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FP6

FLOCAP — Ergebnis in Kürze

Project ID: 513144
Gefördert unter: FP6-SME
Land: Deutschland

Mehr gesundheitsfördernde Bakterien in Lebensmitteln

Mit Hilfe von EU-Mitteln wurde die Entwicklung eines neuen Verkapselungsverfahren für "gute" Bakterien ermöglicht. Infolge dessen könnten mehr davon durch sogenanntes Functional Food im Verdauungssystem der Menschen landen.
Mehr gesundheitsfördernde Bakterien in Lebensmitteln
Wenn Menschen das Wort "Bakterium" hören, denken die meisten gleich an Infektionen und Antibiotika. Dabei ist der menschliche Verdauungstrakt voll mit Bakterien, die zur menschlichen Gesundheit beitragen. Endogene im Darm enthaltene Bakterien bekämpfen schädliche Bakterien, unterstützen die Verdauung und die Nährstoffaufnahme und tragen zur Funktion des Immunsystems bei.

Eine Vielzahl von Faktoren kann jedoch ein Ungleichgewicht zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien hervorrufen. Hierzu gehören Krankheit, schlechte Ernährung, Stress und die übermäßige Anwendung von Antibiotika.

Aufgrund des immer stärker ausgerichteten Fokus auf Krankheitsvorbeugung ist der Zusatz gesundheitsfördernder Bakterien und die damit verbundene Erzeugung sogenannter probiotischer Nahrung (wörtlich "für das Leben") im Aufschwung begriffen. Probiotika sind eines von vielen Functional Foods mit Zusätzen, für spezielle Funktionen, die nicht der Ernährung dienen.

Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, aber vieles spricht dafür, dass bestimmte probiotische Therapien die Symptome von Reizdarm, Morbus Crohn und infektiöser oder antibiotika-assoziierter Diarrhö lindern kann.

Probiotische Nahrungsmittelzusätze können jedoch auch unerwünschte Nebenwirkungen bei der Nahrungsmittelbeschaffenheit haben. Außerdem können sie während der Herstellung, Lagerung und selbst durch die saure Magenumgebung zerstört werden.

Europäische Forscher setzten sich daher die Entwicklung eines innovativen Mikroverkapselungsverfahrens zum Ziel, mit dem sich die Probiotika schützen lassen, wobei die Mikrokapseln klein genug sein müssen, dass sie ohne bemerkenswerte Auswirkungen auf die Beschaffenheit einer Vielzahl von Nahrungsmitteln zugesetzt werden können.

Die von der EU im Rahmen des Projekts "Novel flow focusing technology to produce microencapsulated probiotic bacteria for the food sector" (Flocap) bereitgestellten Mittel ermöglichten es den Partnerwissenschaftlern diesen potenziell enormen Markt zu erforschen.

Die Wissenschaftler beschäftigten sich mit der Polymerbeschichtung selbst und einem innovativen Verfahren zur Flussfokussierung mit einer neuen Düse, die speziell für dieses Verfahren entwickelt wurde. Die Verarbeitung erforderte sanfte Behandlungsmethoden, um zu gewährleisten, dass möglichst viele Bakterien überleben, eine kleine und einheitliche Kapselgröße und machbare, ausbaufähige Produktionsverfahren.

Aufgrund der wachsenden öffentlichen Nachfrage nach gesunden und gesundheitsfördernden Nahrungsmitteln könnte diese Technologie den Sektor für probiotische Nahrungsmittel revolutionieren.

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