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FP6

LOW-HEAT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 500399
Gefördert unter: FP6-SME

Rückgewinnung von Abwasserwärme aus Haushaltsgeräten

Dass heißes Wasser direkt aus der Leitung kommt, ist in westlichen Industrienationen selbstverständlich, die Bereitstellung und Vorhaltung ist allerdings kosten- und energieaufwändig.
Rückgewinnung von Abwasserwärme aus Haushaltsgeräten
Etwa 90% des gesamten Energieverbrauchs in europäischen Haushalten wird für die Erwärmung des Wassers aufgewandt, das aus Geschirrspülern, Waschmaschinen und Duschen größtenteils ungenutzt in den Abfluss gelangt. Durch Rückgewinnung dieser Wärme lässt sich der Energieverbrauch drastisch senken, was dazu beitragen könnte, gesetzlichen Anforderungen an umweltschonende Heizungs- und Sanitärtechnologien näher zu kommen.

Das EU-finanzierte Projekt LOW-HEAT (The development of a new domestic heat recovery technology for low grade heat in waste water) entwickelte Technologien, um mit der Wärme aus Haushaltsabwässern Haushaltsboiler mit Energie zu versorgen.

Herkömmliche Wärmetauscher sind für diese Rückgewinnung nicht geeignet, und zwar aufgrund des bei Haushaltsabwässern üblichen Niederdrucks. Außerdem sind die Abwässer mit Schadstoffen belastet, u.a. chemische Substanzen und Feststoffe, die sowohl die Effizienz als auch Lebensdauer beeinträchtigen, aber auch unangenehme Gerüche verursachen können.

Ziel war daher die Entwicklung innovativer, machbarer und kosteneffizienter Technologien sowie der erforderlichen Geräte und Steuerungssoftware, um bisherige Probleme bei der Wärmerückführung aus Abwässern zu beseitigen.

Entwickelt wurde ein Drei-Komponenten-System: eine neue Wärmetauschertechnologie in Kombination mit einer Ablaufvorrichtung und einer Funksteuerung. Bei einer Temperatur über 30°C aktiviert das System automatisch die Pumpe. Über eine Software-Steuerung werden Filterverstopfungen beseitigt, indem die Pumpe kurzzeitig rückwärts läuft. Die Funksteuerung liefert dem Nutzer alle Informationen zu Kosten- und Energieverbrauch sowie Wartungsanforderungen.

Mit dem System lassen sich bis zu 50% der Abwasserwärme rückführen und Energieverbrauch und CO2-Belastung auf diese Weise drastisch reduzieren. Kostenanalysen ergaben, dass sich ein voll funktionsfähiges Betriebssystem nach nur vier Jahren amortisiert hatte, womit nun eine machbare und wettbewerbsfähige Alternative zu herkömmlichen kommerziellen Systemen zur Verfügung steht.

LOW-HEAT wurde für seine Neuerung ein Preis für Energieeffizienz und ein Technologiepatent zuerkannt, zudem wurde die Technik auf europäischer Ebene als künftiger Energieträger identifiziert. Damit lieferten die Forscher einen wesentlichen Beitrag zu mehr Umweltfreundlichkeit von Haushalten und Wettbewerbsvorteile für die Heizungs- und Sanitärbranche.

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