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Neuartige Impfstoffe für Infektionen bei Wiederkäuern

Das Ziel eines internationalen Konsortiums war die Behandlung bakterieller Infektionen bei Wiederkäuern anhand der Entwicklung spezifischer Diagnosetests und effizienter Impfstoffe. Die Projektergebnisse sollen für die effektive Behandlung von Krankheiten und zur Minimierung von Viehverlusten genutzt werden.
Neuartige Impfstoffe für Infektionen bei Wiederkäuern
Durch Zecken übertragene Krankheiten stellen ein ernsthaftes Problem für den internationalen Tierhandel dar und hemmen eine gesteigerte Produktivität der Viehbestände. Die derzeitige Krankheitskontrolle besteht in der Verwendung von zeckenspezifischen Pestiziden, die als Akarizide bezeichnet werden. Mit ihrer Nutzung sind jedoch eine Reihe von Nachteilen verbunden wie beispielsweise Kosten, Resistenz sowie Umwelt- und Lebensmittelsicherheit.

Zur Bekämpfung dieser Probleme lag der Schwerpunkt des EU-finanzierten Projekts Epigenevac auf Infektionen bei Wiederkäuern, die von Ehrlichia ruminantium (Cowdriose oder Herzwasser) und Anaplasma marginale (Anaplasmose) hervorgerufen werden. Cowdriose tritt in subsaharischen Ländern Afrikas, auf Madagaskar und den umgebenden Inseln auf, Anaplasmose hingegen ist weiter verbreitet. Beide werden von verschiedenen Arten von Zecken oder Stechfliegen übertragen. Die Projektpartner wollten einen spezifischen Diagnosetest und effiziente Impfstoffe zur Kontrolle der Entstehung und Ausbreitung dieser bakteriellen Krankheiten entwickeln.

Im ersten Schritt sequenzierten sie die Genome von E.ruminantium und A.marginale. Durch die Kombination der Daten mit Informationen zur RNA und zu Proteinen wollten sie potenzielle Antigene identifizieren, die zur Entwicklung von Impfstoffen genutzt werden könnten. Die viel versprechendsten Gene wurden in verschiedene Trägersysteme geklont und es wurden verbesserte immunologische Screeningmethoden entwickelt, um die potenziellen Impfstoffe zu testen.

Im Anschluss daran wurde eine große Feldstudie zur Epidemiologie der Cowdriose und Anaplasmose durchgeführt, um regionale Karten der Krankheiten zu erstellen und die Dynamik von Zecke-Vektor-Wirt-Interaktionen zu untersuchen. Es wurden molekulare Methoden zur empfindlichen Erkennung und genetischen Charakterisierung von E.ruminantium und A.marginale entwickelt.

Epigenevac stellte daher grundlegendes Wissen zur Genetik von durch Bakterien verursachten Infektionen bei Wiederkäuern und identifizierte Antigene, die für Immunisierungsstrategien verwendet werden könnten. Die Diagnosetests, die während des Projekts optimiert wurden, dienen als quantitative Indikatoren zur Unterstützung der Entscheidungsfindung bei Tiergesundheitsmaßnahmen.

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