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H2020

GRICAS — Ergebnis in Kürze

Project ID: 687556
Gefördert unter: H2020-EU.2.1.6.
Land: Frankreich
Bereich: Sicherheit, Verkehr und Mobilität

Flugzeugnotsignale werden High-Tech

Die Satellitentechnologie der nächsten Generation trägt entscheidend dazu bei, Such- und Rettungseinsätze in der Luft und auf dem Wasser voranzutreiben. Neue Geräte, die zur schnelleren Einführung der Technologie beitragen sollen, wurden erfolgreich entwickelt und befinden sich bereits in Betrieb.
Flugzeugnotsignale werden High-Tech
Eine schnelle Suche und Bergung ist bei Flugzeug- und Schiffskatastrophen ausschlaggebend für die Rettung von Menschenleben. Angefangen bei dem unglücklichen Air France Flug 447 bis hin zum Malaysia Airlines Flug 370 ließen sich Flugzeugkatastrophen über dem Ozean nur schwer genau lokalisieren. Dies veranlasste die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) und die damit zusammenhängenden Interessengruppen dazu, die Flugverfolgung neu zu erfinden, und zwar durch die Konzeption des integrierten weltweiten Sicherheitsfunksystems Luftfahrt (GADSS).

Zur Unterstützung dieser Mission arbeitete das EU-finanzierte Projekt GRICAS an der Entwicklung des ADT-Systems (Autonomous Distress Tracking) für Verkehrsflugzeuge. „Die heutigen Satellitensignale von Flugzeugen basieren auf manueller Aktivierung und Schockerkennung, funktionieren jedoch nicht besonders gut, wenn sich das Flugzeug in Bewegung befindet oder ins Meer stürzt“, so Projektpartner Thibaud Calmettes. „Europas neues globales Satellitennavigationssystem Galileo (GNSS) öffnet die Tür für eine viel effizientere Suche und Rettung“, fügt er hinzu.

Der neue Ansatz verspricht eine Verbesserung der Genauigkeit von 5 km auf 200 m und eine Lokalisierung der Flugzeuge in nur zwei Minuten anstatt der bisherigen zwei Stunden. Dies könnte letztlich dazu beitragen, Leben zu retten, wo jede Minute zählt, und kritische Einblicke in Unfälle geben.

Die neue Technologie setzt völlig neue Maßstäbe für Notfunkbaken

Galileo ermöglicht die Echtzeitortung von Flugzeugen in Notsituationen sowie eine hochpräzise Ortung im Allgemeinen, unterstützt durch Verbesserungen im aktuellen internationalen Cospas-Sarsat-Programm, der satellitengestützten Such- und Rettungsinitiative. Cospas-Sarsat initiierte Verbesserungen basierend auf der MEOSAR-Technologie (Medium-Earth Orbit Search and Rescue) der nächsten Generation, die die Stärken früherer LEOSAR- (Low-Earth Orbit Search and Rescue) sowie geostationärer GEOSAR-Technologien kombiniert. „GRICAS hat dazu beigetragen, die Machbarkeit des auf dem MEOSAR-Durchbruch aufbauenden GADSS/ADT-Konzepts zu validieren“, betont Calmettes. „Es half dabei, Betriebskonzepte von ADT zu definieren sowie die automatische Aktivierung von Notfunkbaken während des Fluges voranzutreiben und verbesserte die Möglichkeiten, wie Bodenstationen dafür sorgen können, dass das System den Bedürfnisse der Zivilluftfahrt entspricht“, erklärt er.

Mit der neuen Technologie, die auf Cospas-Sarsat MEOSAR zurückgeht, können alle in Not geratenen Flugzeuge auf der ganzen Welt lokalisiert und verfolgt werden. „Dies ist auch der Fall, wenn an Bord des Flugzeugs kein anderes System mehr verfügbar ist“, verrät Calmettes. „In Übereinstimmung mit den ADT-Empfehlungen, die von der ICAO unterstützt werden, ist die Notfunkbake vollständig autonom und wird mit einer eigenen Stromversorgung betrieben, ohne dabei für die Standortübermittlung auf ein anderes Bordsystem angewiesen zu sein“, erläutert er. Eines der bedeutendsten Merkmale der neuen Technologie ist, dass Galileo eine bidirektionale Kommunikation mit der Notfunkbake ermöglicht und wichtige Nachrichten zurücksendet, wenn sich gefährliche Situationen anbahnen.

Projektfortschritte werden bereits angenommen

Die ADT-Empfehlung von ICAO verlangt, dass alle Verkehrsflugzeuge ab 2021 mit dem ADT-System ausgestattet werden müssen. In diesem Sinne ist die MEOSAR-Technologie nun bereit für die Markteinführung, nachdem ihre erfolgreiche Leistung von GRICAS bestätigt wurde.

Darüber hinaus gab Projektkoordinator Thales Alenia Space ein daraus resultierendes Produkt für den Markt frei, das als MEOLUT-Next bekannt ist und der neuen Technologie entspricht. „MEOLUT-Next ist bezeichnend für die Ausrüstung der Bodenstation, die die relevanten Such- und Rettungssignale sammeln und verarbeiten kann, die von Galileo und anderen GNSS-Satelliten übertragen werden“, so Calmettes.

Die neue Notfunkbake-Technologie wurde kürzlich auch in Seeschiffen getestet und hat sich dort bewährt, wo der traditionelle Funkkontakt aufgrund der Wetterbedingungen versagte, wodurch mehrere Personen gerettet werden konnten. Insgesamt hat sich die bahnbrechende Technologie von Thales Alenia Space durch die Nutzung des leistungsstarken MEOSAR-Systems als effektiver und schneller als alle bisherigen Technologien erwiesen. Dies hat bereits dazu geführt, Leben zu retten, sowie Zeit und Geld zu sparen.

Schlüsselwörter

GRICAS, Flugzeuge, Satellit, Suche und Rettung, Galileo, MEOSAR, ADT, GNSS, Notfunkbake
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