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Umweltfreundliches Pulverbeschichten von Kraftfahrzeugteilen

Bei der farbigen Lackierung von Metallteilen war die Automobilindustrie bisher auf den Einsatz der Flüssigsprühbeschichtung beschränkt. EU-finanzierte Forscher haben ein einzigartiges Förderersystem entwickelt, mit dem die bislang existierenden technischen Grenzen überwunden werden können, und das dem umweltfreundlichen Pulverbeschichtung endgültig Tür und Tor öffnet.
Umweltfreundliches Pulverbeschichten von Kraftfahrzeugteilen
Pulverlacke haben gegenüber Sprühlacken viele Vorteile. Sie haften gut, sind abriebfest und der Overspray (Sprühverlust) kann leicht zurückgewonnen und wiederverwendet werden, was das Verfahren umweltfreundlich macht. Jedoch ist es in einem der wichtigsten Industriezweige, in denen Metalle lackiert werden, der Automobilindustrie, bisher nicht gelungen, Pulverbeschichtungsverfahren einzusetzen. Größter Hemmschuh dabei war der Typ der zum Bewegen der Teile eingesetzten Förderer, bei denen die Gewichtsbelastung eine Rolle spielt.

Das Protecc-Projekt ("Powder protected cardan chain in industrial floor conveyors") sollte nun ein neuartiges Bodenförderkettensystem (Chain Floor Conveyor, CFC) entwickeln, mit dem schwere Kfz-Teile bewegt werden können und das für den Einsatz in der Pulverbeschichtung geeignet ist. Schwerpunkte waren der Schutz der Kette selbst vor dem Farbpulver und die möglichst einfache Reinigung der Spritzkabine bei einem Wechsel der Farbe, wobei letzteres Produktionzeit und -kosten spart.

Das Forscherteam konzentrierte sich besonders auf eine Neugestaltung der Kettenscheine einschließlich der elektrischen Aufladung der Schiene und den Einsatz einer nichtmetallische Außenhaut, um das Haften des Pulvers an der Schiene zu verhindern.

Mit einer kommerziellen Umsetzung der Protecc-Konzepte wäre bedeutender ökologischer und ökonomischer Nutzen verbunden. Eine durch das CFC-System ermöglichte Übernahme der umweltfreundlichen Alternative zur Flüssigsprühbeschichtung in den gewaltigen Automobilsektor hätte außerdem erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsschutz der in der Fahrzeugindustrie Beschäftigten. Der Einsatz des neuen Kettenbodenförderers, verbunden mit Pulverbeschichtung, würde überdies die Rückgewinnung und Wiederverwendung von bis zu 95% des Overspraypulvers möglich machen und die Kosten für die Abfallentsorgung sowie die Produktions- und Lohnkosten senken. Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilhersteller sollten insgesamt gestärkt werden. Für die Hersteller von Förderern und Zubehör wird sich ein neuer Markt erschließen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bekommen auf diese Weise Zugang zu einem kostengünstigen, flexiblen CFC-System.

In den Protecc-Konzepten steckt das Potenzial, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Kraftfahrzeughersteller, der Hersteller von Fördertechnik und anderen an einem bezahlbaren CFC-System interessierten kleinen und mittleren Unternehmen zu verbessern und gleichzeitig durch den verstärkten Einsatz der umweltfreundlichen Pulverbeschichtungstechnologie die Umwelt zu schützen.

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