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FP6

EUROHEAD — Ergebnis in Kürze

Project ID: 504837
Gefördert unter: FP6-LIFESCIHEALTH
Land: Niederlande

Zu den genetischen Ursachen von Migräne

Immer mehr Menschen leiden unter Migräne, oft begleitet von einem neurologischen Symptom, der so genannten Aura. Die genetischen und neurologischen Ursachen von Migräne waren Forschungsgegenstand eines EU-finanzierten Projekts, das sich mit der Verbesserung molekulardiagnostischer Verfahren und therapeutischer Wirkstoffansätze befasste.
Zu den genetischen Ursachen von Migräne
Migräne zählt laut Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den schwersten chronischen Erkrankungen. Von ihr sind mehr als 12% der Bevölkerung betroffen. Die medizinischen Kosten, die die Erkrankung verursacht, werden auf jährlich über 27 Mrd. EUR geschätzt, was verdeutlicht, wie wichtig die Ursachenforschung ist, um eine effektive Prophylaxe zu entwickeln.

In früheren Studien waren in Familien, an denen Mitglieder an Familiärer Hämiplegischer Migräne (FHM) erkrankt waren, drei spezifische Gene entdeckt worden, was nahe legt, dass sich durch Vererbung bestimmter Genvarianten die Anfälligkeit für Migräne erhöht. Funktionelle Untersuchungen hatten vermutet, dass hauptsächlich ein häufiger Kalium- und Glutamatsignalweg die Suszeptibilität für die Kortikale Streudepolarisierung (cortical spreading depression, CSD) erhöht.

Vor diesem Hintergrund ermittelte das EU-finanzierte Projekt EUROHEAD (Migraine genes and neurobiological pathways), inwieweit ein gestörter Ionentransport allgemeine Formen der Migräne verursachen kann. Hierfür untersuchten die Projektpartner Familien bzw. isolierte Populationen und kombinierten Methoden aus neurobiologischer Grundlagenforschung und klinischer Forschung.

Untersucht wurde die Beteiligung der identifizierten Kandidatengene an der Entstehung von Migräne mittels genomweiter Analysen, Kopplungsungleichgewichtsanalysen, bioinformatischer sowie Assoziationsstudien. Inwieweit sich Mutationen auf funktioneller Ebene auswirken, wurde mit elektrophysiologischen und neurobiologischen Methoden auf Zellebene, am Tiermodell für Migräne und, sofern möglich, auch am menschlichen Patienten untersucht. Wie sich zeigte, sind die Ursachen für Migräne (gleich, ob mit oder ohne Aura), teilweise unterschiedlicher Natur.

EUROHEAD verbesserte damit wesentlich die Analyse Migräne-assoziierter Signalwege sowie die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für die Behandlung von Migräne. Patienten, die stark unter neurologisch bedingter Migräne zu leiden haben, können aufgrund dessen auf eine Verbesserung ihrer Lebensqualität hoffen.

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