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FP6

HABIT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 3932
Gefördert unter: FP6-SUSTDEV
Land: Irland

Neue Strategien gegen Muschelvergiftungen

Genießern von Muschelfleisch, das von europäischen Küsten stammt, könnte bald die Sorge um Muschelvergiftungen durch Algentoxine genommen werden, denn neue Forschungen zielen darauf ab, das Risiko solcher Lebensmittelvergiftungen zu senken.
Neue Strategien gegen Muschelvergiftungen
Phytoplankton wird zwar eher selten mit gesundheitlichen Risiken assoziiert, die Toxine könnten dem Menschen jedoch ebenso gefährlich werden wie der Biss eines Hais. Toxische Algen sind marine Mikroorganismen, die vor allem dann Probleme auslösen, wenn sie in der Nähe von Muschelbänken Blüten entwickeln (harmful algal blooms, HAB). Ihr Verzehr kann beim Menschen ernsthafte Vergiftungserscheinungen herbeiführen.

Einer der Verursacher von HAB, der Phytoplankton Dinophysis, ist mikroskopisch klein und daher sehr viel unberechenbarer als ein Hai. Ein Forscherteam unterstützte die europäische Fischerei- und Aquakulturindustrie und stellte im Rahmen des EU-finanzierten Projekts HABIT (Harmful algal bloom species in thin layers) Informationen zur Entstehung von HAB und der Bildung toxischer Algenblüten bereit.

Dinophysis schwimmt als hauchdünner Teppich unter der Wasseroberfläche. HABIT entwickelte für den Nachweis in europäischen Küstengewässern verschiedene Messverfahren sowie neue Probenahmeverfahren, auf deren Basis genauere vertikale Profile wichtiger Meeresparameter erstellt werden können. So wurde die Phytoplanktonzusammensetzung einschließlich zwei weiterer neuer Arten in europäischen Meeren ausführlich kartiert.

Laboranalysen lieferten Aufschluss über Nährstoffgrundlage, Reproduktion und andere Aspekte im Lebenszyklus von Dinophysis und wurden durch physische Modelle der Küstendynamik ergänzt. Damit kann erklärt werden, inwieweit lokale Zirkulationen wie Wirbel und Strömungen dazu beitragen, Dinophysis in Regionen zu verbreiten, in denen filtrierende Organismen wie Muscheln und andere Meeresfrüchtearten leben.

Bei der Vorhersage von HAB wurden wesentliche Fortschritte erzielt, indem ein Berechnungs- mit einem Wetterprognosemodell zusammengeführt wurde. Auf dieser Basis kann die Wahrscheinlichkeit genauer berechnet werden, da Wetterlagen die Entstehung toxischer Algenblüten maßgeblich beeinflussen. Empfohlen wurde eine kontinuierliche Küstenüberwachung durch ein Frühwarnsystem, das nicht nur der Verbrauchersicherheit, sondern der gesamten Muschelbranche zugute kommt.

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