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H2020

STEPLA PLUS — Ergebnis in Kürze

Project ID: 726605
Land: Spanien
Bereich: Lebensmittel und natürliche Ressourcen, Digitale Wirtschaft

Handy-App zur Fernüberwachung von Viehbeständen

Landwirte können sich jetzt dank eines Systems zur Fernverwaltung von Viehbeständen, das aktuelle Daten über den Standort und die Gesundheit der Tiere auf ihr Smartphone schickt, über größere Gewinne und weniger Sorgen freuen.
Handy-App zur Fernüberwachung von Viehbeständen
Traditionell ist die Landwirtschaft eine Branche, in die zwar viel Zeit und Geld investiert werden muss, in der die Renditen jedoch eher spärlich ausfallen. Und so ist jedes Werkzeug willkommen, das den Erzeugern eine Hilfe bei der Haltung ihrer Viehbestände in großen abgelegenen Gebieten ist, so dass qualitativ bessere und gesündere Tiere bei geringeren Verlusten durch Krankheiten und Unfälle das Ergebnis sind.

Das EU-finanzierte Horizont 2020-Projekt STEPLA PLUS hat den ersten IKT-Dienst für Nutztierzüchter entwickelt, der Überwachungs- und Nachverfolgbarkeitsfunktionen zur Ortung von Tieren in Echtzeit anbietet. Dazu gehört ein elektronisches Halsband zur Erfassung von Daten, die über ein Internet der Dinge-Netzwerk in die Cloud geschickt und unter Einsatz von Big-Data-Algorithmen analysiert werden.

Die Initiative verfolgt das Ziel, eine globale Plattform für die tierische Erzeugung zu schaffen, die ein Ökosystem an mobiler, gebrauchsfertiger Anwendungssoftware für Landwirte, lokale Behörden, Tierärzte, Schlachthöfe und sogar den Verbraucher bereitstellt. „Dank App wissen die Landwirte von ihrem Smartphone aus, wo sich ihr Viehbestand aufhält und wie es den Tieren geht“, sagt Projektkoordinator Carlos Callejero.

Nutzeroberflächen, Datenbanken und Funktionen sind über eine gemeinsame Cloud-Lösung komplett miteinander verbunden, um vertrauenswürdige Daten zu gewährleisten. „Dieses System übernimmt die Verteilung der Informationen zwischen den Beteiligten. Beispielsweise wird ein von einer Tierärztin ausgefüllter Datensatz automatisch an den Landwirt weitergegeben“, erklärt Callejero.

Eine dauerhafte Lösung

Die Forschenden haben einen äußerst langlebigen Prototyp für Kühe mit leistungsfähigen Hochfrequenz-, Aktivitäts- und Temperatursensoren sowie einer Langzeitbatterie entwickelt. Der Prototyp kann somit über Standort, Mobilität und Gesundheit der Tiere berichten sowie die Daten an die quelloffene Cloud-gestützte Plattform FIWARE senden, wo sie verarbeitet und analysiert werden, um den Zustand eines Tieres zu bestimmen.

Eine der größten Herausforderungen war die Entwicklung eines Halsbandgehäuses, das Stößen und widrigen Wetterbedingungen standhält sowie für den Einsatz in abgelegenen ländlichen Gebieten geeignet ist, in denen die Telekommunikationsabdeckung eher mangelhaft ist. Callejero dazu: „Unser Gerät ist robust, leicht, ergonomisch und wasserdicht und wird zum besten Freund Ihrer Tiere werden.“

Außerdem erhöhten die Forscher die Leistung der Halsbandantenne und sie reduzierten die Größe und die Kosten der Elektronik. Gleichermaßen entwickelten sie neue Datenerfassungsfähigkeiten in Form eines Temperaturfühlers und passten das Halsband an andere Tierarten an.

Tiere gesund und in Sicherheit

Dank der elektronischen Halsbänder wissen die Landwirte immer, wo sich ihre Tiere aufhalten, sie kennen deren Körpertemperatur, Aktivitäten und Allgemeinzustand. „Das Gerät ist den Bäuerinnen und Bauern eine Hilfe, indem es Tierverluste verringert, Gesundheitsprobleme im Viehbestand reduziert sowie die Abkalberaten und den Tierschutz verbessert“, kommentiert Callejero.

Zudem werden die Rückverfolgbarkeit des Fleisches und die Ermittlung der Umweltauswirkungen der landwirtschaftlichen Tätigkeiten rund um die Tierhaltung verbessert. Das System wird außerdem auf Pferde, Schafe, Ziegen und sogar Haustiere sowie Wildtiere wie etwa Wildschweine, Rotwild und Vögel ausgeweitet, um deren Verhalten noch besser zu verstehen. Es trägt bereits in mehr als 700 landwirtschaftlichen Betrieben in Nordspanien zur digitalen Transformation der Viehwirtschaft bei.

Die Expansion von STEPLA PLUS in das übrige Europa betrifft einen potenziellen Markt von über 90 Millionen Kühen. Es werden Pilotstudien in Frankreich, Irland, Italien und im Vereinigten Königreich durchgeführt, um die Entwicklung des Netzwerks voranzubringen. „Das System wird die Bewirtschaftung eines landwirtschaftlichen Betriebs sowohl in Europa als auch weltweit erleichtern, indem Verluste reduziert, Ressourcen optimiert und Schritte zur Steigerung der Rentabilität unternommen werden. Unter der Marke Digitanimal hat die Kommerzialisierung von STEPLA PLUS nicht nur in Europa, sondern unter anderem auch in Australien, Kolumbien und Südafrika begonnen“, betont Callejero.

Schlüsselwörter

STEPLA PLUS, Viehbestand, Landwirt, Landwirtin, Halsband, Daten, Smartphone, FIWARE, DIGITANIMAL
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