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H2020

EyeWideVision — Ergebnis in Kürze

Project ID: 791464
Land: Spanien
Bereich: Gesundheit, Gesellschaft, Industrielle Technologien

WIVI: Visionäre Technologie zur Beurteilung und Behandlung von Sehbehinderungen

EU-Forscher haben Beurteilung und Training im Zusammenhang mit Einschränkungen der Sehleistung bei Kindern miteinander verschmolzen. Das Ergebnis, das ganzheitliche System WIVI Vision, gewährleistet die Früherkennung und stellt eine weitaus bessere Behandlung als die gegenwärtig üblichen augenmedizinischen/optometrischen Lösungen dar.
WIVI: Visionäre Technologie zur Beurteilung und Behandlung von Sehbehinderungen
Schätzungsweise zehn Prozent der Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren leiden an einer schweren Sehstörung. Dazu zählt zum Beispiel das Doppelsehen, bei dem das Kind nicht in der Lage ist, richtig zu fokussieren, sodass die Augen schielen. Grundlegende Sehleistungen wie Lesen, Schreiben und Erkennen von Personen aus der Ferne sind davon betroffen.

Die Hälfte dieser Kinder bleiben undiagnostiziert. Zudem werden nur 2 % der Patienten, bei denen Sehstörungen diagnostiziert werden, auch behandelt, und aufgrund mangelnder Ressourcen kann nur einer von hundert Augenoptikern diese Dienstleistungen erbringen.

WIVI – Vision für die Zukunft

Die gegenwärtig auf dem Markt erhältlichen Lösungen sind tendenziell subjektiv und die Bedienung erfolgt manuell; sie sind auf einen Testbereich begrenzt und nicht sehr genau. Da sie auf Fachwissen basieren, sind sie teuer und kompliziert in der Anwendung unter sich nicht wiederholenden Bedingungen zur Beurteilung oder zum Trainieren der Fähigkeiten im Zusammenhang mit der Sehleistung.

Unter Leitung von E-Health Technical Solutions (EHTS) aus Barcelona, Spanien, hat das EU-finanzierte Projekt EyeWideVision WIVI, ein Beurteilungs- und Behandlungsinstrument für Sehstörungen entwickelt. „Das für jeden Nutzer und Experten personalisierte System basiert auf immersiven 3D-Verfahren, die einen vollständigen Satz an kognitiven, neuronalen und körperlichen Zuständen zur Beurteilung des visuellen Systems bereitstellen“, erläutert Eva García Ramos, Geschäftsführerin und Gründerin von EHTS.

WIVI im Vergleich zur marktüblichen Alternativen

Die gute Nachricht ist, dass, wenn eine Sehstörung erst einmal erkannt ist, sie in 95 bis 100 % der Fälle durch Training korrigiert werden kann, und WIVI eine ausgezeichnete Trefferquote hat. „Mit den beim IBM Watson Build-Wettbewerb ausgezeichneten Algorithmen können mehr als 50 Parameter in allen visuellen Bereichen gemessen werden, und das im Vergleich zu nur vier in einem Bereich bei vergleichbaren alternativen Systemen“, erklärt Dr. Juan Carlos Ondategui-Parra, Augenoptiker und Mitbegründer von EHTS.

WIVI ist einzigartig – es beinhaltet sowohl die Beurteilung als auch die Behandlung für alle Sehbereiche und es gibt eine Steuerungsmöglichkeit für den Nutzer, was eine völlig neue Funktion ist. Die Standardtherapiedauer wird von sechs Monaten auf weniger als drei Monate verkürzt und stellt eine sowohl für die Anwender als auch für die Fachleute insgesamt kostengünstigere Alternative dar.

WIVI im Fokus

Es ist eine steigende Nachfrage nach Geräten zur Früherkennung und besseren Behandlung von Sehbehinderungen zu beobachten. Laut Persistence Market Research kann man davon ausgehen, dass der Weltmarkt für klinische Geräte zur Beurteilung der Sehfunktion bis 2020 um 42 685 Millionen USD mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,5 % wachsen wird.

Auch wenn das Projekt offiziell die Phase 1 abgeschlossen hat, ist EHTS gut auf diese Herausforderung vorbereitet. Es wurde für die nächsten fünf Jahre ein Fahrplan für WIVI festgelegt. „Unser Team verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in dem Sektor und ist international anerkannt und kann im Endeffekt den globalen Markt erreichen. Die WIVI-Lösung wird universell für Kinder weltweit einsetzbar sein“, betont García Ramos.

Bei einem in drei Richtungen zu verfolgenden Ansatz ist der erste Weg die Weiterentwicklung von WIVI sowie die Einführung wichtiger Verbesserungen, sobald die Validierung erfolgt ist. Um so schnell wie möglich zu einer breiter angelegten Kommerzialisierung zu gelangen, wird sich EHTS darauf konzentrieren, die erforderliche Zertifizierung für jedes Merkmal gemäß lokalen Gesetzen zu erhalten und diese besonderen Anforderungen technisch zu integrieren. Letztlich wird der Schwerpunkt des Konzepts für den Markt bei den verschreibenden Medizinern liegen.

„Die EyeWideVision-Studie hat uns in die Lage versetzt, unsere Geschäftsidee validieren zu können. Wir wollen WIVI als weltweiten Standard für die Beurteilung und Behandlung von Sehstörungen einführen, was starke Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft haben dürfte“, fasst Ondategui-Parra zusammen. Details über die Weiterentwicklung von EHTS und WIVI finden Sie auf der WIVI Vision-Website.

Schlüsselwörter

EyeWideVision, WIVI, Behandlung, Sehstörung, Fehlsichtigkeit, Diagnose
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