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H2020

PIANO — Ergebnis in Kürze

Project ID: 642433
Gefördert unter: H2020-EU.3.5.4.
Land: Österreich
Bereich: Klimawandel und Umwelt

Wasser: Partnerschaften zwischen China und der EU

Europäische KMU haben dem expandierenden Markt für Wassertechnologie in China einiges zu bieten, brauchen aber noch etwas Unterstützung.
Wasser: Partnerschaften zwischen China und der EU
Wasser war in China schon immer ein schwieriges Thema. Überschwemmungen sind hier ein altes, aber immer wiederkehrendes Problem. In der jüngsten Vergangenheit hat Chinas Industrie wiederum so viel Wasser verbraucht, dass in einigen Regionen nun ernster Mangel herrscht. Außerdem verschmutzt unzureichend aufbereitetes Abwasser die Umwelt.

Seit 2011 arbeitet die chinesische Regierung daran, diese Probleme mit verschiedenen politischen Maßnahmen zu lösen, die die Verteilung, den effizienten industriellen Einsatz und die Qualität des Wassers steuern. Für diesen Kurswechsel sind immense Investitionen in die Infrastruktur und Verbesserungen der Umweltqualität notwendig (etwa 500 Mrd. EUR innerhalb von zehn Jahren). Da viele der bestehenden Technologien nicht nachhaltig sind, besteht Bedarf an integrierten neuen Alternativen, von denen zumindest ein Teil von europäischen KMU beigesteuert werden kann.

Die EU-finanzierte Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahme PIANO hat untersucht, welches Potenzial die Einführung innovativer Wassertechnologie aus Europa in China hätte. Die vielversprechendsten Kandidaten wurden im Projekt bewertet und in die engere Auswahl aufgenommen.

Marktzugang

Projektleiter Dr. Markus Starkl erklärt: „Für uns ist das Problem, dass ausländische Firmen es immer schwer haben, in den chinesischen Markt zu kommen.“ In den meisten Fällen können Unternehmer aus dem Ausland nicht direkt mit den einheimischen Firmen konkurrieren. Beim Wasser ist die Lage besonders komplex.

Es gibt in China einen spezialisierten Markt für Technologie, die aus Wasser Strom erzeugt, insbesondere bei der Rückgewinnung von Wärme und elektrischer Energie. China benötigt außerdem Modellierungssysteme und Entscheidungshilfen, doch das Budget für den Einkauf solcher Systeme ist begrenzt. Das Risiko, dass geistiges Eigentum gestohlen werden könnte, macht es ausländischen Organisationen zusätzlich schwer.

Trotz dieser Probleme wollen europäische KMU auf den chinesischen Markt, wohl wissend, dass sie alleine keinen Erfolg haben würden. Dr. Starkl ergänzt: „Darum müssen Wassertechnologieunternehmen in der EU dafür sorgen, dass sie strategische Partnerschaften mit chinesischen Einrichtungen schaffen. Solche Partnerschaften zu etablieren war eins der Kernziele von PIANO.“

Technologien in der engeren Auswahl

Zunächst hat das Team in Frage kommende Technologien aus Europa und China zusammengetragen und bewertet. Diese Technologien bilden fünf Bereiche ab: Wasserbewirtschaftung in der Landwirtschaft, den Kommunen und der Industrie, Bewirtschaftung von Flusseinzugsgebieten sowie Wasser zur Energiegewinnung.

Die Forscher haben sich auf etwa 100 Innovationen konzentriert, von denen europäische Unternehmen 59 aus vier Bereichen nach China liefern könnten. Bewertet wurde das Anwendungspotenzial dieser zuletzt genannten Gruppe für China. Zur Auswahl gehören Systeme zur Umweltüberwachung sowie Entscheidungshilfen, mit denen sich die Überwachungsdaten modellieren und/oder interpretieren lassen. Die Entscheidungshilfen sollen bei Gestaltung und Betrieb von Infrastruktur und Ausrüstung zum Einsatz kommen. Weitere ausgewählte Technologien sind Instrumente für Automatisierung und Kommunikation, die die Ausgabedaten der Überwachungs- und Entscheidungshilfesysteme verarbeiten.

Da die Auswahl mit Hilfe von akademischen Netzwerken erstellt worden ist, spiegeln die in Frage kommenden Technologien eher Produkte wider, die in der Forschung entstanden sind als in den Unternehmen. „Trotzdem war die Vergleichsanalyse der Innovationsleistung im Bereich Wasser äußerst erfolgreich, obwohl es nur wenige Informationen darüber gab, wie die Produkte in China eingesetzt oder welche gerade entwickelt werden“, so Dr. Starkl weiter.

Die Technologien, die für den spezialisierten Markt in China bei PIANO in die engere Auswahl gekommen sind, zeigen, in welchen Bereichen es Potenzial für gemeinsame europäisch-chinesische Forschung und Entwicklung gibt. Das Team hat eine entsprechende strategische Agenda für Forschung und Innovation erarbeitet. Die Projektergebnisse wurden der chinesisch-europäischen Wasserplattform vorgestellt und fließen in ihre zukünftigen Maßnahmen ein.

Außerdem haben die Forscher für Unternehmen in der EU eine Liste mit Empfehlungen unter Berücksichtigung des chinesischen Markts erstellt.

Das Team schlussfolgerte, dass europäische Unternehmen in den chinesischen Markt für Wassertechnologie eintreten können. Mit etwa 60 innovativen Technologien, die europäische KMU einem der größten Märkte der Welt zu bieten haben, sollten sie von den chinesischen Partnerschaften, die in PIANO entstanden sind, profitieren können.

Schlüsselwörter

PIANO, Wasser, China, KMU, Zusammenarbeit, Wassertechnologie, Innovation, Energie
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