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H2020

gmSCAN — Ergebnis in Kürze

Project ID: 719180
Land: Irland
Bereich: Industrielle Technologien

Präzise Schlachtkörper-Bewertungssysteme für den Schweineschlachtmarkt

Ein irisches KMU hat erfolgreich ein neues Bewertungsverfahren für Schweineschlachtkörper in Spanien und Polen getestet. Das neue System bietet erhebliche Wettbewerbsvorteile und soll demnächst EU-weit angeboten werden.
Präzise Schlachtkörper-Bewertungssysteme für den Schweineschlachtmarkt
In der Fleischindustrie werden nicht alle Schweine gleich verarbeitet. Zartheit, Saftigkeit und Aroma hängen stark von Zucht, Alter, Fütterung und Behandlung der Schweine im Lauf ihres Lebens ab, sodass eine Preisgestaltung für Schlachtkörper, die dem Rechnung trägt, nur richtig erscheint. Dieses System wird als Klassifizierung von Schweineschlachtkörpern bezeichnet und ist von grundlegender Bedeutung, um eine gerechte Entlohnung der Hersteller zu gewährleisten.

Die EU hat eine Verordnung verabschiedet, um diese Klassifizierung auf den Gesamtanteil des Muskelfleischs im Verhältnis zum Gewicht zu stützen. In Wahrheit sind die Hersteller jedoch nach wie vor nicht gänzlich mit den verfügbaren Berechnungssystemen zufrieden, und Schlachthöfe haben ein zunehmendes Interesse daran, präzisere Methoden für die Einordnung der Schlachtkörper und großhandelsüblicher Teile auf Grundlage des Muskelfleischgehalts zu etablieren.

„Die meisten kleinen und mittelständischen Verarbeiter wenden für die Bewertung der Schlachtkörper manuelle Prüfungen auf Grundlage des Reflexionsgrads an. Solche Prüfungen sind relativ günstig, können jedoch nicht Aufschluss über den Muskelfleischgehalt bei großhandelsüblichen Teilen geben und müssen von einem geschulten Anwender durchgeführt werden“, sagt Diarmaid Heussaff, Geschäftsführer von GM Steel.

Natürlich gibt es automatische kommerzielle Bewertungssysteme – die auf Sicht- oder Ultraschalltechnologien basieren. Das Ultraschallgerät kann den Muskelfleischgehalt von großhandelsüblichen Teilen vorhersagen, indem der gesamte Schlachtkörper in horizontaler Lage gescannt wird, während Sichtsysteme die Klassifizierung in vertikaler Lage durchführen. Hierzu muss der Schlachtkörper jedoch richtig zerteilt und ordnungsgemäß vor die Kameras gelegt werden.

In diesem Zusammenhang soll sich die gmSCAN-Technologie von GM Steel hervortun. Sie gewährleistet noch vor der Zerteilung des Schlachtkörpers eine zuverlässige Prognose des Gesamtmuskelfleischanteils und der Zusammensetzung großhandelsüblicher Teile: „Die vertikale Konfiguration des Scanners vereinfacht die Integration der Ausrüstung in die Schlachtkette und reduziert die Integrationskosten erheblich, und wir sehen diesen als wettbewerbsfähige Alternative zu bestehenden automatischen Systemen“, sagt Heussaff.

Die magnetische Induktion bildet das Herzstück dieses Durchbruchs. Die in Zusammenarbeit mit Lenz Instruments entwickelte Methode ist kontaktlos – wodurch die Integrität und physischen Eigenschaften des Fleisches erhalten bleiben – und analysiert die Reaktion von Fett- und magerem Gewebe, wenn dieses einem Magnetfeld mit geringer Stärke ausgesetzt ist.

Der Schlachtkörper wird durch ein Magnetfeld geleitet, das durch eine Bank von Erregerspulen erzeugt wird. Jede Spule wird der Reihe nach aktiviert und das daraus resultierende Magnetfeld wird von einer Reihe Empfängersensoren erkannt. Aufgrund der Unterschiede in den dielektrischen Eigenschaften von Fett und Knochen gegenüber magerem Gewebe kann in einem bestimmten Frequenzbereich der Muskelfleischgehalt eines Schlachtkörpers bestimmt werden.

Schon bald auch in Ihrem Land erhältlich

Die beiden gmSCAN-Scanner wurden im Rahmen des Projekts jeweils in Spanien und Polen erfolgreich getestet. Obgleich das Team zuversichtlich ist, dass die Ausrüstung jetzt bereit für die EU-weite Kommerzialisierung ist, muss sie noch durch die jeweiligen nationalen Regulierungsbehörden geprüft und genehmigt werden. GM Steel visiert daher zunächst die spanischen und polnischen Schweineschlachtmärkte an, um die Akzeptanz der Technologie in der Branche zu erzielen.

„Wir gehen davon aus, zeitnah den Schweineschlachtmarkt in anderen Ländern anzuvisieren. Die aktuellen Bewertungsmethoden können und werden nach wie vor angewandt, insbesondere in kleineren Fabriken, doch das gmSCAN-System wird sich für kleine und mittelständische Hersteller als attraktiv erweisen, für die die Kosten automatischer Systeme bislang unerschwinglich gewesen sind. Für größere Hersteller bietet es die gleichen oder ähnliche Informationen wie die meisten kostspieligen Systeme auf dem Markt, allerdings zu weitaus geringeren Kosten“, schlussfolgert Heussaff.

Schlüsselwörter

gmSCAN, Schweineschlachtkörper, Magerfleisch, Klassifizierung, magnetische Induktion, Schlachtkörperbewertung, Fleischindustrie
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