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FP6

HELISAFE TA — Ergebnis in Kürze

Project ID: 502727
Gefördert unter: FP6-AEROSPACE
Land: Deutschland

Optimale Hubschraubersicherheit - getestet an Dummys

Obwohl uns der Einsatz von Testpuppen, den Crashtest-Dummys, im Fahrzeugbereich durchaus vertraut ist, hat man diese Option auf dem Gebiet der Hubschraubersicherheit bisher weitgehend ignoriert. Ein EU-finanziertes Projekt ermöglichte nun den Entwurf und die Entwicklung von Crashtest-Dummys, Simulationswerkzeugen und modernen Sensorsystemen, die das Verletzungs- und Todesfallrisiko bei einem Hubschrauberabsturz erheblich reduzieren.
Optimale Hubschraubersicherheit - getestet an Dummys
Die meisten Hubschrauberunfälle ereignen sich in geringer Höhe, beim Starten oder Landen oder bei Schlechtwetterflügen und Rettungseinsätzen. Die Insassen von bei niedrigen Geschwindigkeiten fliegenden Hubschraubern, die aus eher geringen Höhen zu Boden gehen, haben eigentlich gute Chancen zu überleben - wenn nur die Sicherheitsmaßnahmen neben Rumpf, Cockpit und Kabine auch die Passagiere berücksichtigen.

Das Helisafe TA-Projekt ("Helicopter occupant safety technology application") ging eigens an den Start, um mittels vollmaßstäblicher Crashtests, eines innovativen neuen Pakets von Simulationen und speziell für Hubschrauberanalysen entwickelten Crashtest-Dummys Szenarien zur Überlebensfähigkeit der Passagiere zu untersuchen.

Die Forscher führten zunächst einen vollmaßstäblichen Absturztest mit einem Hubschrauberrumpf mit Sensoren durch, die eine Rekonstruktion der realen Unfalllasten für weitere Tests ermöglichten. Sie entwickelten einen modifizierten Helisafe-FAA-Hybrid III-Dummy (Federal Aviation Authority; US-Bundesbehörde für die zivile Luftfahrt) und einen zweiten Hybrid-Dummy, so dass schließlich 95% der erwachsenen Bevölkerung berücksichtigt wurden. Sie entwickelten im Weiteren eine moderne Helikopterinsassen-Simulationssoftware (HOSS) und ein dazugehöriges modernes Crashsensorsystem. Setzen die Wissenschaftler diese beiden Komponenten in Kombination ein, so konnten komplexe Kabinen- und Cockpitsysteme, schwere Unfallszenarien und, was am allerwichtigsten war, die Auswirkungen auf die Insassen simuliert werden.

Die Ergebnisse ermöglichten es den Forschern, viele Wege aufzuklären, wie eine Entkopplung der strukturellen Integrität des Hubschraubers von der Dynamik des Menschen tatsächlich zu mehr Verletzungen und Todesfällen führen kann. Eindrückbare Rümpfe verfügen zum Beispiel oft über eine nur unzureichende Energieaufnahme und eine verringerte Passagiersicherheit, Rückhaltesysteme allein sind keine Garantie für das Überleben und crashtauglichen Sitze (die einen Unfall überstehen) können in der Realität eine dynamische Reaktion erzeugen, der der menschliche Körper einfach nicht gewachsen ist.

Die Ergebnisse von Helisafe TA resultierten in einem 33%igen Rückgang der Wahrscheinlichkeit auf eine Verletzung bei einem typischen Hubschrauberabsturz. Die Forscher schätzten ein, dass mit Hilfe wirksamer Sicherheitseinrichtungen 30-50% der Todesfälle vermieden werden können.

Das Projekt leistete somit Beiträge zu Hubschrauber- und Insassensicherheits-Validierungstools, die es bisher in Europa nicht gab, und die eine Verbesserung der Sicherheit der Passagiere und Piloten während routinemäßiger Starts und Landungen sowie unter gefährlichen Rettungsbedingungen gewährleisten. Fortschritte auf diesem Gebiet werden Leben retten sowie zugleich einen wichtigen Wettbewerbsvorteil und potenzielle neue Arbeitsplätze für die europäische Luftfahrtindustrie aufbauen.

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Fachgebiete

Aerospace Technology
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