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H2020

NexGenFSCM — Ergebnis in Kürze

Project ID: 726825
Land: Finnland
Bereich: Industrielle Technologien

Effiziente Supply-Chain-Management-Software für Lebensmittel

Ein finnisches Unternehmen hat eine einzigartige Supply-Chain-Management-Software für Einzel- und Großhändler von Lebensmitteln vorgestellt. Mit dem hochentwickelten cloudbasierten System von RELEX lässt sich Geld sparen, weniger Frischware durch Verderb einbüßen, die Lagerverwaltung optimieren und die Verbraucherzufriedenheit erhöhen.
Effiziente Supply-Chain-Management-Software für Lebensmittel
Um den steigenden Ansprüchen der Verbraucher bei frischen Lebensmitteln gerecht werden zu können, bekommen Lebensmittelanbieter eine Vielzahl an Möglichkeiten an die Hand, um die bestehende Lieferkette so umzugestalten, dass sich ein Wettbewerbsvorteil ergibt. Frische Lebensmittel, die ja äußerst leicht verderblich und nur beschränkt verfügbar sind, müssen mit nur minimalen Sicherheitsbeständen gelagert und jeden Tag den aktuellen Nachfrageprognosen angepasst werden. Effiziente Nachbestellungen, effektive Auftragserfüllung und angemessene automatisierte Prozesse sind auf dem stark umkämpften Markt die wichtigsten Qualitätsmerkmale für Lebensmitteleinzelhändler und -großhändler.

Mit EU-Fördermitteln für das Projekt NexGenFSCM hat das finnische Unternehmen RELEX Solutions eine hochmoderne Softwarelösung entwickelt, mit der sich Lieferketten planen und optimieren lassen. Mit Hilfe dieses innovativen Systems können Einzelhandelsunternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, indem sie Prognosen und Nachbestellungen verbessern. Die Projektpartner haben ihre neue Technologie in drei großen europäischen Lebensmittelläden vorgestellt.

Kannibalisierungseffekte unter Kontrolle

In der ersten Pilotfallstudie hat RELEX Techniken untersucht, mit denen die Promotionsplanung effizienter wird.

Der Abverkauf eines Produkts zum Beispiel über Preisnachlässe oder Werbung ist oft ein wichtiger Faktor bei der Generierung von Gewinn. Solche Aktionen können aber auch einen gegenteiligen Effekt erzeugen – die Kannibalisierung von Produktvarianten. Wenn mehr von einem Produkt verkauft wird, sinken oft die Absatzzahlen von anderen Waren in derselben Produktkategorie. Das kann die Lieferkette stark belasten, besonders bei der Nachfrageprognose und Nachbestellung von frischen Lebensmitteln. „Ein plötzlicher Abfall in der Absatzrate einer Produktvariante kann dazu führen, dass mehr Lebensmittel verderben, wodurch die Gewinne aus der Promotionsaktion schnell wieder verloren gehen. Auch wenn man überlegt, wie man die begrenzten Regalflächen für die meistverkauften Produkte reserviert, sollte man Produktkannibalisierung im Hinterkopf haben“, bemerkt Markus Pettinen, der Verwaltungsleiter bei RELEX Solutions.

Mit den Instrumenten von RELEX, die speziell für den Einzelhandel gestaltet wurden, wird eine angemessene Planung der Lieferkette möglich. Dies erfolgt auf Basis von Promotionsprognosen, um die erhöhte Nachfrage des Aktionsprodukts abzudecken, ohne dabei Verderb zu verursachen oder überhöhte Lagerbestände von Ersatzprodukten vorzuhalten. Die Software kann auf Grundlage früherer Absatzzahlen und Promotionsdaten Kannibalisierungszusammenhänge erkennen.

Einige Tage sind anders

Mit Hilfe der RELEX Software lässt sich auch besser verstehen, wie Verbraucher Kaufentscheidungen treffen, da externe Einflussfaktoren ihr Ausgabeverhalten stark verändern können. Das ist von besonderer Relevanz für die Organisation der Lieferkette an besonderen Tagen. Wenn zum Beispiel der Lohn ausgezahlt wird, oder auch an gesetzlichen Feiertagen kann der Druck auf die Supply-Chain-Manager, die für die Verfügbarkeit der Produkte verantwortlich sind, sehr stark steigen.

„Wir haben klare Nachweise dafür gefunden, wie das Absatzvolumen in einer Woche schwankt, in der die Löhne ausbezahlt werden“, so Pettinen. Und er erklärt weiter: „Zunächst war der Grund dafür unklar, aber mit einer Kombination aus Expertengutachten und Hypothesenprüfung konnten wir ihn finden. Dieses Vorgehen ist ein Schlüsselverfahren bei der Verallgemeinerung der Messung externer Variablen. Wir wollten im Kern für jedes Geschäft und jedes Produkt die Prognosen optimieren.“

Besser als der Durchschnitt

Mit ihrer Kombination aus hervorragender Rechenleistung, intelligenten Algorithmen und maschinellem Lernen ermöglicht die RELEX-Software optimierte Nachfrageprognosen. Sie ist eine Software as a Service und hebt sich von der Konkurrenz dadurch ab, dass sie die Leistungsfähigkeit des In-Memory-Computing nutzt, in dem eine speziell für die Zwecke der Lieferkette erstellte Datenbank enthalten ist. Deswegen arbeitet sie schneller als herkömmliche diskbasierte Lösungen.

Die Ergebnisse aus den Pilottests in drei Lebensmittelläden haben die Erwartungen übertroffen. Die Projektpartner haben berichtet, dass sie sehr hohe Regalverfügbarkeit erreichen, den Lagerumschlag verbessern und den Verderb senken konnten. Dank effizienterer Prozesse haben die Mitarbeiter in den Geschäften nun mehr Zeit für den Dienst am Kunden.

Schlüsselwörter

NexGenFSCM, Lieferkette, RELEX, Verderb, Prognose, Kannibalisierung, frische Lebensmittel, Lager, Lebensmitteleinzelhändler, Lebensmittelladen, In-Memory-Computing
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