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Kürzere Warteschlangen an Flughäfen

Ein EU-finanziertes Projekt konnte mit Erfolg ein Konzept zur sicheren Reduzierung von Staffelungszeiten für bei Seitenwind abfliegende Flugzeuge validieren. Die weitere Entwicklung könnte es nun mit sich bringen, dass die Fluggäste zukünftig vor dem Start nicht mehr so lange auf dem Flughafen warten müssen.
Kürzere Warteschlangen an Flughäfen
Heben Flugzeuge ab, so versetzen sie die Luft hinter sich in Turbulenzen. Das bedeutet, dass das nächste startende Flugzeug eine bestimmte Zeit - den minimalen Wirbelschleppen-Staffelungsabstand - abwarten muss, bis es sicher abheben kann. Neueste Untersuchungen legen nun nahe, dass dieses Standardzeitintervall unter bestimmten Bedingungen reduziert werden kann, ohne die derzeitigen Sicherheitsvorschriften zu unterlaufen.

Das Credos-Projekt ("Crosswind-reduced separations for departure operations") hatte nun die Aufgabe, dieses Konzept zu validieren. Obgleich der von dem Projekt verfolgte Ansatz in seinem ursprünglichen Umfang auf Abflüge auf einer einzigen Start- und Landebahn begrenzt ist, stellt das Konzept eine mögliche Lösung zur Verbesserung der Flughafenkapazität und zur Reduzierung von Verzögerungen an Flughäfen dar.

In früheren Arbeiten stellte man fest, dass die Wirbel oberhalb einer bestimmten Seitenwindstärke aus dem Abflugkorridor herausgeblasen werden und so keine weitere Gefahr für das folgende Flugzeug darstellen. Da viele europäische Flughäfen einen nicht unerheblichen Anteil der Zeit unter Seitenwindbedingungen arbeiten, gibt es ein erhebliches Potenzial für reduzierte Flugzeugstaffelungen.

Das Projekt untersuchte die operationelle Einsetzbarkeit dieses Konzepts, indem man sich auf die Situation von Abflügen unter Seitenwindbedingungen konzentrierte. Die Arbeit leisteten elf europäische Einrichtungen in enger Zusammenarbeit mit der Federal Aviation Administration, der Luftfahrtbehörde der USA.

Credos vermaß auf amerikanischen wie auch europäischen Flughäfen die durch abfliegende Flugzeuge verursachten Luftverwirbelungen. Die Forscher werteten diese Daten aus und entwickelten Modelle des Wirbelschleppenverhaltens. Diese Modelle wurden mittels Simulation von Flugzeugabflügen dazu verwendet, unter verschiedenen Seitenwindbedingungen sichere Staffelungszeiten festzusetzen. Das Projekt lieferte nun nach Entwicklung und Validierung ein operationelles Konzept zur Reduzierung der zeitlichen Abstände zwischen abfliegenden Flugzeugen unter Seitenwindbedingungen. Längerfristig könnte dies sowohl für die Flugzeuge als auch die Passagiere an den Flughäfen kürzere Wartezeiten, bevor sie endlich in die Lüfte abheben dürfen, bedeuten.

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