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FP6

UWT — Ergebnis in Kürze

Project ID: 44272
Gefördert unter: FP6-POLICIES

Einfluss von Zuwanderern auf europäischen Arbeitsmarkt

Eine EU-finanzierte Studie ermittelte Daten zu Migrationsströmen in die EU und deren Auswirkungen auf den europäischen Arbeitsmarkt und deckte die Nachteile der sich kontinuierlich verschärfenden Einwanderungskontrollen auf.
Einfluss von Zuwanderern auf europäischen Arbeitsmarkt
Das Projekt UWT (Undocumented worker transitions: Compiling evidence concerning the boundaries and processes of change in the status and work of undocumented workers in Europe) untersuchte legale und illegale Aspekte im Zusammenhang mit diesen Migrationsströmen. Im Vordergrund der Untersuchungen standen Arbeiter ohne oder mit eingeschränkter Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Analysiert wurde u.a. deren Kenntnisstand zum Arbeitsmarkt des Ziellandes und inwieweit der Migrationsstatus die Arbeitssuche be- oder verhindert.

Dabei untersuchten die Projektpartner aus sieben EU-Mitgliedstaaten eine Reihe von Faktoren im Zusammenhang mit Migrationsströmen und Arbeitsmarkt: u.a. inwieweit Einwanderung die Situation auf dem europäischen Arbeitsmarkt beeinflusst, sowie die Routen, auf denen Migranten und Flüchtlinge in die EU gelangen und sich dort bewegen. Weiterhin wurde der theoretische Zusammenhang zwischen Sozial-/Humankapital und Migration geprüft.

Die Analyse verschiedener Aspekte von Migration umfasste auch den Einfluss alters- und geschlechtsspezifischer Unterschiede sowie ethnische Zugehörigkeit auf die Arbeitserfahrungen illegaler Einwanderer. Deutlich wird dabei, dass striktere Einwanderungskontrollen nicht greifen, um die massive Einwanderung zu stoppen, denn der Grund für die Abwanderung sind meist die schlechten sozialen, ökonomischen oder politischen Bedingungen im Heimatland. Hinzu kommt, dass es nach Meinung vieler Migranten einfach ist, sich im Zielland Arbeit zu verschaffen.

Die Forscher von UWT fanden heraus, dass Migranten sich von den inzwischen in mehreren Ländern geltenden strikteren Einwanderungskontrollen nicht von ihrem Vorhaben abschrecken lassen. Stattdessen nehmen sie vermehrt Risiken auf sich, um Arbeit zu erhalten: unter Umgehung der Visumsvorschriften wird mitunter auch illegale Arbeit angenommen. Dies führt dazu, dass Arbeitgeber aus der fehlenden Arbeitserlaubnis Vorteil schlagen, indem sie die Arbeit schlecht bezahlen und die Arbeiter menschenunwürdig behandeln. Strengere Einwanderungsbestimmungen sind daher tatsächlich kontraproduktiv, denn sie fördern riskante und ausbeuterische Arbeitsbedingungen.

Empfehlungen von UWT laufen somit darauf hinaus, die Regelungen für Migration und Beschäftigung zu trennen und im Gegenzug Gesundheit, Sicherheit und soziale Absicherung zu verbessern, sodass alle Arbeiter vom Arbeitsrecht profitieren – dem eigentlichen Sinn und Zweck eines Arbeitsrechts. Dadurch entstehen Arbeitgebern auch keine wirtschaftlichen Vorteile, wenn sie Schwarzarbeiter beschäftigen.

Die Ergebnisse zeigen wieder einmal, dass es wichtiger ist, die Lebensbedingungen im Herkunftsland zu berücksichtigen statt die illegale Einwanderung in die Zielländer und illegale Arbeitsverhältnisse zu sanktionieren. Die Empfehlungen der UWT-Studie wurden in einem Übersichtsbericht vorgelegt und umfassen Maßnahmen zur Abschaffung des hohen Maßes an Ungerechtigkeit, das von den Projektpartnern identifiziert worden war.

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