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Ein Rettungspaket für tropische Torflandschaften

Obwohl tropische Torflandschaften weniger als 1 % der Oberfläche der Erde ausmachen, enthalten sie 3 % des weltweiten Kohlenstoffs im Boden und bieten gefährdeten Tierarten wie dem Orang-Utan einen Lebensraum. Durch EU-Finanzierung werden diese wertvollen Ökosysteme gerettet und saniert.
Ein Rettungspaket für tropische Torflandschaften
Unberührte tropische Torflandschaften sind signifikante Kohlendioxidsenken und ihre Zerstörung oder Destabilisierung durch menschliche und klimatische Veränderungen reduzieren den Kohlenstoffspeicher, was die Emissionen von Treibhausgas (THG) ansteigen lässt.

Wenn der dazu gehörende Wald gerodet und der Torfboden entwässert ist, oxidiert darüber hinaus die Oberfläche und verliert schnell Kohlenstoffdioxid (CO²). Ein progressiver Abbau der Torfoberfläche führt zu lokalen Überschwemmungen und global gesehen weiteren klimatischen Störungen.

Historisch betrachtet konzentrierte sich die Entwicklung von Torflandschaften in Südostasien auf flache Torfgebiete an der Küste in Verbindung mit kleinen Landwirten. Während der 90er Jahre jedoch änderte sich die Landnutzung tropischer Torflandschaften zunehmend und weitflächige Gebiete im Landesinneren wurden hauptsächlich für die Anpflanzung von Bäumen zur Gewinnung von Palmöl und Zellstoff genutzt. Zu allem Unheil verbreitete sich illegales Roden in tropischen Küstensumpfwäldern.

Um die entstehenden Veränderungen und Probleme bezüglich der Klimabilanz, Wasserbewirtschaftung, Biodiversität und Armutsbekämpfung anzugehen, finanzierte die EU ein größeres Projekt, an dem 14 internationale Partner aus Asien und Europa beteiligt waren. Das Projekt "Restoration of tropical peatland to promote sustainable use of renewable natural resources" (Restorpeat) zielte auch darauf, tropische Torflandschaften und Küstensumpfwälder zu sanieren.

Die Errungenschaften und Empfehlung der Forschung des Projekts Restorpeat bezogen sich auf ökologische und natürliche Ressourcen, hydrologische Integrität und Auswirkungen auf Kohlenstoffflüsse. Auch die Auswirkungen von Torfbränden, die vor der Landnutzungsänderung eine große Menge CO2 freisetzten, war ein dringliches Thema. Besonderes Augenmerk wurde auch auf soziale und ökonomische Themen wie nachhaltige Unterstützung des Lebensunterhalts der örtlichen Bevölkerung gelegt.

Die Verbreitung der Ergebnisse von Restorpeat umfasste ein Buch mit 29 Arbeiten, das ein breites Spektrum von Themen von der Wiedereinführung ökologischer Funktionen bis hin zu Regierungsaspekten der Sanierung abdeckt. Informationen wurden an alle Interessenvertreter verbreitet, zu denen Entwicklungsfinanzierungsagenturen, internationale und lokale Organe, Landwirte und die wissenschaftliche Gemeinschaft zählen.

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