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FP6

COMBIG-TOP — Ergebnis in Kürze

Project ID: 503491
Gefördert unter: FP6-LIFESCIHEALTH
Land: Deutschland

Die Behandlung lebensbedrohlicher Krankenhausinfektionen

Durch die weitläufige Verwendung von Antibiotika sind viele bakterielle Krankheitserreger mittlerweile resistent gegen bestehende Arzneimittel. EU-geförderte Forscher entwickelten ein neues, natürliches Produktionssystem zur besseren und sichereren Antibiotikaherstellung aus Biomolekülen.
Die Behandlung lebensbedrohlicher Krankenhausinfektionen
Die Antibiotikaresistenz von Bakterien ist besonders gefährlich angesichts der zunehmenden Zahl an lebensbedrohlichen Infektionen, an denen bereits geschwächte Patienten im Krankenhaus erkranken.

Glykopeptide sind Moleküle, die eine wichtige Rolle während der Zellwandbildung von Bakterien spielen und eignen sich besonders gut für die Entwicklung neuer Antibiotika. Glykopeptid-Antibiotika wurden sogar bereits in Europa und in geringerem Maße auch in den USA, jedoch primär zur Behandlung solcher lebensbedrohlicher Situationen verwendet, weil die möglichen unerwünschten Nebenwirkungen einer großflächigeren Anwendung im Wege standen.

Glykopeptide sind jedoch komplexe Biomoleküle, deren verdrehte dreidimensionale (3-D-)Struktur die gezielte Modifizierung zur verbesserten Arzneimittelentwicklung erschwert.

Europäische Forscher riefen das Projekt "Combinatorial biosynthesis of industrial glycopeptides: Technology, optimization and production" (Combi-TOP) ins Leben, um mögliche neue Glykopeptid-Medikamente und effiziente Mittel zu entwickeln, mit welchen Medikamente schnell marktfähig gemacht werden können.

Hierzu nutzten sie die sogenannte kombinatorische Biosynthese, die es ihnen ermöglichte, auf den Kern des Glykopeptidmoleküls zuzugreifen und wirksamere Analoga über ortsspezifische chemische Modifikationen zu konzipieren.

Zudem wurde mithilfe der kombinatorischen Biosynthese die zeitaufwändige chemische Synthese durch schnelle Fermentation nach Bestimmung des idealen Wirtsorganismus für die Glykopeptid-Produktion ersetzt. Dank dieses Wissens über die Wege der Biosynthese konnten die Wisssenschaftler Mutationen und Protokolle entwickeln, die eine nützliche Glykopeptid-Überproduktion zur Folge haben.

Zwei in der Forschung tätige kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beteiligten sich an dem Projekt, um eine schnelle Markteinführung der Ergebnisse zu ermöglichen.

Im Rahmen des Combig-TOP-Projekts wurden zwei Glykopeptidstränge erfolgreich manipuliert und die Durchführbarkeit sowie die Grenzen der neuen Glykopeptidsynthese zur Entwicklung wirksamerer Antibiotika definiert.

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