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FP6

MTCP — Ergebnis in Kürze

Project ID: 506328
Gefördert unter: FP6-SUSTDEV

Bessere Arbeitsstandards an Bord von Schiffen

Eine europäische Studie unterstreicht die Notwendigkeit nach verlässlicheren und einheitlicheren Kontrollverfahren zu EU-weiten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen von Seeleuten an Bord von Schiffen.
Bessere Arbeitsstandards an Bord von Schiffen
Europäische Forscher führten hierzu eine Studie durch, in der detailliert dargelegt wird, inwieweit Arbeitsnormen im Seeverkehr, wie sie in den Bestimmungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) festgelegt sind, an Bord von Schiffen der EU-Mitgliedsstaaten und ausgewählter assoziierter Staaten angewendet werden.

Die Forschungsarbeiten, die zwischen 2004 und 2007 vom MTCP-Projekt (Maritime Transport Coordination Platform) im Rahmen des RP6 durchgeführt wurden, waren Teil einer Reihe von Berichten, die das Ziel hatten, den Verkehrsbehörden und politischen Entscheidungsträgern Einzelheiten und Prognosen darzulegen sowie Werkzeuge zur Entscheidungshilfe anzubieten.

Laut einer Projektbeschreibung verfolgte das MTCP-Projekt die Notwendigkeit, die Relevanz der europäischen Forschung und Bildung auf Angelegenheiten der Meerespolitik, die auf den nachhaltigen Seeverkehr ausgerichtet ist, auszuweiten. Dies, so heißt es weiter, soll die europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken und den sicheren und effizienten Seeverkehr garantieren.

Die 22 Projektpartner gründeten eine Koordinierungsplattform, welche der Europäischen Kommission sowie anderen Entscheidungsträgern, die für Fragen der Energie, Mobilität und des Verkehrswesens verantwortlich sind, relevante und verlässliche Informationen lieferte.

In lediglich drei Jahren verfasste die Forschungsgemeinschaft 18 kurze politikrelevante Studien. Ebenso wurde von ihr das "Maritime Transport Sector Observatory" aufgebaut, Zielsetzung hierbei war es, Expertenwissen und die Ergebnisse der Studien der Öffentlichkeit und der Kommission zugänglich zu machen.

Von besonderem Interesse waren die Ergebnisse der Studie zur Anwendung der Arbeitsnormen im Seeverkehr. Die Studie brachte einige der Stärken und Schwächen der europäischen Kontrollverfahren ans Tageslicht.

Die Forscher führten eine detaillierte Literaturrecherche durch und griffen hier auf eine Reihe von statistischen Quellen zurück, und befragten Mitarbeiter der Hafenstaatkontrolle und Kontrolleure in Norwegen und acht EU-Mitgliedsländern sowie Beitrittsstaaten.

Gemäß der Studie weichen die Kontrollverfahren in den einzelnen untersuchten Ländern nur wenig voneinander ab. Unterschiede gab es jedoch in der Verwendung von Informationssystemen zur Dokumentation und Sammlung von Daten auf Schiffen, die anlegen.

Die Forscher analysierten Daten der Hafenstaatkontrolle, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren gesammelt wurden und suchten hier nach Entwicklungen in den Arbeitsnormen an Bord von Schiffen. Aus den Daten zu den Kontrollen ging hervor, dass bezüglich grundlegender Dinge wie der Lebensmittelversorgung und –lagerung, Ausrüstung zur Wasserversorgung, Unterbringung, der Bordküche sowie der sanitären Einrichtungen eine Verschlechterung der Standards zu verzeichnen war.

Die teameigenen Beobachtungsdaten lassen einen anderen Schluss zu. Die Bewertung der Arbeitsbedingungen an Bord basiert auf einem System von Kontrollen und Aufzeichnungen. Das Team fand heraus, dass Aufzeichnungen beispielsweise der abgeleisteten Arbeitsstunden und der Pausenzeiten nicht immer mit den realen Bedingungen an Bord übereinstimmten, da sie leicht verfälscht werden können. Sie machten zudem darauf aufmerksam, dass bestehende Bestimmungen zu Arbeits- und Pausenzeiten sowie zur Mindestbesatzungsstärke an sich keinen ausreichenden Schutz der Seefahrer vor Müdigkeit darstellen.

Während der Untersuchungen gaben mehrere Kontrolleure an, es aufgrund von Widersprüchen schwierig zu finden, einige der Normen anzuwenden. Beobachtungsdaten wiesen zudem darauf hin, dass die Kontrolleure in der Praxis inkonsequent handeln könnten, und dass eine bessere Anwendung der Arbeitsnormen einen größeren Anreiz für Schiffsbetreiber, Verbesserungen an Bord durchzuführen, darstellt.

Einige Kontrolleure und Betreiber, so die Studie, sind der Meinung, dass verlässlichere Kontrollen auf Basis einer Kontrollliste (wie sie von der US-Küstenwache verwendet wird) dabei helfen, die Arbeitsbedingungen der Seeleute in Europa zu verbessern.

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