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Stärkung der Immunabwehr von Kindern in Südamerika

Ein europäisches Projekt befasste sich mit Methoden zur Verbesserung von Antibiotikatherapien und Impfstoffen im Kampf gegen mukosale Infektionen. Problematisch sind diese Art von Infektionen vor allem in Entwicklungsländern,
Stärkung der Immunabwehr von Kindern in Südamerika
wo infektiöse Darm- und Atemwegserkrankungen noch immer ein hohes Gesundheitsrisiko für Kinder darstellen, insbesondere in Südamerika. Viele der pathogenen Erreger gelangen über die so genannte Mukosa, also die Schleimhaut bzw. Schutzschicht, die das Innere von Hohlorganen auskleidet, in den Körper, u.a. in Atemwege und Darm. Das Projekt SAVINMUCOPATH (Novel therapeutic and prophylactic strategies to control mucosal infections by South American bacterial strains) untersuchte einige der Bakterienstämme, die diese potenziell tödlichen Infektionen verursachen. Insgesamt zielte das Projekt auf die Entwicklung effektiver Immuninterventionsstrategien ab.

Das Forscherteam von SAVINMUCOPATH untersuchte drei Hauptarten mukosaler Bakterien, die ein besonderes Risiko für die Bevölkerung darstellen: spezifische Stämme von Streptokokken, Salmonellen und Bordtella. Sie kommen nur in Südamerika vor und werden mit hohen Infektionsraten und Todesfällen bei Kindern assoziiert, vor allem, wenn die Lebensbedingungen ärmlich sind.

Die Forscher analysierten mit genetischen Methoden Proteinantworten auf mukosale Infektionen in Tiermodellen und entdeckten auf diese Weise bakterielle Bestandteile, die eine mukosale Immunität induzieren. Der nächste Schritt war die Identifizierung protektiver Mechanismen und Infektionsprozesse, die die unspezifische Immunantwort des Wirtes auf Streptokokken und Salmonellen beeinflussen und verändern.

Der wirtseigene Abwehrmechanismus erkennt Bakterien anhand pathogenassoziierter molekulare Muster (PAMP), an die Rezeptoren unspezifischer Immunzellen andocken. Wenn Vakzine auf Basis dieser Muster entwickelt werden, könnte ein wirksamerer Schutz gegen die Infektionen erzielt werden. Das Projekt erbrachte somit den Nachweis, dass sich PAMPs eignen, um die Reaktion des Immunsystems auf die drei untersuchten Bakterienarten zu verstärken.

Als Ergebnis des Projekts wurden 34 Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht, und weitere sind geplant. Die Erkenntnisse wurden über einen fachspezifischen Ausbildungsgang mit dem Titel "Mucosal Innate and Adaptive Immunity" (Mukosale unspezifische und adaptive Immunantwort) und durch eine Reihe von Konferenzen an Doktoranden und Postdoktoranden vermittelt und der Öffentlichkeit vorgestellt.

SAVINMUCOPATH leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Adjuvantien zur Behandlung mukosaler Infektionen und wird die Impfstoffforschung maßgeblich vorantreiben. Da die Studie auch die Mechanismen des unspezifischen Immunsystems untersuchte, könnte das Projekt als Plattform für weitere Forschungen zur Prävention von Krankheiten dienen.

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