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H2020

INTERWOVEN — Ergebnis in Kürze

Project ID: 703711
Gefördert unter: H2020-EU.1.3.2.
Land: Vereinigtes Königreich
Bereich: Gesellschaft

Vermächtnisse des Victoria and Albert Museum

Das weltweit größte Kunst- und Designmuseum hat ähnliche Museen auf der ganzen Welt tief und nachhaltig beeinflusst.
Vermächtnisse des Victoria and Albert Museum
Das Victoria and Albert Museum (V&A) in London, das 1852 gegründet wurde, ist das weltweit größte Museum für Kunst, Design und darstellende Kunst und umfasst eine umfangreiche Textil- und Modesammlung. Das Museum hat andere Museen weltweit maßgeblich beeinflusst.

Das EU-finanzierte Projekt INTERWOVEN erfasste den Einfluss des V&A im ersten Jahrhundert seines Bestehens, insbesondere auf das Nationalmuseum der Dekorativen Künste in Madrid. Darüber hinaus trug die Studie auch zu einem neuen Verständnis der zahlreichen Sammler, Kunsthändler, Kuratoren und Berater bei, die an der Entwicklung der Textilsammlung des V&A beteiligt waren. Schließlich wurde im Rahmen der Forschung detailliert auf die Bedeutung der frühen Terminologie zur Beschreibung und Kontextualisierung von Textilien eingegangen.

„Eines der Hauptergebnisse des Projekts war ein besseres Verständnis der Auswirkungen der Sammlungspolitik des V&A in Bezug auf spanische Textilien“, so Dr. Lesley Miller, Projektkoordinatorin und leitende Kuratorin für Textilien und Mode beim V&A.

Sammlungsstrategien

Im 19. Jahrhundert wurde bei der Sammlungspolitik des V&A beispielsweise Wert auf ästhetisch und technisch innovatives Design gelegt. Das Projekt zeigte, dass einige Sammler und Kunsthändler historische Textilien zerschnitten haben, um die einzelnen Stücke auf verschiedene Sammlungen aufzuteilen. Diese und andere frühzeitige Sammlungsstrategien sind nun im Rahmen der UNESCO-Abkommen als rechtswidrig erklärt worden, was ebenfalls von neu verabschiedeten Strategien, die diesen modernen Standpunkt unterstützen, widergespiegelt wird.

Die Auswirkungen der historischen Sammlungsstrategien des V&A hatten jedoch auch etwas Gutes, da so Textilien erhalten werden konnten, die andernfalls während des 19. und 20. Jahrhunderts zerstört worden wären. Das Archiv des V&A enthält außerdem Korrespondenzen von Institutionen, die im Zweiten Weltkrieg zerstörten wurden, wie dem Deutschen Textilmuseum (Krefeld).

Wie auch alle anderen durch ein Marie-Curie-Stipendium geförderten Projekte führte INTERWOVEN ein Schulungsprogramm für Forscher durch. Dazu gehörte der Erwerb von Laborkenntnissen, z. B. über die Verwendung von Rasterelektronenmikroskopen, sowie Schulungen zur Bedienung der Datenbank des Museums. Daher stützte sich die Studie nicht nur auf Datenbankeinträge am V&A, sondern trug auch zu ihnen bei.

Details der Sammlung

Die V&A-Sammlung ist nur unvollständig dokumentiert. Viele Stücke wurden beispielsweise nie fotografisch erfasst. Darüber hinaus fehlen in den Aufzeichnungen des Museums häufig Informationen über die Herkunft und Entstehungsgeschichte von Objekten sowie über die Art und Weise, wie sie in den Besitz des Museums gelangten. Der Projektforscher stellte das Wissen darüber, wie die Stücke hergestellt wurden, durch wissenschaftliche Analysen ihrer Farbstoffe und Metallfäden wieder her. Die Arbeit hat das Wissen über die Sammlung des Museums erheblich verbessert, was mit den museumseigenen Ressourcen nicht möglich gewesen wäre.

Die Analyse brachte auch neue Ideen über die allgemeinere – nicht lokale – Bedeutung der Textilindustrie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. „Historische Textilien haben im Vergleich zu anderen Artefakten nicht in allen Disziplinen die gleiche wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten, wenngleich ihre Erforschung doch Aufschluss über den Handel und die kolonialen Beziehungen sowie über den Technologietransfer in Europa, im Mittelmeerraum und darüber hinaus geben könnte“, so Dr. Miller.

Ein weiteres Ergebnis des Projekts war ein lebhafter Blog, in dem erklärt wird, wie Textilien analysiert werden und wie sie zu anderen Zeiten in der Geschichte gesammelt wurden. Zusätzlich leitet das Projekt vier Fallstudien zu den Rollen und Auswirkungen verschiedener in der Sammlung des V&A enthaltenen Textiltypen und eine durch das Projekt organisierte Konferenz verglich britische und spanische Sammlungsstrategien.

INTERWOVEN vertiefte das Verständnis für die Auswirkungen der historischen Sammlungspolitik. Darüber hinaus werden die aktualisierten Informationen über die Sammlung des V&A zu neuen Ausstellungen und zur öffentlichen Aufklärung von zukünftigen Generationen beitragen.

Schlüsselwörter

INTERWOVEN, Museum, V&A, Textilien, Victoria and Albert Museum, Kunst und Design, Textilsammlung
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