Seed+ umsorgt Anbaupflanzen bei Trockenheit
Unvorhersagbare Klimaverhältnisse erfordern Lösungen, die sowohl vielseitig als auch einfach anwendbar sind. Das Projekt Pewas AQS nahm diese Herausforderung an und steht nun kurz vor deren erfolgreicher Bewältigung.

„Bislang scheiterten alle Versuche, Superabsorber auf Saatgut aufzutragen, an einem mehrstufigen Verfahren, das zwar im Labor, aber nicht im industriellen Umfeld realisiert werden konnte“, erklärt Ján Horváth, Projektkoordinator und Geschäftsführer von Pewas, dem slowakischen KMU, das hinter der Initiative steckt. Das Projektteam arbeitete daher an der direkten Einbindung von gut etablierten und zertifizierten Superabsorbern in ein bereits existierendes, genormtes Saatgutbehandlungsverfahren.

Resultat der Anstrengungen im Rahmen des Projekts war die Bereitstellung von Aquaholder® Seed+, wodurch sich das Verfahren jetzt nur noch um einen Schritt dreht. Gestützt auf das Konzept der Hydrostimulation ist dieser neuartige Ansatz auf eine Umsetzung im großtechnischen Maßstab unter Einsatz etablierter und zertifizierter Superabsorber ausgerichtet.

Den Landwirten die Kontrolle geben

„Wir wollen Landwirte mit einer effizienten, einfachen und schnellen Lösung versorgen, die ihnen dabei helfen wird, eines der größten Probleme einer nachhaltigen Landwirtschaft zu entschärfen: die Dürre“, sagt Horváth. Laborversuche und erste Feldversuche lassen die Hoffnung aufkeimen, dass dies in nicht allzu weiter Zukunft liegt.

Obgleich der Validierungsprozess noch nicht abgeschlossen ist, hat die Pewas AQS-Lösung bereits mindestens drei hervorragende Ergebnisse erbracht. Ihre Anwendung ergab um 20-50 % verbesserte Parameter für den Aufgang des Saatguts. Deutlich wurde das durch eine größere Anzahl von Pflanzen, ein stärker entwickeltes Wurzelsystem, erhöhte Lebenskraft und Vitalität sowie homogene Pflanzendichte.

Man erzielte durch die Projektarbeit außerdem 10-15 % höhere Hektarerträge und einen um 30-40 % geringeren Wasserbedarf für die Auslösung der Keimung. Dieses letztgenannte positive Ergebnis ermöglicht laut Horváth „den Pflanzenanbau unter ungünstigeren Bedingungen, wobei ein Vorsprung für die Keimung und eine frühere Photosynthese (eine wichtige Energiequelle für Pflanzen) realisiert werden.“

Nunmehr, im zweiten Jahr der Feldversuche, sind mindestens zwei weitere Agrarsaisons erforderlich, um soviele relevante statistische Daten wie möglich zu erhalten. „Wir testen unsere Lösung bislang in zwölf Ländern und an zehn verschiedenen Nutzpflanzenarten“, erläutert der Projektkoordinator.

Saat für zukünftiges Wachstum ausbringen

Aufgrund der starken Einbindung des Projekts in die angewandte Forschung und der engen Zusammenarbeit mit zukünftigen kommerziellen Kunden sind der Öffentlichkeit noch keine detaillierteren Einzelheiten über die Vorversuche zugänglich. Pewas kooperiert gleichermaßen mit internationalen Partnern aus verschiedenen staatlichen Forschungsinstitutionen, privaten Forschungseinrichtungen und Endverbrauchern. „Wir sind uns der Komplexität unserer Bemühungen und unserer Unfähigkeit, allein voranzukommen, völlig bewusst“, gesteht Horváth ein. „Informationen im Zusammenhang mit der Forschung werden innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss der Produktvalidierungsphase veröffentlicht.“

Vorerst erregt Pewas AQS Aufmerksamkeit durch allgemeine Präsentationen der Lösung Aquaholder® Seed+ auf Konferenzen und die Teilnahme an von großen internationalen Unternehmen, mit denen man bereits zusammenarbeitet, abgehaltenen internen Veranstaltungen. Ein Video gibt einen kurzen Überblick über das geschützte Hydrostimulationsverfahren.

Horváth weist außerdem auf verschiedene Plattformen hin, die Verbreitungsmöglichkeiten für KMU bieten, die mit Finanzhilfen der Europäischen Kommission oder dem Gütesiegel ausgezeichnet wurden. Dazu zählen Kontaktbörsen, das Enterprise Europe Network, Coaching-Sitzungen und Innovationsgipfel, die alle zur Intensivierung des Kontakts zu potenziellen Kunden und Forschungspartnern beitragen.

Pewas AQS selbst wurde mit dem Gütesiegel für das in Horizont 2020 aufgenommene KMU-Instrument Phase 2, 2018, ausgezeichnet.

Erfolge lokal – Auswirkungen global

Aquaholder® Seed+ hat globales Potenzial. Während die Lösung am besten in extrem trockenen Regionen funktioniert, hat sie auch ihr Potenzial für Regionen bewiesen, in denen nicht immer Wassermangel herrscht. In letzterem Zusammenhang erläutert Horváth, dass „sie wie eine ‚Versicherung‘ gegen zu wenig Feuchtigkeit im Boden wirkt.“

Geplant ist, dass Pewas zum ersten und einzigen Unternehmen wird, das die großen Hindernisse beim Übergang vom Labor hin zum großtechnischen Maßstab mit Hilfe seines geschützten, einstufigen Verfahrens zum Auftragen von Superabsorbern auf Saatgut überwinden wird. Zukünftig wollen die Pewas AQS-Partner ihre Arbeit konzentriert in Richtung der erfolgreichen Kommerzialisierungsphase, der zusätzlichen Produktentwicklung und der Kunden weiter voranbringen, die von ihrer Lösung profitieren werden.

Schlüsselwörter

Pewas AQS, Saatgut, Anbaupflanzen, Aquaholder® Seed+, Superabsorber, Dürre, Landwirtschaft, Hydrostimulation
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