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FP6

EUROETHOS — Ergebnis in Kürze

Project ID: 28522
Gefördert unter: FP6-CITIZENS
Land: Italien

Ein gemeinsamer Ethos zu unterschiedlichen Werten

Kulturelle Vielfalt spielt beim Aufbau eines vereinigten Europas eine wichtige Rolle und ist besonders relevant hinsichtlich der sich ständig erweiternden Grenzen der Europäischen Union. Ein EU-finanziertes Forscherteam befasste sich mit der Fragestellung, wie man in verschiedenen Ländern bei religiösen und weltlichen ethischen Anträgen auf gesetzliche Ausnahmeregelungen mit einer Pluralität von Werten umgeht.
Ein gemeinsamer Ethos zu unterschiedlichen Werten
Das Euroethos-Projekt analysierte politische und rechtliche Fragen zur Rolle von Verweigerungen aus Gewissensgründen und Anträgen auf gesetzliche Ausnahmeregelungen. Die Projektpartner wollen damit einen wissensbasierten und empirisch fundierten Beitrag zur Debatte leisten und eine bestehende Lücke im Bereich solcher "Werte-Themen" schließen.

Mithilfe eines vergleichenden analytischen Ansatzes sollten außerdem Ähnlichkeiten und Unterschiede in Bezug auf den Umgang mit solchen Angelegenheiten in ausgewählten Ländern identifiziert werden. Dies böte die Grundlage für künftige direkte und/oder indirekte Interventionsstrategien der EU, die bei Fragen zu Werten, Religionen und kultureller Vielfalt zum Tragen kommen könnten.

Dafür erstellten die Euroethos-Forscher eine Datenbank von Fällen unterschiedlicher Behandlung im Zusammenhang mit einer Verweigerung aus Gewissensgründen und Anträgen auf gesetzliche Ausnahmen in acht Ländern. Die ausgewählten Fällen befassten sich mit einer unterschiedlichen Behandlung im Gesundheitsbereich (zum Beispiel zu Abtreibung und Euthanasie) und am Arbeitsplatz (z.B. Tragen von religiösen Symbolen und Einräumung von Feier-/Ruhetagen). Diese bildeten die Grundlage für die vergleichenden Fallstudien der Initiative und stellten die Mittel für die Prüfung der Forschungshypothese hinsichtlich des pluralistischen Charakters eines gemeinsamen europäischen Ethos bereit.

Mit dem Projekt konnten die Kenntnisse zum kulturellen Erbe einiger Mitgliedstaaten sowie zur Geschichte und Politik eines EU-Beitrittslandes, der Türkei, erweitert werden. Das erhaltene Wissen bietet somit auch ein solides Fundament, auf dem verwandte Fragen zur europäischen Erweiterung und Integration weiter geprüft werden können. Ein wichtiger Aspekt des Projekts war, dass es mit einem besseren Verständnis der Auswirkungen von Religionen und Wertevielfalt in den Gesellschaften in ganz Europa sowie neuen Erkenntnissen zur Diskussion der Frage beitragen konnte, ob die politische Integration Europas auf einem pluralistischen gemeinsamen kulturellen Substrat aufbauen kann.

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