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FP6

TB TREATMENT MARKER — Ergebnis in Kürze

Project ID: 12173
Gefördert unter: FP6-LIFESCIHEALTH
Land: Dänemark

Zuverlässiger Marker für Tuberkulosetherapie entwickelt

EU-finanzierte Forschungen entwickeln derzeit einen kostengünstigen, mobilen Schnelltest für Tuberkulose zur Unterstützung klinischer Entscheidungen im weiteren Krankheitsverlauf.
Zuverlässiger Marker für Tuberkulosetherapie entwickelt
Zwei bis drei Millionen Menschen wird jährlich und weltweit das Tuberkulosebazillus zum Verhängnis. Im Kampf gegen Tuberkulose (TBC) engagiert sich nun auch das Projekt TB Treatment Marker (Establishing a TB treatment efficacy marker) in Guinea-Bissau, dem geographischen Gebiet mit einer der höchsten TBC-Inzidenz weltweit.

Ziel von TB Treatment Marker war die Suche nach einer Methode, mit der besser eingeschätzt werden, inwieweit verschiedene TBC-Therapieprogramme Wirkung zeigen. Ist das Projekt erfolgreich, können Medikamente künftig zielgerichteter eingesetzt und die Anzahl der Neuerkrankungen gesenkt werden. Bislang wird nach Fehlschlagen der Primärtherapie in einem zeit- und ressourcenaufwändigen Testverfahren ermittelt, welche alternative Antibiotika noch anschlagen.

Bereits zuvor hatte man herausgefunden, dass sich ein Rezeptor, der so genannte suPAR (löslicher Urokinase-Plasminogen-Aktivator-Rezeptor) als Marker zur Beurteilung der Behandlungswirksamkeit eignet. Bei aktiver Tuberkulose ist die Konzentration des Blutplasmaproteins erhöht, schlägt die Behandlung hingegen an, sinkt die Konzentration.

Der Einsatz von suPAR als Marker bietet in vieler Hinsicht Vorteile. Vor allem kann er sowohl im Blut als auch in Serum, Plasma und Urin nachgewiesen werden. Hierfür reicht dann ein einfacher ELISA-Test (enzyme-linked immunosorbent assay). In endemischen Gebieten (meist abgelegene Regionen in den Entwicklungsländern) kommt es vor allem darauf an, dass der Test ambulant eingesetzt werden kann und nicht teuer ist.

Die Initiative TB Treatment Marker, auch bekannt unter dem Namen treaTBest, führte klinische Tests in Guinea-Bissau durch und ermittelte, ob sich die suPAR-Konzentration beim Anschlagen einer Behandlung senkt und ob sich daraus eine Prognose ableiten lässt. Da es wichtig ist, langfristig die Wirkung von Infektionen, Gesundheitszustand und Intervention zu beobachten, war das Ziel, den wichtigsten Faktor zu ermitteln, auf dessen Basis die klinische Entscheidung über den Fortgang der Behandlung fällt: der kritische Zeitraum, in dem suPAR als Marker eingesetzt werden kann.

Zu den wichtigsten Ergebnissen des Projekts gehört der Wiederaufbau der TBC-Testeinrichtungen im Land, nachdem diese im Bürgerkrieg 1998 fast komplett zerstört worden waren. Auf Basis der in der Studie gesammelten Daten können nun weitere Forschungen stattfinden. Zum künftigen Aufgabenbereich von TB Treatment Marker gehören Ausbildungskurse und Kapazitätenausbau im Kampf gegen die Krankheit in ländlichen Gebieten.

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