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Impfung gegen Lungenkrebs

Ähnlich wie Impfungen gegen Viren beruht eine Krebsimpfung auf der Verwendung bestimmter Antigene, die das Immunsystem manipulieren, um den Krebs zu bekämpfen. Europäische Forschungsarbeiten untersuchten das Potenzial verschiedener neuartiger Lungenkrebs-Antigene in einer Impfung.
Impfung gegen Lungenkrebs
Lungenkrebs ist eine der am häufigsten vorkommenden Krebsformen und weltweit die Hauptursache für Todesfälle in Verbindung mit Krebs. Die herkömmliche Behandlung gibt Patienten mit einem kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) eine durchschnittliche Überlebenschance von 15 Monaten, wobei diese Zahl in fortgeschrittenen Stadien auf 9 Monate sinkt.

Folglich hat sich die Immuntherapie zu einer neuen vielversprechenden Behandlungsmöglichkeit entwickelt, um die schlechten Überlebenschancen von Lungenkrebspatienten zu verbessern. Zu diesem Zweck hatte sich das von der EU finanzierte Projekt "New vaccination therapies for lung cancer" (LCVAC) das Ziel gesetzt, neue lungenkrebsspezifische Antigene zu identifizieren und charakterisieren, die für eine wirksame und sichere Impfung verwendet werden könnten. Außerdem konzentrierten sich die Projektpartner darauf, Adjuvans-Technologien für die Impfprotokolle zu entwickeln und sie an Mausmodellen mit Lungenkrebs gemeinsam mit zellbasierten Impfstoffen zu testen.

Die Wissenschaftler von LCVAC zeigten erfolgreich, dass das Spleißvariante des neuralen Zelladhäsionsmolleküls NCAM-MUM ein SCLC-spezifisches Antigen und ein potenzielles Target für die Impfstoffentwicklung ist. Diese Entdeckung hatte einen Patentantrag für Rechte des geistigen Eigentums (IPR) zur Folge. Durch Tests dieses Antigens in einem präklinischen Modell wollen die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über seine Eignung als Immuntheraphie-Target gewinnen.

Die von LCVAC erarbeiteten Forschungsverfahren und Reagenzien sowie die neuen im Laufe des Projekts identifizierten Lungenkrebs-Antigene stellen wichtige Fortschritte in der Lungenkrebsimmuntherapie dar. Die erfolgreiche Übernahme dieser Behandlungsweise in die klinische Praxis muss noch vollständig bewertet werden.

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