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FP6

SCARLET — Ergebnis in Kürze

Project ID: 44166
Gefördert unter: FP6-POLICIES
Land: Italien

Computergestützte Toxizitätsanalysen

Laut gesetzlicher Regelung muss jede chemische Substanz vor der Markteinführung auf Toxizität und Mutagenität geprüft werden. Europäische Interessenvertreter bewerteten die Praxis derzeitiger Toxizitätsanalysen in Europa und unterstrichen die Notwendigkeit computergestützter Methoden.
Computergestützte Toxizitätsanalysen
Da Tierversuche in der Kosmetikindustrie und seit längerem auch in der Pharma- und Nahrungsmittelbranche immer unpopulärer werden, geht die Suche nach Alternativen weiter, mit denen Toxizität und Mutagenität chemischer Substanzen getestet werden können. Meist wird die so genannte Struktur-Wirkungs-Beziehung (structure-activity relationships, SAR) in toxischen und mutagenen Substanzen untersucht, d.h. die Wirkung wird aus der Struktur hergeleitet.

Das EU-finanzierte Projekt SCARLET (Structure-activity relationships leading experts in mutagenicity and carcinogenicity) analysierte, inwieweit sich SAR tatsächlich zur Ermittlung von Karzinogenität und Mutagenität eignen, und lieferte Anhaltspunkte für weiteren Forschungsbedarf. In einem Workshop erörterten Fachspezialisten gemeinsam mit Vertretern öffentlicher Organisationen und Industrieverbänden diese Thematik.

Schwerpunkt des Workshops waren modernste computergestützte Modelle für Karzinogenität und Mutagenität, die Zuverlässigkeit derzeitiger experimenteller Ansätze sowie die Situation im Zusammenhang mit falsch positiven und negativen Befunden. Neben verschiedenen Kriterien, die dabei zur Sprache kamen, stellte sich heraus, dass die einzelnen Interessenvertreter falsch positive und negative Ergebnissen unterschiedlich bewerten: für Regulierungsbehörden waren eher falsch negative Ergebnisse, für Industrievertreter falsch positive Ergebnisse von Bedeutung. Letztere wollen vermeiden, dass Substanzen auf Grund falsch positiver Ergebnisse verboten werden.

Da inzwischen erwiesen ist, dass Mutagenitätsstudien eine sinnvolle Ergänzung für allgemeine Genotoxizitätstests sind, gehen die Partner von SCARLET davon aus, dass auch computergestützte Methoden Struktur-Wirkungs-Analysen künftig genauer und zuverlässiger machen könnten.

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