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FP6

DEGREE — Ergebnis in Kürze

Project ID: 22576
Gefördert unter: FP6-POLICIES
Land: Niederlande

Verbesserte Fanggeräte tragen zum Schutz der Meeresumwelt bei

Meeresforscher haben neue Methoden entwickelt, um die Vorteile neuer Fanggeräte gegenüber derzeitigen Fanggeräten beurteilen zu können. Die neuen Fanggeräte tragen dazu bei, die Fischbestände zu erhalten.
Verbesserte Fanggeräte tragen zum Schutz der Meeresumwelt bei
Das Projekt "Development of fishing gears with reduced effects on the environment" (Degree) diente zur Entwicklung neuer Fanggeräte und Methoden zur Minimierung der Auswirkung der Schleppnetzfischerei auf den Meeresboden. Zu den untersuchten Fanggeräten gehören Scherbrettnetze, Baumkurren und Dredschen.

Der Name Scherbrettnetz leitet sich von den großen Scherbrettern ab, die verwendet werden, um das Schleppnetz offen zu halten. Bei der Baumkurrenfischerei wird das Netz durch einen starren Kurrenbaum aus Metall offen gehalten. Eine Dredsche besteht aus einem Metallkorb und wird zum Muschelfang verwendet.

Die Forscher arbeiteten bei der Entwicklung und Modifikation von Fanggeräten eng mit der Fischereiindustrie zusammen. Durch die vorgenommenen Modifikationen konnten die auf den Meeresboden wirkenden Erschütterungen reduziert werden. Das erstrebte Ziel war die Erreichung einer geringeren Mortalitätsrate von auf dem Boden lebenden Wirbellosen und Nichtzielarten bei der Schleppnetzfischerei.

Das von der EU geförderte Projekt beschäftigte sich auch mit den wirtschaftlichen Auswirkungen für die Fischer, die sich durch die Nutzung der neuen Fanggeräte ergeben. Kosten und Produktivität einer modifizierten Baumkurre wurden mit der einer herkömmlichen Baumkurre verglichen.

Außerdem wurde der Prozentsatz an Habitat-Schäden mit dem Prozentsatz an Beifang verglichen. Der Begriff "Beifang" bezieht sich hierbei auf Nichtzielarten, die ungewollt mitgefangen werden. Dies ermöglichte den Wissenschaftlern einen direkten Vergleich der neuen Fanggeräte, insbesondere im Hinblick auf die bessere Umweltverträglichkeit und die relative Kostenersparnis.

Die Auswirkungen der neuen Fanggeräte und -methoden wurden bestimmt durch Modelle der Auswirkungen auf Sedimente, den Einsatz in der Fischerei und die Untersuchung von Spuren auf dem Meeresboden. Die Wissenschaftler entwickelten und prüften auch den Einsatz von Release Panels, Baumkurren mit Impulsstrom und einer schonenden Dredsche für Austern.

Der Einsatz der Release Panels führte zur Verbesserung der Fangqualität und zu geringerem Zeitaufwand bei der Verarbeitung. Die Verwendung der Release Panels wirkte sich auf alle Bereiche positiv aus, den größten Vorteil brachte sie jedoch bei großen Baumkurren. Impulsstrom trug dazu bei, dass der Großteil des ins Meer zurückgeworfenen Beifangs (Discard) überlebte; auch die Entwicklung und der Einsatz der Austerndredsche erwies sich als erfolgreich.

Anhand der Datenerhebungen aus dem Degree-Projekt wurden physikalische und biologische Modelle entwickelt, die auf See überprüft wurden. Anhand des Modells konnte eine Einschätzung zur Mortalitätsrate von Nichtzielarten getroffen werden. Es wurde ein Werkzeug entwickelt, mit dem die Fischerei durch eine Kombination aus bodenschonenden Fanggeräten und Sedimentarten verwaltet werden kann.

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